Lebensdaten
1723 - 1796
Geburtsort
Münnerstadt (Unterfranken)
Sterbeort
Fulda
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118981137 | OGND | VIAF: 20480494
Namensvarianten
  • Herrlein, Johann Andreas
  • Herlein, Johann Andreas
  • Herlein, Johannes Andreas
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Herrlein, Johann Andreas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118981137.html [23.10.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (1702–66), Bäckermeister, dann Maler u. Faßmaler in d. Gegend um M., S d. Bäckermeisters Johannes in Hammelburg u. d. Maria Magd. Müller;
    M Maria Justina (* 1701), T d. Bäckermeisters u. Ratsherrn Joh. Andreas Apel in M. u. d. Maria Marg. Krug;
    B Joh. Peter (s. 2), Andreas (1738–1817), arbeitete zunächst vermutl. in d. Werkstätten s. Brüder Joh. Peter u. Joh. Andreas, insbes. b. d. umfangreichen Arbb. im Residenzschloß Fulda 1757–59, erhielt um 1775 auf Empfehlung d. Fürsten Auersperg d. Zeichenlehrerstelle an d. Normalschule in Laibach/Krain, d. er bis 1804 innehatte, als Direktor d. dortigen Schützenges. porträtierte er deren Mitglieder, s. Hauptwerk besteht aus Gemälden rel. Inhalts (25 im Raum Laibach erhalten) (s. L);
    - Fulda 1747 Maria Therese ( 1762), T d. Hofmalers Emanuel Wohlhaubter (1683–1756) in F. (s. ThB) u. d. Catharina Granister; 6 K, u. a. Joh. Leonhard (1752–1814), Maler in Wien, Joh. Christoph (* 1760), Maler in Schwarzbach/Rhön, später in Wien, Catherina Theresia (⚭ Aloys Heider, Hofkoch in F.);
    E August Heider (1775–1836), Maler in F.

  • Leben

    H. erhielt seine Ausbildung vermutlich nicht nur in der Werkstatt seines Vaters, sondern, wie sein Bruder Johann Peter, auch in Wien, mindestens jedoch in den Landen südlich des Mains. Seine ersten signierten und 1746 datierten Gemälde sind in Eltingshausen bei Bad Kissingen erhalten. Die Bekanntschaft mit dem zur selben Zeit in Hammelburg arbeitenden fuldischen Hofmaler Emanuel Wohlhaubter führte noch im selben Jahr zur Übersiedlung H.s nach Fulda. Schon 1747 heiratete er die Tochter seines neuen Meisters; bei der Heirat wird er als Hofmaler bezeichnet. Nach einer Reihe von Gemeinschaftsarbeiten der beiden Maler begann, vor allem unmittelbar nach dem Tode Wohlhaubters (1756), eine fruchtbare Tätigkeit H.s. Glanzvoller Auftakt war die Ausstattung des Spiegelkabinetts im Residenzschloß mit 45 Ölgemälden und die Lieferung von 18 Supraporten für die Residenz in Fulda (1757). Als Vorbilder dienten Kupferstiche nach Zuccarelli, Marieschi und Marco Ricci. Auch für die zahlreichen Altarbilder, die folgten und die zusammen mit biblischen Szenen, Kreuzwegen und Heiligendarstellungen im Fuldaer Umkreis H.s Werke auf mehrere hundert ansteigen ließen, sind Kupferstichvorbilder aus venezianischen und Augsburger Verlagen nachzuweisen. H.s zahlreiche Landschaftsbilder zeigen oft Motive aus der Rhön; beeinflußt durch die Malerei der Niederlande sind seine Genreszenen, bäuerliche Wirtschaften, auch fuldische Personen mit einbeziehend. Karikaturenähnlich dargestellte Charaktertypen, humorvoll übernommene Motive derberer holländischer Kunst wechseln mit antikischen Szenen und mit Mythologie in Anlehnung an die Metamorphosen Ovids. Bemerkenswert erscheint hier eine heute in Privatbesitz befindliche Reihe der Historie der Dido, die er für Schloß Weisendorf bei Herzogenaurach für den Bruder des Fuldaer Fürstbischofs Bibra geschaffen hatte. Eindrucksvoll ist auch H.s Bildniskunst. Neben den Fuldaer Fürstbischöfen porträtierte er die Pröpste und Kapitulare, die Hofräte mit ihren Damen, die Kinder der Beamten und auch gelegentlich Bürger. Tierbilder und Stilleben runden das Werk des vielseitigen Malers ab. – Seine Hauptwerke befinden sich in Fulda und im Fuldaer Land; zahlreiche Gemälde sind in öffentlichem und in Privatbesitz.

  • Werke

    u. a. in Kassel, Landesmus.; Frankfurt/M., Hist. Mus., Städelsches Kunstinst.; München, Alte Pinakothek; Basel, Kunstmus.; Prag, Nat.gal.; Dessau, Staatl. Gal.; Paterson/N. J., USA, Franziskanerkloster (14 Heiligenbilder aus d. Bes. d. Klosters Frauenberg b. Fulda); Einzelstücke in d. Museen zu Mainz u. Darmstadt u. in Nürnberg, Germ. Nat.mus., London, Victoria u. Albert Mus.

  • Literatur

    O. Barnickel, J. A. H., Versuch e. Biogr. u. e. Darst. s. Werke, 1933 (ungedr., Typoskript Fulda, Landesbibl.);
    A. Schmitt, Das Problem H., in: Buchenblätter, Beil. z. Fuldaer Ztg., 1934, Nr. 12, 1936, Nr. 11 u. 12, 14 u. 15;
    ders., Die H.schen Bilder auf d. Frauenberg, ebd., 1936, Nr. 35 u. 37;
    ders., Eine Bildserie H.s in Amerika, ebd.,1937, Nr. 1;
    ders., H.s Tätigkeit vor 1756, ebd., 1939, Nr. 16;
    ders., Selbständige Frühwerke H.s ebd., 1939, Nr. 17;
    ders., Fuldaer Rokoko, H.s Gem. im Fuldaer Spiegelkab., ebd., 1962, Nr. 22 u. 23;
    ders., Ein H.-Altarbild in Großenlüder, in: Fuldaer Gesch.bll., 1955, S. 104-06;
    ders., Die Supraporten H.s im Fuldaer Schloß, in: Hess. Heimat NF 9, 1959/60;
    ThB (L); s. Q. L z. Gesamtfam. - Zu B Andreas:
    V. Steska, A. H., in: Carniolia, Laibach 1910;
    ThB; s. a. L z. Gesamtfam.

  • Portraits

    Selbstbildnisse, Ölgem. (Fulda, Schloßmus., u. Hist. Mus. d. Stadt Frankfurt/M.).

  • Autor/in

    Ernst Kramer
  • Empfohlene Zitierweise

    Kramer, Ernst, "Herrlein, Johann Andreas" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 685-686 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118981137.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA