Lebensdaten
1869 bis 1935
Geburtsort
Bremen
Sterbeort
Bremen
Beruf/Funktion
Baumwollkaufmann
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137580738 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hirschfeld, Eduard

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Hirschfeld, Eduard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137580738.html [21.08.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus e. Anfang 19. Jh. v. Zittau nach B. eingewanderter Leinenhändlerfam.;
    V Justus Emil (1832–1912), Brauereidir. in B.-Hemelingen, S d. Dr. med. Eduard in B. u. d. Mathilde Gesine Böse;
    M Sophie Adolphine (1845–1920), T d. Kaufm. Joh. Frdr. Krüger in B. u. d. Christine Antonie Schrage;
    Vt Ferd. Lentz (1868–1957), Baumwollkaufm. (s. L);
    - Galveston/Texas 1898 Emily (1877–1959), T d. Heinrich Wilkens (1841–1915) aus B., Kaufm. in Galveston, u. d. Pauline Dürr;
    3 S, 3 T, u. a. Hans Max (* 1899), Gen.dir. f. Handel u. Industrie im Staatl. Wirtsch.-dep. in Rotterdam, George Emil (* 1901), Großkaufm. in B.

  • Leben

    Nach Besuch des Bremer Gymnasiums und Lehrzeit bei der Baumwollfirma Gebrüder Plate war H. 5 Jahre für die Firma Knoop, Frerichs & Co. in den Baumwollanbaugebieten der USA tätig. 1897 nach Bremen zurückgekehrt, begründete er mit seinem Vetter Ferdinand Lentz das Baumwoll-, Agentur- und Kommissionsgeschäft Lentz & Hirschfeld, das sich in wenigen Jahren zu einem führenden Unternehmen des deutschen Baumwolleinfuhrhandels entwickelte. 1904 wurde H. in den Vorstand der Bremer Baumwollbörse berufen und hatte als Leiter der Tarifkommission hervorragenden Anteil an der Schaffung der Seehafen-Ausnahmetarife der Eisenbahn für Baumwolle. Dadurch konnte die Baumwollindustrie in Deutschland und den angrenzenden europäischen Ländern gleichmäßig an den Vorteilen des Bremer Marktes teilnehmen, der sie durch seine Vorratshaltung in die Lage versetzte, aus einer großen Auswahl von Qualitäten die verschiedenartigen Ansprüche der Fabrikation zu befriedigen. Dieses Lokogeschäft war jedoch auf die Dauer für die bremischen Baumwollhändler nicht mehr tragbar, so daß man gezwungen war, auf die Terminbörsen von New York und Liverpool zurückzugreifen, die damit aber auch erhebliche Beträge an Provisionen kassierten. Eine 1907 unter Leitung von H. gebildete Kommission der Baumwollbörse stellte bald fest, daß mehr als die Hälfte der bremischen Baumwolleinfuhren über die genannten Terminbörsen liefen, somit also die Voraussetzung für die Schaffung einer eigenen Terminbörse gegeben waren. 1911-12 führte H. harte Verhandlungen mit dem Reichsfiskus|über die Aufhebung der Börsensteuer für den Baumwollterminhandel, die im Januar 1913 zum Erfolg führten. Am 6.3.1913 konnte der „Bremer Verein für Terminhandel in Baumwolle“ (ab 1928: Baumwollterminbörse) sich konstituieren; Lentz wurde in den engeren Vorstand gewählt, H. zum Leiter der Kommission für Statistik und Marktberichte berufen. Damit hatte die Bremer Baumwollbörse durch die tatkräftige Initiative der beiden Kompagnons endlich das notwendige Instrument zur Ausschaltung des Preisrisikos bei den großen Marktschwankungen der Baumwollpreise erhalten.

    Nach dem 1. Weltkrieg, der für Bremen den Verlust des russischen Baumwollabsatzmarktes brachte und auch die Lieferungen an die Baumwollverarbeiter in Lodz und Lemberg durch die nationale polnische Handelspolitik (Vorschrift der Verschiffung über Gdingen oder Danzig) gefährdete, waren es wiederum Lentz und H., die die Verladung von jährlich circa 350 000 Ballen für Bremen sicherten. Lentz führte 1928-29 Verhandlungen in Danzig, Lodz und Lemberg, während H. in Bremen und den USA die notwendigen Rohstoffkredite für die polnische Textilindustrie (5 Millionen US-Dollar) vermittelte.

    1934 zog sich H. aus der Firma zurück. 1926-33 war er bayerischer Generalkonsul in Bremen. Seit 1924 Bauherr, seit 1926 Verwaltender Bauherr der Sankt-Petri-Domgemeinde in Bremen, wurde er 1931 mit dem Amt des Schatzmeisters der Bremer Evangelischen Kirche betraut, das er am 1.2.1934 aus Protest gegen die Ernennung des nationalsozialistischen Dompredigers Heinz Weidemann zum „Landesbischof“ und da er es ablehnte, sich den Deutschen Christen anzuschließen, niederlegte.

  • Literatur

    Bremer Nachrr. v. 28.12.1935 (P);
    Brem. Biogr. 1912–62, 1969. - Zu F. Lentz:
    ebd.;
    Bremer Nachrr. v. 1.9.1953 u. 27.8.1957 (P);
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Eugen De Porre
  • Empfohlene Zitierweise

    De Porre, Eugen, "Hirschfeld, Eduard" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 223 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137580738.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA