Dates of Life
1768 bis 1829
Place of birth
Basel
Place of death
Basel
Occupation
Mathematiker ; Astronom
Religious Denomination
reformiert
Authority Data
GND: 117030260 | OGND | VIAF: 17988911
Alternate Names
  • Huber, Daniel

Relations

Outbound Links from this Person

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Huber, Daniel, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117030260.html [01.10.2020].

CC0

  • Genealogy

    Aus Aesch b. Kyburg stammende Fam., seit 1621 im Basler Bürgerrecht (s. HBLS);
    V Joh. Jakob (1733–98), Astronom u. Erfinder, Schüler v. Daniel u. Joh. II Bernoulli. 1754/55 Aufenthalt in England, wo er Vorlesungen b. J. Bradley hörte. Dort entwarf er e. Chronometer mit freiem Echappement u. konstantem Antrieb, das er durch d. berühmten Uhrmacher Thomas Mudge bauen ließ. 1756 Mitgl. d. Berliner Ak. d. Wiss. u. deren Astronom. Wegen unzulänglicher Ausrüstung gab er 1758 d. Stelle auf u. lebte fortan als Privatgel. in B. (s. L), S d. Joh. Jakob (1704–59), Kaufm., Mitgl. d. Gr. Rats u. d. Kaufmänn. Direktoriums in B., u. d. Anna Maria Winkelblech;
    M Rosina (1737–1812), T d. Johs. Rohner,|Johanniterschaffner u. Mitgl. d. Gr. Rats in B., u. d. Rosina Märkt;
    B Joh. Rudolf (1766–1806), Prof. d. Gesch. in B., Pfarrer, Mitgründer d. Basler Bibelges.;
    - Basel 1802 Caroline (1765–1825), T d. Emanuel Battier (1727–97), Stadthauptm. u. Stiftsschaffner zu St. Petri in B., u. d. Kath. Barbara Zwinger; kinderlos;
    N Achilles (1776–1860), Architekt in B. (s. ThB);
    Ur-Groß-N Jakob (1867–1914), Botaniker, Experte f. Kautschukkulturen, Vorsteher d. Mus. Göldi in Para, August (1868–1936), Staatsarchivar d. Kt. Basel.

  • Life

    Schon im Elternhaus entwickelte sich H.s Neigung zu den exakten Wissenschaften, obwohl seine ersten Studien primär den klassischen Altertumswissenschaften und der Medizin galten. Wenn auch in Basel von der praktischen Astronomie nahezu abgeschnitten, veröffentlichte er 1784-90 eine Reihe von nicht unbedeutenden Arbeiten astronomischen Inhalts über Kometen, Refraktion, Säkularparallaxe der Sonne und über den Lichtwechsel des Algol. Einen Ruf nach Danzig lehnte er 1790 ab, um 1792 die (durch das Los entschiedene) Nachfolge seines Lehrers Johann II Bernoulli auf dem mathematischen Lehrstuhl der Universität Basel anzutreten. Die vermutlich erste längere Reise seines Lebens führte ihn 1798 anläßlich des überraschend eingetretenen Todes seines Vaters nach Gotha und brachte ihm die Bekanntschaft von Lalande und anderen Gelehrten ein. Neben seiner Professur verwaltete H. ab 1802 das Amt des Direktors der Universitätsbibliothek mit äußerstem Geschick. Seiner Wirksamkeit in Verbindung mit der Stiftung seiner Privatbibliothek ist es zu verdanken, daß die heutige Basler Universitätsbibliothek eine fast lückenlose Sammlung der einschlägigen Werke im Gebiet der mathematischen Wissenschaften des 17. und 18. Jahrhundert besitzt. Außerdem ist sein Andenken durch die Gründung der Basler Naturforschenden Gesellschaft (1817) gesichert.

    Als Mathematiker hat sich H. stets als Schüler J. H. Lamberts betrachtet, dem er eine Biographie widmete. Ein 1823 erschienener Beitrag zur Parallelentheorie erlangte günstige Aufnahme bei A. M. Legendre und J. K. Horner. H.s Vorwegnahme der „Methode der kleinsten Quadrate“ (Gauß, Legendre) gilt als erwiesen. Ein großer Teil seiner theoretischen Entwürfe liegt unediert in der Universitätsbibliothek Basel.

  • Works

    u. a. Circa phaenomena quae in Stella Persei Algol observantur quaedam proponit, in: Nova acta helvetica I, 1787;
    Nova theoria de parallelarum rectarum proprietatibus, 1823;
    J. H. Lambert's Leben u. Wirken, 1829.

  • Literature

    ADB 13;
    R. Wolf, Biogrr. z. Kulturgesch. d. Schweiz I, 1858 (fast vollst. Bibliogr., auch f. V Joh. Jakob);
    P. Merian, in: Verhh. d. Schweizer. Naturforsch. Ges., Jg. 1830; Professoren d. Univ. Basel aus 5 Jhh., hrsg. v. A. Staehelin, 1960 (P). -Zu V Joh. Jakob: J. H. Graf, Das Leben u. Wirken d. …, J. J. H., 1892 (P; mit Auszügen aus s. engl. Tagebuch)
    ;
    Th. Niethammer, in: Große Schweizer Forscher, hrsg. v. E. Fueter, 21941, S. 156 f.;
    T. P. C. Cuss, The Huber/Mudge Timepiece with Constant Force Escapement, in: Pioneers of Precision Timekeeping, ed. Antiquarian Horological Society, 1965 (P);
    E. Zinner, Astronom. Instrumente d. 11.-18. Jh., 21967;
    Pogg. I; Nachlaß
    in Univ.bibl. Basel. - Qu. z. Fam.:
    Privatarchiv Huber im Staatsarchiv Basel.

  • Author

    Emil A. Fellmann
  • Citation

    Fellmann, Emil A., "Huber, Daniel" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 689 f. [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117030260.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Life

    Huber: Daniel H., Mathematiker, geb. am 23. Juni 1768 in Basel, ebenda am 3. December 1829. Sohn des Astronomen Johann Jak. H. zu Basel ( 1798), wurde er früh mit den von seinem Vater gepflegten Wissenszweigen bekannt, zu welchen es ihn selbst hinzog. Mit gleicher Freude erfüllte ihn das Studium des classischen Alterthums. Praktische Rücksichten auf Erlangung einer Lebensstellung, welche ihm baldigst seinen Unterhalt sicherte, gaben jedoch die Veranlassung, daß H. zunächst (wahrscheinlich in Straßburg) Medicin studirte.|Früher, als er gehofft hatte, wurde ihm das Vergnügen, sich den mathematischen Wissenschaften wieder widmen zu können. Zu Anfang 1791 wurde der Lehrstuhl der Mathematik an der Universität Basel erledigt. H. bewarb sich um denselben, wurde zum Loose zugelassen und erlangte, vom Schicksale begünstigt, die gewünschte Stellung. Im November 1802 wurde er mit der Stelle als Bibliothekar betraut, in welcher er sich ungemein verdient machte, welche ihm aber auch sehr viele Zeit raubte. Er stiftete dann noch 1817 die naturforschende Gesellschaft in Basel. Unter seinen Schriften wird sein „Versuch über die Verdienste Lambert's in den mathematischen und physischen Wissenschaften“ geschätzt. H. gehört zu den Männern, welche gleich wie Gauß die Ausgleichungsmethode der Beobachtungen nach dem kleinsten Werthe der Summe der Fehlerquadrate als richtig erkannten. Während aber Legendre ihnen durch frühere Veröffentlichung zuvorkam, verstand nur Gauß durch bedeutende Nachleistungen auf dem gleichen Gebiete den Namen der Methode der kleinsten Quadrate mit dem seinigen fest zu verbinden.

    • Literature

      Neuer Nekrolog der Deutschen, Jahrgang 1829, S. 797—804. Rud. Wolf, Schweizer Biographien, I. (das. auch Nachricht über den Vater Joh. Jak. H.).

  • Author

    Cantor.
  • Citation

    Cantor, Moritz, "Huber, Daniel" in: Allgemeine Deutsche Biographie 13 (1881), S. 228-229 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117030260.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA