Lebensdaten
1528 bis 1589
Geburtsort
Weimar
Sterbeort
Wähnen (Livland)
Beruf/Funktion
Sekretär des Herzogs Gotthard Kettler von Kurland ; Diplomat ; Chronist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 104277440 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Henning, Salomon
  • Henningus, Salomon

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Zitierweise

Henning, Salomon, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104277440.html [13.07.2020].

CC0

  • Leben

    Schulen besuchte H. in Weimar, Naumburg und Zwickau, studierte Theologie „mit wenig Erfolg“ in Wittenberg, Leipzig, Erfurt und Jena. Er führte ein unstetes Vagantenleben mit Gelegenheitsverdiensten als Schreiber und Poet, bis der damalige Schaffer des Deutschen Ordens zu Wenden in Livland, Gotthard Kettler, ihn auf einer Reise zufällig in einem Lübecker Gasthause kennenlernte und ihn im September 1554 als seinen Sekretär anstellte. H. unternahm für ihn zahlreiche Gesandtschaftsreisen ins Reich, nach Polen, Schweden und Rußland. Als Gotthard 1559 Ordensmeister wurde, wurde H. sein Privatsekretär und Geheimdiplomat. Daß die den Ordensstaat auflösenden Pacta Subjectionis vom 28.11.1561 und die Kettler zum weltlichen Herzog eines ständischen Landesstaates „Kurland“ machende Provisio Ducalis für Gotthard einigermaßen günstig ausfielen, hat er H., dem Verfechter einer polnischen Unionspolitik, zu verdanken. So wurde dieser bald zum unentbehrlichen Vertrauten des neuen Herzogs. Er verschmähte aber stets öffentliche Ämter, so das ihm 1562 und wieder 1566 angebotene Amt eines Kanzlers des Herzogtums. Dazu mag ihn die recht feindselige Haltung des Vasallenadels bewogen haben, der bestrebt war, die hohen Staatsämter zu ständischen Landesämtern nach preußischem Muster zu machen. Doch erhielt H. als Belohnung für seine Unionspolitik 1566 vom polnischen König auf dem Lubliner Reichstag das Adelsdiplom. Schon 1561 war er mit Wahnen, später noch mit einigen anderen Gütern belehnt worden. – Nach 1566 wendet er sich von der Außen- zur Innenpolitik. Er baut mit Umsicht und Tatkraft die evangelisch Landeskirche und das Schulwesen des Herzogtums auf. Seil 1567 ist er „Oeberster Kirchenvisitator des Landes“. Nach Gotthards Tod 1587 ist H. der führende Kopf im Regentschaftsrat, erlebt aber nicht mehr die Thronbesteigung der beiden jungen Herzöge Wilhelm und Friedrich.

  • Werke

    einige, meist verlorene Schrr., u. a. Lifflend. Churlend. Chron. (behandeln d. Zeit 1554–89), Rostock 1590, Leipzig 1594, Abdr. in: Scriptores Rerum Livonicarum II, 1853, S. 195 ff.

  • Literatur

    Th. Kallmeyer, in: Scriptores Rerum Livonicarum II, 1853, S. 331 f.;
    C. L. Tetsch, Kurländ. KG III, 1770, S. 237 ff.;
    L. Arbusow, Livlands Geistlichkeit vom Ende d. 12. b. ins 16. Jh., Mitau 1904, S. 82.

  • Autor/in

    Heinz Mattiesen
  • Empfohlene Zitierweise

    Mattiesen, Heinz, "Henning, Salomon" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 547 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104277440.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA