Lebensdaten
1778 bis 1858
Geburtsort
Hannover
Sterbeort
Gut Grünhof bei Regenwalde (Hinterpommern)
Beruf/Funktion
Schulmann ; Schriftsteller ; Arzt ; preußischer Staatsmann ; Nationalökonom
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 116102276 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Beckedorff, Georg Philipp Ludolph von
  • Beckedorff, Ludolph von
  • Beckedorff, Georg Philipp Ludolph von
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Zitierweise

Beckedorff, Ludolph von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116102276.html [19.04.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich Andreas Konrad Beckedorff, Kanzleischreiber des lutherischen Konsistoriums in Hannover;
    M Charlotte Amalie Diederichs;
    Neustrelitz 1810 Anna Sophie, T des Ernst Heinrich Fließbach, Hofküchenmeister bei Herzog Carl von Mecklenburg-Strelitz; Schwager Ernst von Bülow-Cummerow ( 1851), Nationalökonom, Landwirt und Publizist;
    2 S, u. a. Friedrich von Beckedorff (1818–93), preußischer Generalleutnant.

  • Leben

    B. wurde nach medizinischen und philosophischen Studien 1810 Erzieher des Kurprinzen von Hessen, 1811-18 Führer des Erbprinzen von Anhalt-Bernburg. Beeinflußt von Adam Müllers Ideen, wuchs er in eine romantisch-konservative Staatsanschauung hinein. Nach der Ermordung A. von Kotzebues wandte er sich beschwörend in einer Flugschrift an die deutsche Jugend. Daraufhin berief Friedrich Wilhelm III. ihn ins Oberzensurkollegium und ins Kultusministerium (November 1819). Auf Grund seiner Kritik des bisherigen Schulwesens und des Süvernschen Unterrichtsgesetzentwurfs - statt „künstlicher Gleichheit der Volkserziehung“ forderte er die „naturgemäße Ungleichheit der Standeserziehung“ - wurde ihm 1821 die Leitung des Volksschulwesens übertragen. Hier erwarb er sich große Verdienste, besonders um die Lehrerseminare, auch durch Herausgabe der „Jahrbücher des Preußischen Volksschulwesens“ (1825 bis 1828). 1825 wurde er Regierungsbevollmächtigter bei der Universität Berlin. 1827 konvertierte er bei Bischof J. M. Sailer und wurde daraufhin aus dem preußischen Staatsdienst entlassen. B. zog sich nun auf sein Gut Grünhof zurück, das er zu einem Mittelpunkt des norddeutschen Katholizismus ausbaute; zur Rechtfertigung seines Übertritts veröffentlichte er ein 4bändiges apologetisches Werk. Friedrich Wilhelm IV. hat ihn nach seinem Regierungsantritt rehabilitiert, geadelt und zum Präsidenten des Landesökonomiekollegiums ernannt.

  • Werke

    u. a. Vorläufige Friedensrede, 1814; Zur Kirchenvereinigung, Eine Streitschr., 1815; Briefwechsel z. Kirchenvereinigung, 1818 (gegen d. Union Friedr. Wilhelms III.); An d. dt. Jugend, 1819; An gottesfürchtige Protestanten, Worte d. Friedens u. d. Wiederversöhnung, 1840, 21844, 31852 (letzlere unter d. Titel: Die kath. Wahrheit, Worte des Friedens …); Ges. landwirtschaftl. Schrr., 2 Bde., 1849–51; s. a. H. Brunnengräber (s. L), S. 32, 138.

  • Literatur

    ADB II;
    D. A. Rosenthal, Convertitenbilder aus d. 19. Jh. I/1, 1889;
    J. Grisar, Das Preuß. Unionsprojekt u. d. Katholiken Preußens, in: Stimmen d. Zeit 13, 1927, S. 390 f.;
    ders., Die Konversion L. v. B.s, in: Festgabe f. K. A. v. Müller, 1933;
    H. Brunnengräber, L. v. B., Ein Volksschulpädagoge d. 19. Jh.s, = Kath. Pädagogen. Bd. 1, 1929 (W);
    E. Quittschau, Das religiöse Bildungsideal im Vormärz, 1931 (S. 305 ff. B.s Gutachten üb. J. v). Süverns Entwurf);
    RGG;
    Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques VII, 1934, Sp. 380-83.

  • Autor

    Fritz Fischer
  • Empfohlene Zitierweise

    Fischer, Fritz, "Beckedorff, Ludolph von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 709 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116102276.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Beckedorff: Georg Philipp Ludolph von B., Arzt, Staatsmann und publicistischer Schriftsteller, geb. 14. April 1778 zu Hannover, 27. Februar 1858 auf seinem Gute Grünhof bei Regenwalde in Hinterpommern. Er studirte zuerst in Jena Theologie, dann in Göttingen Medicin und erwarb daselbst 1799 die medicinische Doctorwürde. 1810 war er Erzieher des Kurprinzen von Hessen, 1811—18 des Erbprinzen von Anhalt-Bernburg. Seine Schrift: "An die deutsche Jugend. Ueber der Leiche Kotzebue's", Hannover 1819, veranlaßte seine|Berufung in den preußischen Staatsdienst als Mitglied des Obercensurcollegiums. 1820 zum geheimen Ober-Regierungsrath, 1821 zum vortragenden Rath im Cultusministerium befördert, leitete er das Volksschulwesen und gab die "Jahrbücher des Preußischen Volksschulwesens". Berlin 1825—29, 9 Bde., heraus. Später wurde er zum Generalbevollmächtigten der Berliner Universität ernannt, 1827 aber nach seinem Uebertritt zum Katholicismus entlassen. Seitdem widmete er sich auf seinem Gute dem Landbau, bis er nach dem Regierungsantritt Friedrich Wilhelms IV. (1840) in den Staatsdienst zurückberufen und unter Verleihung des Adels zum Präsidenten des neu errichteten Landes-Oekonomie-Collegiums erhoben ward. Von seinen Schriften sind noch zu erwähnen: An gottesfürchtige Protest. Christen", "Gesammelte landwirthschaftliche Schriften", Berlin 1849, 51, 2 Bde.

    • Literatur

      Meusel, Gel. Teutschl. Rosenthal, Convertitenbilder aus dem 19. Jahrhundert I. 1. 2. Aufl., S. 466 ff. Nippold, Welche Wege führen nach Rom? Heidelberg 1869, S. 375 ff. Kneschke, Deutsches Adels-Lexikon I. 257 f.

  • Autor

    Steffenhagen.
  • Empfohlene Zitierweise

    Steffenhagen, "Beckedorff, Ludolph von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 219-220 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116102276.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA