Lebensdaten
erwähnt 1513, gestorben nicht vor 1535
Geburtsort
Brackenheim bei Heilbronn/Neckar
Beruf/Funktion
Arzt
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 119711621 | OGND | VIAF: 233003348
Namensvarianten
  • Hok, Wendelin
  • Hack, Wendelin
  • Hock, Wendelin
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Hock, Wendelin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119711621.html [03.03.2021].

CC0

  • Leben

    H. „von Prackenheim, doctor in der artzney“ erkauft das Bürgerrecht in Straßburg am 23.7.1513; „will dienen mitt der luccern“, das heißt bei einer Zunft, wo Wundärzte mit Müllern, Mehlhändlern und Stärkefabrikanten zusammenkamen. Ob er mit dem 1504 in der Tübinger Universitätsmatrikel vorkommenden W. de Brackenheim identisch ist, bleibt dahingestellt. In seinem Herzog Ulrich von Württemberg gewidmeten Buche über „Mentagra“ (1514) spricht H. von den langen Jahren, die er als Student in Bologna zugebracht hat, und stellt sich als „artium et medicine doctor studii Bononiensis“ vor; doch wird er in keiner der zahlreichen, die Universität Bologna betreffenden, veröffentlichten Urkunden erwähnt. Er gedenkt auch seiner Praxis in Rom. 1515 erhielt das Straßburger Bürgerspital einen Arzt. H. nahm die Stelle an, erklärte sich aber bald amtsmüde. 1516 bat er den Straßburger Magistrat, aus Gesundheitsrücksichten vom Spitalsdienste entlastet zu werden, um ausschließlich als Stadtarzt zu wirken. H.s Hauptverdienst besteht darin, daß er 1517 auf Begehren der Ärzte und Scherer mit Genehmigung der Obrigkeit an der Leiche eines zum Strange verurteilten Missetäters die erste in Straßburg nachgewiesene Anatomie vollbrachte. Hans von Gersdorf berichtete darüber in seinem „Feldtbuch der wundtartzney“ (1517). Ein beigefügter Holzschnitt von Hans Wechtlin stellt die sezierte Leiche dar; er wird 1518 in Fries' „Spiegel der Artzney“ aufgenommen.

    H.s einziges Werk, das uns überkommen ist, handelt von der Lustseuche: „Mentagra, sive tractatus de causis, preservativis, regimine et cura morbi gallici: vulgo Mala frangçosz …“ (1514, 1529 und 1531). Es bietet kaum Originelles; das meiste stammt aus Petrus Pintors „De morbo fedo et occulto his temporibus affligente …“ (1500), aus dem ganze Kapitel einfach abgeschrieben sind.

  • Literatur

    P. G. Hensler, Gesch. d. Lustseuche, d. zu Ende d. XV. Jh. in Europa ausbrach I, 1783, S. 69;
    F. Wieger, Gesch. d. Med. u. ihrer Lehranstalten in Straßburg, 1885, S. 24 f., 126;
    A. Seyboth, Das alte Straßburg, 1890, S. 33;
    ders., Strasbourg historique et pittoresque, 1894, S. 265 f.;
    C. Wittmer u. J. C. Meyer, Le Livre de bourgeoisie de la ville de Strasbourg, 1440–1530, 1954, Nr. 6300;
    E. Wickersheimer, Le Statut du médecin et du personnel sanitaire subalterne de l'hôpital de Strasbourg (1515), in: Archives de l'Eglise d'Alsace 5, 1955.

  • Autor/in

    Ernest Wickersheimer
  • Empfohlene Zitierweise

    Wickersheimer, Ernest, "Hock, Wendelin" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 296 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119711621.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA