Lebensdaten
1879 bis 1957
Geburtsort
Kaiserslautern
Sterbeort
Essen
Beruf/Funktion
Montanindustrieller ; Reeder ; Kohlenhandelsunternehmer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 119532530 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Huber, Willi

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Zitierweise

Huber, Willi, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119532530.html [19.11.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (1848–1914), GKR, Großkaufm. in K., wurde 1876 Teilhaber d. 1848 v. s. Vater mitbegr. „Kaiserslauterner Kohlenhändlerges.“, die 1881 in „Raab Karcher & Cie“ umbenannt wurde, baute e. eigene Binnenschiffahrtsflotte auf u. nahm d. Handel mit Ruhrkohle auf, 1910 schied er aus d. Leitung d. Gesellschaft aus u. übernahm d. Vorsitz d. Aufsichtsrats, 1914 verkaufte er s. Geschäftsanteile an d. Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG), d. seitdem 100%ige Eigentümerin v. Raab Kercher ist, S d. Kohlenhändlers Ernst (1815–95) in K.;
    M Helene (1859–1939), T d. Kaufm. Wilhelm Raab u. d. Luise Hach;
    B Oskar (1881–1957), Geschäftsführer d. Raab Karcher GmbH in Karlsruhe;
    - Essen 1910 Irma (1888–1968), T d. Rudolf Waldthausen aus Essen;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    H.s Herkunft gab den Ausschlag für seine Lebensarbeit in den Wirtschaftsbereichen Kohle, Handel und Binnenschiffahrt. Nach Lehrzeit in der Familienunternehmung und Jurastudium in Heidelberg folgte 1901 die Promotion. H. trat als Prokurist in die Straßburger Niederlassung der Raab Karcher & Cie. GmbH ein, die 1906 zum Hauptsitz der Kohlenhandels- und Schiffahrtsgesellschaft wurde. Für seine Firma war er 1902 in Brüssel-Charleroi und 1905 in Paris tätig. Im ersten Jahrzehnt seiner Arbeit vollzog sich die Übernahme von Raab Karcher durch die Gelsenkirchener Bergwerks AG (GBAG), die für H.s Wirken im montanindustriellen Bereich an Rhein und Ruhr von ausschlaggebender Bedeutung wurde. 1910 übernahm H. gemeinsam mit seinem Bruder Oskar die Geschäftsführung der Raab Karcher GmbH. Zweigniederlassungen wurden gegründet, die Geschäfte ausgedehnt. Am 1. Weltkrieg nahm H. als Stabsoffizier teil. 1918 wurde er zum Reichskohlenkommissar berufen, bevor er 1919 die Geschäftsführung der durch den Ausgang des Krieges schwer geschädigten Firma wieder übernahm. Der Verlust des Gesellschaftsvermögens in Elsaß-Lothringen bedingte die Sitzverlegung nach Karlsruhe. Die Angliederung an die GBAG, deren Aufsichtsrat H. seit 1914 angehörte, führte 1926 dazu, daß er – als Nachfolger Emil Kirdorfs – den Vorsitz im Vorstand dieser Gesellschaft übernahm. 1930 trat er wieder in den Aufsichtsrat über, dem er bis zu seinem Tode angehörte.

    Seit 1926 Vorsitzender (seit 1948 Ehrenvorsitzender des Beirats) der Raab Karcher GmbH, baute H. dieses Unternehmen nach und zwischen den Weltkriegen zu einer der bedeutendsten im In- und Ausland tätigen Reederei- und Handelsgesellschaften aus. Als Vertreter des Syndikatsgedankens wirkte er fast 2 Jahrzehnte lang für Absatz und Verteilung der Erzeugnisse der Montanindustrie in seinem Amt als 2. Vorsitzender des Aufsichtsrats des Rheinisch-Westfäl. Kohlensyndikats, im südwestdeutschen Kohlenwirtschaftsverband, im Verein zur Wahrung der Rheinschiffahrsinteressen sowie in weiteren Aufsichtsräten und Verbänden. Er nahm Einfluß auf die Arbeit der Industrie- und Handelskammer Essen, des Kaiser-Wilhelm-Instituls für Kohleforschung in Mülheim/Ruhr, des Deutschen Museums in München und des wissenschaftlichen Instituts der Elsaß-Lothringer an der Universität Frankfurt. Aufgrund seiner wirtschaftlich exponierten Stellung wurde er nach dem 2. Weltkrieg 1 Jahr interniert.

  • Werke

    Hohe Jagd a. d. Nordsee, 1935;
    Jagd vorbei, 1957.

  • Literatur

    A. Heinrichsbauer, Festschr. z. 100 J.feier v. Raab Karcher, 1948;
    Handelsbl. v. 20.10.1954;
    F. Pudor, Wachstum in 110 J. Raab Karcher 1848-1958, 1958;
    ders., in: Lb. a. d. Rhein.-Westfäl. Industriegebiet, 1960, S. 111 (P);
    Raab Karcher in Wort u. Bild, hrsg. z. 120j. Bestehen, 1968;
    Wenzel;
    Rhdb. (P).|

  • Quellen

    Qu.: Geschäftsber. d. Gelsenkirchener Bergwerks AG 1926-30; Westfäl. Wirtsch.archiv Dortmund.

  • Autor/in

    Barbara Gerstein
  • Empfohlene Zitierweise

    Gerstein, Barbara, "Huber, Willi" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 699 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119532530.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA