Lebensdaten
1858 bis 1935
Geburtsort
Meimsheim bei Brackenheim (Württemberg)
Sterbeort
Nonnenhorn am Bodensee
Beruf/Funktion
Erfinder ; Konstrukteur ; Unternehmer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137582374 | OGND | VIAF

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Zitierweise

Hirth, Albert, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd137582374.html [28.09.2016].

CC0

Hirth, Albert

Erfinder, Konstrukteur und Unternehmer, * 7.10.1858 Meimsheim bei Brackenheim (Württemberg), 12.10.1935 Nonnenhorn am Bodensee.

  • Genealogie

    V Ludwig (1830–84), Bes. d. Schellenmühle in M., S d. Ludwig Friedrich, Apotheker u. Bes. d. Schellenmühle, aus Müllerfam. in M., u. d. Christiane Kath. Luise Mayer aus Schaffhausen; M Joh. Christina (1830–96), T d. Jakob Friedrich Ramm, Gemeinderat, Kirchenältester u. Bauer, u. d. Christine Kath. Läpple; 1884 Caroline (1861–1932), T d. Schreinermeisters Franz Holz in Stuttgart u. d. Friederike Amalie Marie Ruoff; 3 S, 2 T, u. a. Hellmuth (s. 2), Wolf (s. 3).

  • Leben

    H. erhält in Stuttgart und Zürich eine gründliche praktische Ausbildung als Mechaniker und Maschinenbauer. 1878-80 besucht er die Baugewerkeschule in Stuttgart und erwirbt unmittelbar danach sein erstes Patent für eine Vorrichtung zum Aufspannen des Papiers an Reißbrettern. Auch während seiner folgenden Tätigkeit als Betriebsleiter in verschiedenen Fabrikunternehmen Württembergs entwirft und konstruiert er ständig neue Maschinen, Werkzeuge und technische Vorrichtungen, darunter eine Traubenraspel und einen mechanischen Fadenverknüpfer für Strickmaschinen. Seit 1894 ist er bei der Uhrenfirma Junghans in Schramberg tätig. 1896 entdeckt er die Technik des Spritzgußverfahrens. 1898 eröffnet H. in Stuttgart sein eigenes Konstruktionsbüro, das vor allem für Junghans und die Duttenhofer Pulverfabrik arbeitet, 1903 gründet er in Bad Cannstatt die „Fortuna-Werke Albert Hirth“ und beginnt, selbst Spezialmaschinen herzustellen. Erste Verkaufserfolge sind die „Fortuna-Kaltsäge“ und die „Fortuna-Lederschärfmaschine“. 1907 gründet H. einen|Zweigbetrieb in Leicester (England), 1908 wird die Firma in eine OHG, 1913 in eine GmbH umgewandelt. Im Verlauf des 1. Weltkriegs stellt H. unter anderem Versuche mit einem Hubschrauber an. Nach geglückter Umstellung auf die Friedensproduktion konzentriert er sich vor allem auf die Herstellung von Schleifmaschinen. 1928 wird das Unternehmen Aktiengesellschaft. Als „Fortuna-Werke Spezialmaschinenfabrik AG“ besteht es noch heute und genießt Weltruf.

    H.s Leistung als Erfinder und Konstrukteur besteht vor allem in der mechanischen Vereinfachung oder Ersetzung menschlicher Hantierungen und der Entwicklung vielseitiger Spezialmaschinen und industrieller Vorrichtungen. Hunderte seiner Erfindungen und Konstruktionen beeinflußten die technische Entwicklung auf Gebieten wie der Uhren- und Kugellagerfertigung, der Feinmechanik, dem Textil-, Werkzeug- und Spezialmaschinenbau. Von ihm stammen Maschinenelemente wie die H.sche Kurbelwelle und die H.-Verzahnung. Frühzeitig betrieb er den Bau von Werkzeugen und Maschinen für die automatische Serienfertigung von Qualitätsware. Erfindungen, die seinen Namen weltbekannt machten, sind unter anderem der Parallelo-Zeichentisch, die Minimeter-Meßgeräte, verschiedene Kugellagerausführungen, Flaschen-plombier- und -etikettiermaschinen und der Vierfarbenstift. H. gehörte dem Württembergischen Verein für Luftschiffahrt an und war Mitbegründer des Verbandes württembergischer Industrieller.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (TH Stuttgart).

  • Literatur

    Die Werkzeugmaschine 37, 1933;  50 J. Fortuna-Werke, 1953;  - s. a. L z. Gesamtfam.

  • Autor

    Gert Behrsing
  • Empfohlene Zitierweise

    Behrsing, Gert, "Hirth, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 236 f. [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd137582374.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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