Lebensdaten
1731 bis 1814
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Weimar
Beruf/Funktion
sachsen-weimarischer Staatsminister
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 118693735 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fritsch, Jakob Friedrich Freiherr von
  • Fritsch, Jacob F. von
  • Fritsch, Jacob Friedrich von
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Zitierweise

Fritsch, Jakob Friedrich Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118693735.html [23.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Thomas s. (4);
    B Carl Abraham Gf. v. F. (Reichsgf. 1790, 1734-1812), sächs. Kanzler;
    Schw Marg. Henriette ( Ferd. Ludw. v. Saul, 1711–66, kursächs. Geh. Legationsrat u. GR);
    Kloster Haeseler 1767 Joh. Sophia (1748–1036), T d. preuß. Geh. Kriegs- u. Domänenrats Joh. Aug. v. Haeseler u. d. Joh. Christiane Cramer;
    3 S, 3 T, u. a. Frdr. Aug. (1768–1845), weimar. WGR, Kammerdir. u. Oberjägermeister, Carl Wilh. (s. 3), Ludwig (1772–1808), preuß. Offz. (s. ADB VIII), Sophia (1770–1837, Chrstn. Adolph v. Hopffgarten), weimar. Oberhofmeisterin.

  • Leben

    F. ist durch seinen Widerstand gegen die Aufnahme Goethes in das weimarer Geheime Consilium und als Urbild des Antonio in Goethes „Tasso“ in die Geschichte eingegangen. Er trat, durch den eisenachischen Statthalter und späteren weimarer Premierminister Heinrich Graf von Bünau vorbereitet, 1754 in die Regierung in Eisenach ein, kam in Bünaus Gefolge 1756 nach Weimar und wurde hier 1762 Mitglied des Geheimen Consiliums, dem er bis 1800, seit 1772 als Wirklicher Geheimer Rat, angehörte. Sein Aufstieg erfolgte während der Regierungszeit der Herzogin Anna Amalia (1759–75). Seit 1767 war er der leitende Beamte des Staates, um dessen innere Weiterbildung er sich durch Neuordnung des Polizeiwesens, Schaffung eines Brandversicherungsinstituts und Unterordnung des Militärs unter die zivile Verwaltung Verdienste erwarb; in der Außenpolitik suchte er im österreichisch-preußischen Konflikt strenge Neutralität zu wahren und durch Zusammenwirken mit anderen kleineren Reichsständen neben den beiden Großmächten eine dritte Kraft zu schaffen. Da er das Vertrauen des 1775 zur Regierung gelangten Herzog Carl August nicht zu besitzen glaubte, nahm er dessen Entschluß, Goethe in das Geheime Consilium zu berufen, zum Anlaß, seinen Rücktritt anzubieten, zog sein Gesuch jedoch, vor allem auf Zureden Anna Amalias, wieder zurück und blieb für mehr als 2 Jahrzehnte weiterhin der erste Beamte des Staates. Erst nach 1790 ging sein Einfluß infolge der zwischen ihm und dem Herzog eintretenden Entfremdung, die sich aus Meinungsverschiedenheiten in innenpolitischen Fragen und dem den Herzog verstimmenden|Schuldenwesen F.s erklärt, mehr und mehr zurück. Da außerdem seine Arbeitskraft durch ein schweres Augenleiden gehemmt wurde, erhielt er 1800 die erbetene Pensionierung. – F. gewann, obwohl er geistige Interessen hatte – er galt als Bibliophile und betätigte sich führend in der Weimarer Freimaurerloge –, keine Fühlung zu dem sich seit 1772 in Weimar entwickelnden geistigen Leben, da es seiner Auffassung von dem Sinn der Geistesbildung, den er in der Erziehung der Menschen zu Gottesfurcht und Sittlichkeit begriff, nicht entsprach. Gegen Wieland und Goethe gab er Gellert den Vorzug.

  • Literatur

    ADB VIII;
    F. Härtung, Das Ghzgt. Sachsen unter d. Regierung Carl Augusts 1775–1828, 1923;
    W. Huschke, Ministerkollegen Goethes, in: Geneal. u. Heraldik, 1949, H. 7-12;
    K.-H. Hahn, J. F. v. F., Min. im klass. Weimar, 1953 (P).

  • Portraits

    Ölgem. v. A. Graff (Weimar, Thür. Landesbibl.), Abb. b. Hahn (s. L) u. Genealog. Hdb. d. Adels VII, 1954.

  • Autor/in

    Wolfgang Huschke
  • Empfohlene Zitierweise

    Huschke, Wolfgang, "Fritsch, Jakob Friedrich Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 494 f.* [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118693735.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA