Lebensdaten
1714 bis 1785
Geburtsort
Calbe (Saale)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
preußischer Generalmajor
Konfession
evangelisch?
Normdaten
GND: 116970308 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Holtzendorff, Georg Ernst von
  • Holtzendorf, Georg Ernst von
  • Holtzendorff, Georg Ernst von
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Holtzendorf, Georg Ernst von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116970308.html [24.09.2019].

CC0

  • Leben

    Holtzendorf: Georg Ernst v. H., preußischer Generalmajor und Inspecteur des gesammten Artilleriewesens, geb. am 14. Febr. 1714 in Calbe a. o. Saale, nobilitirt den 21. Januar 1767, den 10. Decbr. 1785 in Berlin. Sein Vater war Ernst Konrad H. (s. o.), seine Mutter, eine geb. v. Senneville, entstammte einem Brabant'schen Adelsgeschlecht. Unser H., 1746 in der preuß. Artillerie zum Premierlieutenant aufgerückt, wurde vom König im folgenden Jahre als Volontär zum Heere des Marschalls von Sachsen entsendet und empfahl sich durch seine genauen Berichte, namentlich über die Schlacht von Laffeld. Am Tage von Lobositz erwarb H. sich den Verdienstorden. Bei Leuthen wurde er schwer verwundet. Fußend auf reichhaltigen praktischen Erfahrungen (10 Schlachten, 9 Belagerungen etc.) und theoretisch ein nicht minder bewanderter Officier, stieg H. auf zum Oberst, 1771, sodann zum Adlatus des altersschwachen Artilleriechefs v. Dieskau und im September 1777 zu dessen Nachfolger. Der König zeichnete ihn, gleichzeitig mit letzterer Beförderung aus durch das Geschenk „eines schönen Pferdes mit Sattel und Zeug“ (Berliner Zeitung). Fortan trat H. als Gesetzgeber für seine Waffe in volle Thätigkeit. Aeußerst arbeitsam, lebte er nur dem Dienst. Nach dem Vorbild seines Kriegsherrn ehrte und beeiferte er väterlich den Berufsfleiß seiner Untergebenen. An seine Tafel zog er auch Unterofficiere und Bombardiere. H. hat großes Verdienst um die verbesserte Beweglichkeit und Brauchbarkeit des Geschützes. So z. B. verringerte er das Kaliber der alten schwerfälligen „Brummer“. Auch vereinfachte er die Munitionsanfertigung. Seine Artillerie-Mannschaftsschule theilte er in fünf Classen; in die unterste kamen diejenigen, welche nicht schreiben und rechnen konnten, gleichviel ob sie alte Dienstthuer; in der obersten wurden meisterhafte Plane gezeichnet. Die ältesten Stabsofficiere besuchten ohne Scheu Holtzendorf's winterliche Vorlesungen für Officiere. Das gesammte Artilleriecorps erhielt jetzt einen erhöheten Bildungsstand, und der invalide Unterofficier demgemäß eine bessere Civilversorgung. Beim „Wedding“, in der Nähe Berlins, erbaute H. eine bastionirte Front, gegen die er alljährlich den Angriff übte. Durch Versuchs-Schüsse und Würfe im Hügelland bei Freienwalde, an der Oder und im Ufergelände bei Köpenick, erläuterte H. praktisch das im Winter Erlernte. Außerdem war H. der Schöpfer der artilleristischen „Manövrirfähigkeit“. Daß der König entschieden den Holtzendorf'schen Ernst begünstigte, wissen wir aus einer Instruction, in welcher Friedrich an H. befahl, nur junge Leute „mit einem Barte“ Ihm zum Officier vorzuschlagen und „Selbige immer nach Potsdam zu schicken; Ich will sie Selbst sehen und aussuchen“. — Der General v. Ramin, Gouverneur von Berlin, wollte H. anschwärzen, indem er dem Könige beim Vorübermarsch der Artilleristen sagte: „Wie sie die Köpfe hängen“, worauf der alte Fritz erwiderte: „Laß er das; sie studiren“. — Holtzendorf's Ableben berührte den König sehr schmerzlich. Er ehrte dessen vielseitige treue Berufserfüllung, indem er eine Theilung der Artillerie-Generalinspectionsgeschäfte anbefahl. Aehnliches geschah nach dem Tode des Reiterfürsten Seydlitz. Ein Bild Holtzendorf's findet sich in der Krünizschen Encyklopädie.

    • Literatur

      Mars. Eine allgem. milit. Zeitung. Berlin 1805, Bd. II.

  • Autor/in

    Gr. Lippe.
  • Empfohlene Zitierweise

    Lippe, E. Graf zur, "Holtzendorf, Georg Ernst von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 13 (1881), S. 15 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116970308.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA