Lebensdaten
1544 bis 1609
Geburtsort
Lübeck
Sterbeort
Lübeck
Beruf/Funktion
Bürgermeister von Lübeck
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137594860 | OGND | VIAF: 81766107
Namensvarianten
  • Hövel, Gotthard von
  • Höveln, Gotthard von
  • Hövel, Gotthard von
  • mehr

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Zitierweise

Höveln, Gotthard von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137594860.html [08.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Gotthardt ( 1571), Ratsherr, S d. Gotthard ( 1555), Bgm. v. L.;
    M Margarete ( 1571), T d. Nicolaus Brömse ( 1543), Bgm. v. L. (s. NDB II);
    Cath. Anna ( 1612), T d. Albert Schilling;
    1 T;
    N Gotthard (s. 2).

  • Leben

    Der Lübecker Rat berief H. 1578 in seine Mitte und wählte ihn 1589 zum Bürgermeister. In seine Amtszeit fällt der immer aussichtslosere Kampf der politisch im Niedergang begriffenen Hansestadt mit den erstarkenden Nachbarstaaten an Nord- und Ostsee um ihre Handelsprivilegien. H.s eigene diplomatische Aktivität konnte an der allgemeinen Entwicklung nichts ändern. Als Schweden 1599 die Handelsbeziehungen mit Lübeck abbrach, trat die von den Großhändlerkorporationen angeführte Bürgerschaft in offene Opposition zum Rat (sogenannte Reisersche Unruhen 1598-1605). In diesen inneren Kämpfen erwies sich H. als schärfster Gegner aller Mitentscheidungsrechte der Bürgerschaft. Sein unrealistischer verfassungsrechtlicher Standpunkt von einer unumschränkten, „absoluten“ Ratsgewalt orientierte sich am aufkommenden Absolutismus des Fürstenstaats. Beim Höhepunkt des Konflikts, bei den turbulenten Auseinandersetzungen um die Form des Bürgereides 1600, mußte sich H. schließlich doch dem Willen der Bürgerdeputierten unter dem Druck der Menge beugen. H. war das Haupt einer durch Verwandtschaften eng verbundenen Clique patrizischer Familien, die bis 1601 den Rat beherrschte und deren Interessen er energisch verfocht. 1601 gelang es einer Gruppe meist junger unternehmender Kaufleute, durch eine erzwungene Ratsnachwahl den Einfluß H.s und seiner Anhänger auf die Ratspolitik zurückzudrängen. Starr in seinen Auffassungen, wenig diplomatisch in seinem Auftreten, leidenschaftlich in seinem Haß, aber von persönlichem Mut und fester Überzeugung seines Rechts, hat er vor allem in seiner Chronik, die gegen Ende in eine polemische Parteischrift ausartet, seinen Standpunkt dargelegt.

  • Werke

    Chronik 1550-99 („Memorial“);
    Notwendige … hintertreibung eines … schandgetichts, 1606, beide gedr. in: A. Fahne, III, 1856, s. L.

  • Portraits

    Ölgem. (Lübeck, Rathaus), Abb. b. Asch, S. 80, s. L.

  • Autor/in

    Jürgen Asch
  • Empfohlene Zitierweise

    Asch, Jürgen, "Höveln, Gotthard von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 373 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137594860.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA