Lebensdaten
1637 – 1720
Geburtsort
Kirchheim unter Teck
Sterbeort
Bebenhausen bei Tübingen
Beruf/Funktion
lutherischer Theologe ; Evangelischer Theologe ; Hochschullehrer ; Pfarrer ; Dekan <Kirche> ; Pietist
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 122628756 | OGND | VIAF: 64893794
Namensvarianten
  • Hochstetter, Johann Andreas
  • Hochstaetterus, Johannes Andreas
  • Hochstätter, Johann A.
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Zitierweise

Hochstetter, Johann Andreas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122628756.html [27.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    V Conrad (1583–1661), Spezialsup. u. Stadtpfarrer in K., S d. Mühlenbes. u. Dorfrichters Martin in Gerhausen b. Blaubeuren u. d. Anna Stumpp;
    M Regina (1615–78), T d. Salomon Kieser, Vogt zu Blaubeuren, u. d. Margarete Spring;
    1) Stuttgart 1660 Elisabeth Barbara (1638–64), T d. Münzwardeins Gottfried Cuhorst in Stuttgart u. d. Elisabeth Martha Distler, 2) Bebenhausen 1666 Anna Cath. (1647–97), T d. Klosterpräzeptors Georg Linde u. d. Sara Gmelin;
    2 K aus 1), u. a. Gottfried Conrad (1664–1730), Dekan in Tuttlingen, 7 S, 1 T aus 2), u. a. Andreas Adam (1668–1717), Prof. d. Theol. in Tübingen, Oberhofprediger in Stuttgart (s. ADB XII; RGG³), Augustin (1671–1748), Prälat zu Herrenalb, Königsbronn u. Maulbronn, Christian (1672–1732), Prälat zu Bebenhausen.

  • Biographie

    H., 1659 Diakonus in Tübingen, 1668 Pfarrer in Walheim bei Besigheim, 1672 Dekan in Böblingen, 1677 Stiftsephorus und Professor der griechischen Sprache, 1680 der Theologie in Tübingen, wurde 1681, auffällig jung, zum Prälaten von Maulbronn und 1689 von Bebenhausen ernannt. Nunmehr führendes Mitglied des Synodus und damit für fast|eineinhalb Jahrzehnte der führende Kirchenmann Württembergs, verwendete er zielstrebig seinen ganzen Einfluß darauf, die württembergische Kirche den Reformbestrebungen des Spenerischen Pietismus zu öffnen, um damit zugleich auch der starken separatistischen Bewegung im Lande zu steuern. Mit Spener und Francke befreundet, trat er unter dem Einfluß der pädagogischen Schriften Franckes erfolgreich für die Einführung der katechetischen Methode in der religiösen Unterweisung ein, die die bisher vorherrschende Katechismuspredigt ablöste. 1692 schuf er durch die Ergänzung des Brenzischen Katechismus durch Stücke aus Luthers Katechismus den württembergischen Katechismus. Die von ihm auch 1692 beantragte Einführung der von Spener angeregten Konfirmation gelang erst 1721. Auch drang er mit seinen Plänen, durch Einführung von Hausvisitationen und die Errichtung von Presbyterien die verfallende Gemeindezucht zu heben, nicht durch. Er konnte 1692 wenigstens die Duldung von Collegia pietatis auf dem Synodus so nachdrücklich zur Sprache bringen, daß 2 Jahre später ein erstes versöhnliches Edikt einem Pietismus im Sinne Speners weit entgegenkam. So stellte sich H. auch schützend vor die 1703 in Tübingen entstandene Repetentenstunde, die erste innerkirchliche „Privatversammlung“ im Lande und Schrittmacherin der späteren württembergischen pietistischen Erbauungszirkel. Doch führte seine abwartende Stellung gegenüber einem spiritualistischen Pietismus 1715 zum erfolgreichen Gegenvorstoß des Tübinger Universitätskanzlers Johann Wolfgang Jäger, der beim Herzog Rückhalt fand. So wurde H. praktisch ausgeschaltet. Alle Bemühungen des Konsistoriums, das H.s Mitwirken auf dem Synodus „fast unentbehrlich“ fand, waren vergeblich. Doch hatte Hochstetter – kein schöpferischer Theologe, der auch keine nennenswerte literarische Hinterlassenschaft aufzuweisen hat – neben dem juristischen Konsistorialdirektor G. von Kulpis inzwischen dem frühen spenerischen Pietismus in Württemberg eine bleibende Heimat geschaffen und damit einen tiefen Einschnitt zwischen dem konfessionellen Zeitalter und der Epoche des Pietismus herbeigeführt. Damit war einer Rückkehr zum Konfessionalismus für die Zukunft in Württemberg der Weg verbaut.

  • Literatur

    Ch. Kolb, Die Anfänge d. Pietismus u. Separatismus in Württemberg, 1902;
    H. Hermelink, Gesch. d. ev. Kirche in Württemberg, 1949;
    F. Fritz, Altwürtt. Pietisten, 1950;
    M. Brecht, in: Geist u. Gesch. d. Ref., Festgabe Hanns Rückert, hrsg. v. H. Liebing, K. Scholder, K. Aland u. W. Eltester, 1966.

  • Autor/in

    Erich Beyreuther
  • Zitierweise

    Beyreuther, Erich, "Hochstetter, Johann Andreas" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 292-293 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122628756.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA