Dates of Life
1798 - 1866
Place of birth
Zürich
Place of death
Zürich
Occupation
Großkaufmann ; Kaufmann
Religious Denomination
reformiert
Authority Data
GND: 137582595 | OGND | VIAF: 81755492
Alternate Names
  • Hirzel, Hans Caspar
  • Hirzel, C.
  • Hirzel, Caspar
  • more

Relations

Outbound Links from this Person

Personen in der GND - familiäre Beziehungen

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Hirzel, Hans Caspar, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137582595.html [21.10.2021].

CC0

  • Genealogy

    V Heinrich (1766–1833), Pfarrer, Chorherr u. Prof. d. Philos. am Carolinum in Z., Reiseschriftsteller (s. L), S d. Heinrich (1729–90), Landschaftsmaler (s. ThB), u. d. Ursula Hirzel;
    M Ottilie (1769–1837), T d. Caspar Heß (1727–1800), Prof. d. Hebräischen u. d. Philos., Chorherr, u. d. Ottilia Escher (vom Luchs);
    B Salomon (s. 4), Ludwig (1801–41), Prof. d. Theol. in Z., Hebraist (s. ADB XII);
    - Leipzig 1832 Therese (1812–74), T d. Großkaufm. Hans Caspar Lampe (1766–1817) u. d. Friederike Lorenz;
    5 S, 1 T;
    N Rudolf (s. 3).

  • Life

    In Zürich zum Kaufmann ausgebildet, trat H. 1816 in ein Handelshaus in Bordeaux ein. 1826/27 unternahm er von dort aus seine erste erfolgreiche Handelsreise nach|Kalkutta. Bis 1829 folgten weitere Indienreisen. 1830/32 wieder in Zürich, betrieb er eine Kommissionsfirma für Kolonialwaren. Aufgrund seiner Heirat nach Leipzig übergesiedelt, führte er dort ein Überseehandels- und Bankhaus. H. gehörte 1834 mit A. Dufour-Féronce, G. Harkort, K. Lampe und anderen zu den Gründern der von Friedrich List angeregten Leipzig-Dresdener Eisenbahn. 1835 wurde er eidgenössischer Konsul in Sachsen, dann Abgeordneter der Eidgenossenschaft in Zoll- und Handelssachen bei den Zollvereinsstaaten und 1850 Generalkonsul, was er bis zu seinem Tode blieb.

    Von Leipzig aus drängte er seit 1839 seine Schweizer Freunde zur Gründung von Eisenbahnen. Entsprechend den Gedankengängen seiner Leipziger Freunde, die mit Dufour-Féronce auch die Projektierung des Suezkanals förderten, sah er Suezkanal, europäischen Bahnbau und Ostasienhandel in einer großen Vision des künftigen Welthandels. Dies und sein Amt als Vertreter der Schweizer Interessen führten ihn zu einer kritischen, ja kämpferischen Einstellung gegenüber dem Zollverein.

    Als England 1843 mit dem Ende des Opiumkrieges die Öffnung der Häfen Chinas erzwang, sandte H. zusammen mit G. Harkort eine Erkundungsmission in den fernen Osten, für die er unter den schweizerischen Fabrikanten um Beteiligung warb. Damit gab er den Anstoß zu verschiedenen ähnlichen schweizerischen Unternehmungen. Aus der von H. und Harkort ausgesandten Mission ist das Hamburger von Richard von Carlowitz 1843/45 begründete Chinahandelshaus Carlowitz & Co. entstanden.

    H. war 1847 Mitinitiant der schweizerischen Nordbahn, seit 1851 Berater Alfred Eschers in allen Bahnfragen und 1853 Mitgründer der schweizerischen Nordostbahn. Zur Rettung dieser Bahn aus Finanzierungsschwierigkeiten gründete er 1856 zusammen mit Escher die Schweizer Kreditanstalt, deren Aktienkapital in den Anfängen zur Hälfte in Leipziger Händen lag. 1866 brach das Haus H. & Co. in Leipzig wegen der auf den Sezessionskrieg folgenden Baumwollkrise und des Ausbruchs des preußisch-österreichischen Krieges zusammen. Während eines Besuches in Zürich erschoß sich H.

    Trotz dieses unglücklichen Endes ist H. einer der bedeutendsten Anreger der schweizerischen Wirtschaft um die Mitte des 19. Jahrhunderts Überseehandel, Bahnbau, Bankengründung und die schweizerische Politik gegenüber dem Zollverein sind von H. entscheidend beeinflußt worden.|

  • Awards

    Eidgenöss. Vizekonsul in Bordeaux (1829).

  • Literature

    A. Liebmann, Acht J.zehnte im Dienste d. Wirtsch., ein Lb. d. ADCA, 1938;
    H. Beutler, Hundert J. Carlowitz & Co., iur. Diss. Hamburg 1946 (ungedr.). - Zu V Heinrich: ADB XII;
    L. Weisz, Die Redaktoren d. Neuen Zürcher Ztg. b. z. Gründung d. Bundesstaates 1780-1848, 1961, S. 67-72;
    Kosch, Lit.-Lex.

  • Portraits

    Miniatur, Abb. in: Veröff. a. d. Archive d. Fam. Hirzel v. Zürich 2, Familienbildnisse, 1949, Nr. 58.

  • Author

    Hans Conrad Peyer
  • Citation

    Peyer, Hans Conrad, "Hirzel, Hans Caspar" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 245-246 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137582595.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA