Lebensdaten
erwähnt 1283, gestorben 1300
Beruf/Funktion
Bürgermeister von Lübeck ; Ratsmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137651384 | OGND | VIAF: 81815719
Namensvarianten
  • Hildemari, Marquard
  • Hildemar, Marquard
  • Hildemari, Marquard
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Orte

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Zitierweise

Hildemar, Marquard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137651384.html [13.08.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Hildemar, Ralmann u. Bgm. (1250–66);
    M Ida;
    B Hildemar ( 1313), Domherr in Lübeck;
    - Windelburg;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    H. gehört zu der besonders durch F. Rörigs Forschungen bekannt gewordenen Gruppe „neureicher“ Familien, die, durch Fernhandel groß geworden, im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts in den Kreis der alten Ratsfamilien aufgenommen wurden, wobei sie deren verschlechterte Vermögenslage durch rücksichtslose Kredit- und Grundstücksoperationen zur eigenen Bereicherung ausnutzten. Er erscheint erstmals 1283 als Ratmann, in den 1290er Jahren als Bürgermeister. Eine führende Rolle als Vertreter der städtischen Interessen spielte er in den gewalttätigen Auseinandersetzungen und Prozessen Lübecks mit dem Bischof Burchard von Serkem. Bezeichnend für seine skrupellose und selbstbewußte Art ist eine durch Zeugenaussagen überlieferte Äußerung: Bei der Plünderung und Zerstörung der Lübecker Domkurien durch die Volksmasse im Juni 1299 habe er den Plünderern auch die Kurie seines Bruders, des Domherrn, zur Zerstörung freigegeben, mit den Worten, er und die Seinen seien reich genug, sie später wieder aufzubauen. – H. kann als besonders charakteristischer Repräsentant jener kaufmännischen homines novi gelten, denen Lübeck seinen raschen wirtschaftlichen und politischen Machtanstieg am Ende des 13. Jahrhunderts verdankt.

  • Literatur

    E. F. Fehling, Lübeck. Ratslinie, 1925;
    J. Reetz, Bistum u. Stadt Lübeck um 1300, 1955;
    F. Rörig, Wirtsch.kräfte im MA, 1959. Eigene Archivstudien.

  • Autor/in

    Ahasver von Brandt
  • Empfohlene Zitierweise

    Brandt, Ahasver von, "Hildemar, Marquard" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 133 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137651384.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA