Lebensdaten
erwähnt 1145, gestorben 1168
Beruf/Funktion
Verfasser einer Vita Ottos von Bamberg ; Mönch von Michelsberg bei Bamberg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 10094597X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Herbord
  • Herbord, von Michelsberg
  • Herbordus, Bambergensis
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Zitierweise

Herbord, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd10094597X.html [19.11.2018].

CC0

  • Leben

    H. trat 1145, möglicherweise als Mönch eines anderen Klosters, in die Benediktinerabtei Michelsberg ob Bamberg ein, wo er als Scholaster wirkte. Er verfaßte um 1158/59 im wesentlichen auf der stofflichen Grundlage der Otto-Viten des Prüfeninger Mönchs (Wolfger?) und Ebos vom Michelsberg den „Dialogus de Ottone episcopo Bambergensi“, in dem er mit großem formalem Geschick die Geschichte Bischof Ottos I. vonBamberg (1102–39) von Klosterangehörigen erzählen läßt, nicht ohne Kritik am monastischen Leben der Zeit und an der hagiographischen Tendenz seiner Vorgänger zu üben. Das Werk zeugt von umfassender Bildung und selbständigem Urteil, steht jedoch an Zuverlässigkeit den älteren Otto-Biographien oft nach. Größere Verbreitung als der Dialog fand eine kurz nach 1189 von einem anonymen Bearbeiter hergestellte Kurzfassung. Im Michelsberger Konvent stand H. auf Seiten einer Reformpartei, die auf Absetzung des Abtes Helmerich (1147–60) hinarbeitete, und war maßgeblich daran beteiligt, 1160 den Admonter Mönch Irimbert als neuen Abt nach Bamberg zu holen.

  • Werke

    Dialogus de Ottone episcopo Bambergensi, hrsg. v. R. Köpke, in: 20, S. 704-69, gleichzeitig separat: SS rer. Germ. 33;
    hrsg. v. Ph. Jaffé, Monumenta Bambergensia, in: Bibl. rerum Germanicarum V, 1869, S. 705-835.

  • Literatur

    ADB XII;
    Manitius III, S. 596 ff.;
    Wattenbach-Holtzmann I, S. 489 f.;
    D. Andernacht, Die Biographen Bischof Ottos v. Bamberg, Diss. Frankfurt a. M. 1950, S. 44 ff. (ungedr.);
    J. Petersohn, Apostolus Pomeranorum, in: HJb. 86, 1966, S. 274 ff.;
    ders., Überlieferung u. urspr. Gestalt d. Kurzfassung v. H.s Otto-Vita, in: DA 23, 1967, S. 93-115.

  • Autor/in

    Jürgen Petersohn
  • Empfohlene Zitierweise

    Petersohn, Jürgen, "Herbord" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 587 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10094597X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Herbord: 1145—1168 Mönch im Kloster Michelsberg bei Bamberg, wo er der Schule vorstand, ein sehr gelehrter Geistlicher, der sich auch an Cicero's Schriften gebildet hatte und eine Biographie des Bischofs Otto von Bamberg (1103—1139) verfaßte, in sehr künstlicher Form, indem er zwei Zeitgenossen des Bischofs sich über diesen unterhalten ließ. Stilistisch ausgezeichnet, über einfache Berichterstattung sich erhebend, ist H. sachlich nicht so zuverlässig, wie seine Vorgänger und Quellen, eine gleich nach Otto's Tod verfaßte anonyme Denkschrift und die sehr gewissenhaft gearbeitete Biographie von seinem älteren Klosterbruder Ebo, welche H. viel benutzt hat, ohne ihn zu nennen. Lange besaß man nur eine aus beiden Werken zusammengesetzte Compilation, bis Giesebrecht 1865 Herbord's Dialogus in einer Münchener Handschrift entdeckte.

    • Literatur

      Beste Ausgaben von Jaffé, Bibl. Rer. Germ. V. 639—835. Uebersetzung von Hans Prutz, 1869.

  • Autor/in

    W. Wattenbach.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wattenbach, Wilhelm, "Herbord" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 42 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd10094597X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA