Lebensdaten
um 1480 bis 1514 oder 1515
Geburtsort
Schwetzingen
Sterbeort
wahrscheinlich Tübingen
Beruf/Funktion
Humanist ; humanistischer Lehrer und Korrektor ; Philologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 129031925 | OGND | VIAF: 72460372
Namensvarianten
  • Hildebrand, Johannes
  • Hiltebrant, Johannes
  • Hildebrand, Johannes
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Zitierweise

Hiltebrant, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd129031925.html [09.08.2020].

CC0

  • Leben

    H. bezeichnet mehrmals Schwetzingen als seine Heimat. 1496 in Heidelberg immatrikuliert, wurde er 1497 baccalaureus artium. Spätestens seit 1503 bis 1511 unterrichtete er als collaborator des Rektors G. Simler an der städtischen Lateinschule in Pforzheim, die durch ihren im Sinne Jakob Wimpfelings reformierten Lateinunterricht und die zunächst privat erteilten Griechischkurse für den südwestdeutschen Humanismus bedeutsam wurde. 1508/09 war Melanchthon dort sein und Simlers Schüler. Seit 1507 arbeitete H. an Stelle Simlers auch in der Druckerei des Thomas Anshelm als wissenschaftlicher Korrektor, deren wichtiger Mitarbeiter er bis zu seinem Tod blieb. 1511 siedelte er mit Anshelm nach Tübingen über, wo er sich am 11.5. immatrikulierte. 1512 wurde er magister artium und wandte sich dem Rechtsstudium zu wie vor ihm, seit 1510, Simler. Schon in Pforzheim war H. über Schule und Druckerei in den Einflußbereich Reuchlins gelangt, der ihn wohl auch zu seinen Hebräischstudien veranlaßte. Die griechischen und hebräischen Sprachkenntnisse der Korrektoren – 1513 kam Melanchthon hinzu – ermöglichten Anshelm den Druck der Werke Reuchlins, wodurch er zu einem der bedeutendsten Drucker-Verleger im Deutschland des 16. Jahrhunderts aufstieg. 1514 redigierte H. die Epistolae clarorum virorum, in deren 2. Auflage, Illustrium virorum Epistolae (1519), zwischen ihm und Reuchlin gewechselte Briefe aufgenommen wurden. Die Begleitschreiben der von ihm besorgten Drucke zeigen ihn als einen am wissenschaftlichen Leben Anteil nehmenden, in Stilfragen kritischen und selbst um guten lateinischen Stil bemühten Humanisten.

  • Literatur

    ADB XII;
    L. Geiger, Joh. Reuchlin, 1871;
    ders., Joh. Reuchlins Briefwechsel, 1875;
    K. Steiff, Der erste Buchdruck in Tübingen, 1888;
    F. Bucherer, Aus Pforzheims Humanistenzeit, in: Bad. Heimat 12, 1925;
    J. Haller, Die Anfänge d. Univ. Tübingen I, 1927, II, 1929;
    H. Alberts, Reuchlins Drucker, Thomas Anshelm, in: Festgabe Johs. Reuchlin, 1955;
    W. Maurer, Der junge Melanchthon I, 1967.

  • Autor/in

    Dieter Mertens
  • Empfohlene Zitierweise

    Mertens, Dieter, "Hiltebrant, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 164 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129031925.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hildebrand: Johannes H., Philolog und Schulmann, geb. zu Schwezingen in Baden, lehrte im Anfange des 16. Jahrhunderts zu Pforzheim mit großem Erfolge. Auch Melanchthon war daselbst sein Schüler und hat ihm die bedeutende Anregung, wie den Privatunterricht, den er von ihm im Griechischen empfing, nie vergessen (Melanchthon, Responsio ad Colonienses, Decl. III. 123). H. wurde später nach Tübingen berufen, wo er als Homo trilinguis, wie schon früher bei Anshelm in Pforzheim, für die gründlichste Correctur der Editionen besorgt war. Basilius u. A. (Fortsetzung von Nauclerus' Chronik) sagt von ihm: in emendandis bonorum auctorum libris apud Thomam Anshelmum Chalcographum diligentia fuit absoluta, usque adeo amans reipublicae literariae curavit optimum quemque librum in manus hominum emitti quam castigatissimum. Er schrieb Prolegomena zu einigen Classikern und Verse, von denen ich allerdings keine gesehen. — Sein anregender Einfluß auf die Jugend wird ebenso gelobt, wie seine Charaktertüchtigkeit und sein scharfes Urtheil, das er auch als Jurist erwies. Die „Epistolae clarorum virorum latinae, graecae et hebraicae variis temporibus missae ad Joannem Reuchlin“ leitete H. mit einer Vorrede ein. H. starb als Tübinger Professor 1513.

  • Autor/in

    Horawitz.
  • Empfohlene Zitierweise

    Horawitz, Adalbert, "Hiltebrant, Johannes" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 405 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd129031925.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA