Lebensdaten
1766 bis 1826
Geburtsort
(Hagen-)Herbeck
Sterbeort
Münster (Westf)
Beruf/Funktion
Verwaltungsbeamter ; Publizist ; Mineraloge
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137594828 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hövel, Friedrich Freiherr von
  • Hoevel, Friedrich von
  • Hövel, Friederich von

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Hövel, Friedrich Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137594828.html [26.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Christoph (1732–84), auf Herbeck, Junkernthal u. Dudenroth, S d. Diedrich Frdr. Wilh. u. d. Joh. Robertine Ottilie Maria v. Wenge;
    M Antoinette (1733-1801), T d. Frdr. Chrstn. Frhr. v. Elverfeldt (1699–1781), zu Dahlhausen u. Steinhausen, münster. Gen.-Lt., u. d. Maria Viktoria Freiin v. Wolff-Metternich;
    Groß-Ov Franz Ferd. Lambert v. Wenge (1707–88), zu Enkingmühle u. Portendieck, Domherr zu Münster, Gründer d. St. Antonii-Hütte zu Osterfeld 1753, d. ältesten d. 3 Stammhütten d. Gutehoffnungshütte;
    - Stoppenberg 1796 Wilhelmina (1776–1862), T d. Friedrich v. Ritz, zu Etgendorf u. Scheppen, Hofratspräs, in Düsseldorf, u. d. Dorothea Freiin v. dem Bottlenberg gen. v. Schirp;
    5 S, 7 T, u. a. August (1807–64), Oberbergrat in Dortmund, Bergamtsdir. in Bochum, seit 1857 Berghauptm. in Halle, zuletzt in Bonn (s. L).

  • Leben

    H. erhielt seine Schulbildung 1775-82 auf dem Gymnasium in Fulda und trat dann zunächst bei der fürstbischöflichen Garde in Münster ein. Hier nahm er 1785 ein juristisches Studium auf, das er 1787-89 in Göttingen fortsetzte. Die verwaisten väterlichen Güter riefen ihn vorzeitig in die Heimat zurück, doch ging er 1795/96 noch einmal geognostischen Studien in Freiberg nach, wo der Mineraloge A. G. Werner sein Lehrer war. Seit 1790 ein tätiges Glied der märkischen Ritterschaft, wurde H. 1797 Landrat des Wetterschen Kreises der Grafschaft Mark. Sein Wirken, namentlich auch bei Einführung der Kanton-Verfassung im Essen-Werdenschen und im Fürstentum Paderborn, erwarb ihm allgemeine Anerkennung und führte im Herbst 1805 zur Berufung als Kammerpräsident nach Minden. Hier bewährte sich H. unter schwierigen Bedingungen während des Krieges von 1806 und der nachfolgenden französischen Besetzung. Bei der Organisation des Königreiches Westfalen wurde er Präfekt des Leinedepartements in Göttingen. In dieser Stellung machte er sich vor allem um Erhaltung und Ausbau der Universität verdient. Ungern folgte er Ende 1808 einem Ruf als Staatsrat nach Kassel. Seine Hoffnung, mit der Leitung des Berg-, Hütten- und Salinenwesens betraut zu werden, zerschlug sich, so daß er Oktober 1809 den unbefriedigenden Posten aufgab und sich nach Herbeck zurückzog. Während der Befreiungskriege zeichnete sich H. als Organisator der Landwehr im Kreise Hagen aus. Ohne in den Staatsdienst zurückzukehren, nahm er nun wieder lebhaften Anteil am öffentlichen Leben. Der Tradition verbunden, aber doch allen zeitgemäßen Neuerungen aufgeschlossen, stand er in der ihn vornehmlich bewegenden Verfassungsfrage in freundschaftlich enger Verbindung mit dem ihm schon von Wetter her bekannten Freiherrn vom Stein. Als geistiger Kopf und führender Publizist des märkischen Adels hatte H. wesentlichen Anteil an der Schlosserschen Verfassungsdenkschrift von 1818 und gehörte zu|den Ende 1822 nach Berlin zu Beratungen über die Provinzialstände berufenen westfälischen Notabeln. Während der Verhandlungen des ersten westfälischen Provinziallandtages, dessen Ausschuß für Handel und Gewerbe er leitete, verstarb H. unerwartet.

    Während H. als Mineraloge sich wissenschaftlich einen Namen machte, der ihm seit 1798 die Mitgliedschaft mehrerer gelehrter Gesellschaften eintrug, zeigte er sich bei seinen forst- und agrarwirtschaftlichen Studien in erster Linie als Mann der Praxis, dem es um die Verbreitung nützlicher Kenntnisse und technischen Fortschritts zu tun war. Seine vielseitige schriftstellerische Tätigkeit fand ihren Niederschlag zumeist in Zeitschriften, namentlich im „Westfälischen Anzeiger“ (1798 folgende) und im „Hermann“ (1814 folgende).

  • Werke

    Weitere W u. a. Geognost. Bemerkungen üb. d. Gebirge in d. Gfsch. Mark, 1806;
    Hinterlassene Schrr., hrsg. v. F. Harkort u. A. Rauschenbusch, 1. (einziger) T. (Landwirts., Forstwesen, Mineral.), 1832.

  • Literatur

    A. Rauschenbusch, in: Hinterlassene Schrr., s. W, S. I-LXIV;
    Ersch-Gruber II, T. 11, S. 226;
    A. Sellmann, F. Frhr. v. H., 1936 (P);
    W. Schulte, Westfäl. Köpfe, 1963 (P);
    H. Richtering, in: Btrr. z. Gesch. Dortmunds u. d. Gfsch. Mark 66, 1970;
    Pogg. I. - Qu.: Nachlaß
    im Frhr. v. Hövelschen Archiv in Junkernthal u. im v. u. z. Mühlenschen Archiv in Merlsheim (hier auch Nachlässe d. Groß-Ov Franz Ferd. Lambert v. Wengn u. d. S August v. Hövel). - Zu S August:
    W. Serlo, Männer d. Bergbaus, 1937, S. 71.

  • Portraits

    im Bes. v. Dr. v. u. z. Mühlen, Merlsheim.

  • Autor/in

    Helmut Richtering
  • Empfohlene Zitierweise

    Richtering, Helmut, "Hövel, Friedrich Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 372 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137594828.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA