Lebensdaten
1886 - 1937
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 134067800 | OGND | VIAF: 35663298
Namensvarianten
  • Himmelbaur, Wolfgang

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie
Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Himmelbaur, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd134067800.html [19.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Isidor (1858–1919), Dr. phil., Dir. d. Univ.bibl. Graz, S d. Notars Isidor u. d. Maria Kellner;
    M Marietta (1858–1934), Präsidentin d. Ver. Selbsthilfe, verdient um Frauenbildung u. -bewegung (s. ÖBL), T d. Forstinsp. Johann Brunetti u. d. Felicitas Steiner;
    1919 Dora (* 1892), T d. Philipp v. Paumgartten, Hofrat u. Kreisgerichtspräs., u. d. Stefanie Robert;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    H. studierte 1905-09 an der Universität Wien, vor allem bei R. Wettstein, Botanik (Dr. phil. 1909), war 1909-10 Demonstrator bei E. Tschermak-Seysenegg an der Lehrkanzel für Pflanzenzüchtung der Hochschule für Bodenkultur in Wien und arbeitete im Winter 1910/11 an den Hamburger Botanischen Staatsinstituten. 1911 trat er in die Landwirtschaftlich-chemische Versuchsstation (später Landwirtschaftlich-chemische Bundesversuchsanstalt) in Wien ein, wo er zunächst mit Fragen des Pflanzenschutzes befaßt war, 1919 aber in die Abteilung für Arzneipflanzenkultur und Drogenuntersuchung kam. Als Vorstand dieser Abteilung und zugleich als Leiter der staatlichen Arzneipflanzenanlagen in Korneuburg bei Wien wirkte er bis an sein Lebensende. Dabei entfaltete er neben einer reichen wissenschaftlichen auch eine vielseitige organisatorische und publizistische Tätigkeit, die ihn, unter anderem als maßgebliches Mitglied des Komitees zur staatlichen Förderung von Arzneipflanzen in Österreich, in enge Verbindung mit weiten Kreisen von Arzneipflanzenproduzenten und -verarbeitern brachte. Bis 1937 war er auch der Generalsekretär der 1927 gegründeten Fédération Internationale pour le développement de la produetion, de l'utilisation et du commerce des plantes médicinales, aromatiques et similaires. Mit einer größeren Arbeit über die Berberidaceen und ihre Stellung im System hatte sich H. bereits 1914 für systematische Botanik an der Universität Wien habilitiert, daselbst 1923 einen Lehrauftrag für Arzneipflanzenkultur, 1931 einen weiteren für Pflanzenbestimmen für Pharmazeuten, und zugleich den Titel außerordentlicher Professor erhalten. – H.s wissenschaftliche Veröffentlichungen setzen 1908 mit einer Arbeit über Larix ein, sie gelten zunächst vorwiegend Fragen der systematischen Botanik, dann der Phytopathologie (unter anderem von Minze, Süßholz, Schwertlilie, Kartoffel) und schließlich der Entwicklungsgeschichte, Morphologie und Anatomie verschiedener Arzneipflanzen, wie Pfefferminze, Safran, Fingerhut, Salbei, Rhabarber, sowie mit vorwiegend praktischer Zielsetzung der Kultur der Arzneipflanzen unter besonderen klimatischen und edaphischen Bedingungen. Zusammen mit B. Hollinger gab er eine Drogenweltkarte (1927) heraus und verfaßte einschlägige Abschnitte im „Handbuch der wissenschaftlichen und praktischen Pharmazie“ von H. Thoms (V, 1, 1926) und im „Handbuch der Pharmakognosie“ von A. Tschirch (2 I, 1930).

  • Werke

    u. a. Einige Abschnitte a. d. Lebensgesch. v. Ribes pallidum O. u. D., in: Jb. d. Hamburger wiss. Anstalten 29, 1911/12, Beih. 3;
    Die Fusarium-Blattrollkrankheit d. Kartoffel, in: Österr.-Ungar. Zs. f. Zuckerindustrie u. Landwirtsch. 41, 1912, 42, 1913;
    Botan. u. zoolog. Stichworte im Goethe-Hdb. v. J. Zeitler, 3 Bde., 1916-19;
    Die Vegetationsverhältnisse v. Retz u. Znaim, 1923 (mit E. Stumme);
    Biolog.-chem. Formenkreise in d. Gattung Digitalis (mit E. Zwillinger), in: Biologia generalis 3, 1927;
    Die biochem. Wertigkeit v. Bastardaufspaltungen d. Rheum palmatum (mit A. Walter), ebd. 5, 1929;
    Entwicklungsrichtungen in d. Blütenregion d. Gattung Salvia L. (mit E. Stibal), ebd. 8, 1932, 9/II, 1933, 10, 1934;
    Die Fortpflanzungsverhältnisse d. Pfefferminze u. ihre mutmaßl. Stammeltern (mit E. Hindes), in: Heil- u. Gewürzpflanzen 11, 1928/29.

  • Literatur

    E. Janchen, in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 55, 1937 (W-Verz.);
    Pharmazeut. Post 70, 1937, S. 462 f.;
    R. Wasicky, in: Pharmazeut. Mhh. 18, 1937 (P);
    K. Boshart, in: Heil- u. Gewürzpflanzen 18, 1938/39 (W-Verz.);
    Verhh. d. Zoolog.-Botan. Ges. in Wien 90/91, 1940/41, S. 334-36;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Kurt Ganzinger
  • Empfohlene Zitierweise

    Ganzinger, Kurt, "Himmelbaur, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 171 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd134067800.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA