Lebensdaten
1791 bis 1863
Geburtsort
Sankt Gallen
Sterbeort
Sankt Gallen
Beruf/Funktion
Komponist ; Musiklehrer ; Musiker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 123759579 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Huber, Ferdinand
  • Huber, Ferd.

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Huber, Ferdinand, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123759579.html [19.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus alter St. Galler Fam. (Pfarrer u. Kaufleute);
    V Christian (1742–94), Pfarrer, S d. Pfarrers Jacob u. d. Elisabetha Giller;
    M Margaretha Scherer (1750–1818), Sängerin; Vorfahre Christian (1627–97), Pfarrer u. Schulrektor, Hrsg. d. „Geistl. Seelenmusik“ 1682 (s. L); B Bernhard (1780–1848), Musiklehrer (s. L);
    - 1821 Maria Elisabetha (1791–1871), T d. Knopfmachers Caspar Schlatter in St. G. u. d. Johanna Ehrenzeller.

  • Leben

    1799 kam H. zur Erziehung nach Lippstadt (Westfalen). Bei Johann Georg Nanz, einem Stuttgarter Stadtmusiker, ließ er sich ausbilden (1807-11). 1816 kehrte er in die Schweiz zurück und wurde 1817 Musiklehrer am Fellenbergischen Erziehungsinstitut für Söhne höherer Stände in Hofwyl bei Bern. Dort lernte er die Volksdichter Gottlieb Jakob Kuhn und Johann Rudolf Wyßder Jüngere kennen, deren Gedichte er vertonte. Im Berner Oberland sammelte er Volkslieder und setzte sich für die Wiederbelebung des Alphorns ein. 1824 ging er nach Sankt Gallen als Musiklehrer, war Organist und gründete neben einer Knabenmusik (1827) die Sankt Galler Militärmusik (1828). 1829-32 wirkte er als Musiklehrer an der Berner Realschule und kehrte anschließend wieder nach Sankt Gallen zurück, wo er am Lehrerseminar der Kantonschule bis 1855 Musik unterrichtete. – H.s Lieder (meist für Singstimme und Klavier, in späteren Jahren auch für Männerchor) entstanden in enger Anlehnung an die Schweizer Volksmusik (Jodel, meist in genauer Nachbildung gehörter Gesänge der Berner Sennen) und besonders an die Klangeigenschaften des Alphorns, dessen Melodik sich in seinen Gesängen deutlich ausprägt. „H. dürfte unter allen Schweizer Komponisten die nationale Eigenart am stärksten zum Ausdruck gebracht haben. Er ist der echte Sänger der Berge“ (K. Nef).

  • Werke

    u. a. (meist o. J.) Lieder mit Klavierbegleitung: 6 Lieder, [vor 1817];
    6 Schweizerlieder;
    dass., [1817-24] (Text v. allen v. G. J. Kuhn);
    Der Heerdenreihen, [1817-24];
    6 Dt. Lieder, [1817-24];
    Bergmannsleben (C. Kreuzer), 1834;
    6 Schweizerlieder, [n. 1843];
    Alemann. Gedichte (J. P. Hebel), [n. 1843]. -
    3 4stg. Hymnen f. Kirche, Schule u. Haus, [n. 1824);
    4stg. Schweizerlieder (F. Liszt gewidmet), [n. 1843];
    Frühlingserwachen f. 2 Stimmen mit Klavier, 1856. -
    Zahlr. Lieder in Sammeldr., darunter bes.: Slg. v. Schweizer Kühreihen u. Volksliedern, 31818, 41826 (erweitert);
    Kühreihen u. Schweizerlieder f. Männerchor, 1847;
    6 5stg. Kühreihen (Felix Mendelssohn-Bartholdy gewidmet).

  • Literatur

    ADB 13;
    K. Nef, F. F. H., in: Neuj.bll. d. Hist. Ver. St. Gallen, 1898 (W, P);
    W. Rüsch, F. H., 1932;
    ders., Die Melodie d. Alpen, Gedanken üb. F. H., 1942;
    E. Refardt, Die Musik in d. „Alpenrosen“, in: Festschr. K. Nef, 1933, S. 202;
    HBLS (P; auch f. Fam.)
    ;
    MGG VI (W, L);
    Schweizer Musiker-Lex., 1964 (W, L);
    Riemann. -
    Eigene Archivstud.

  • Portraits

    Lith. in: A. E. Cherbuliez, Die Schweiz in d. dt. Musikgesch., 1932, Tafel 40.

  • Autor/in

    Jürg Stenzl
  • Empfohlene Zitierweise

    Stenzl, Jürg, "Huber, Ferdinand" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 692 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123759579.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Huber: Ferdinand H., bekannt durch seine volksthümlich gehaltenen Schweizerlieder, war geb. am 31. October 1791 in St. Gallen (die biographischen Notizen rühren von den beiden noch lebenden Töchtern Huber's her). Seine musikalisch technische Ausbildung erhielt er vom Stadtmusikus Nanz in Stuttgart; hierauf trat er in das dortige Orchester der Hofcapelle ein. 1816 bis 26 war er Musiklehrer und Director des Orchesters am Fellenberg'schen Institut in Hofwyl bei Bern. Von dort in seine Vaterstadt zurückgekehrt, wirkte er anfänglich als Gesanglehrer, später als Capellmeister beim Militär, Organist an der französischen Kirche, Professor an der Kantonschule und Dirigent verschiedener Musikgesellschaften. Im 72. Jahre machte ein Herzschlag seinem Leben ein rasches Ende; er starb den 9. Jan. 1863. Seine Herzensgüte, sein unverwüstlicher Humor, sein stets bereiter harmloser Witz sicherten ihm die Liebe von Alt und Jung. Der größte Theil seiner berühmt gewordenen Schweizerlieder — es erschienen drei Sammlungen, theils für 1 Stimme, theils für 4 und 5 Stimmen, die letzte Sammlung ist Mendelssohn gewidmet — entstanden während seines Aufenthaltes in Hofwyl und in der ersten Zeit seines Wirkens in St. Gallen. Rob.

  • Autor/in

    Eitner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Eitner, Robert, "Huber, Ferdinand" in: Allgemeine Deutsche Biographie 13 (1881), S. 229 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123759579.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA