Lebensdaten
1678 bis 1749
Geburtsort
(Neunheilingen Kreis Langensalza?)
Sterbeort
Wiesbaden
Beruf/Funktion
lutherischer Geistlicher ; Pietist
Konfession
lutherisch,pietistisch
Normdaten
GND: 122200020 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hellmund, Egidius Günther
  • E. G. H.
  • Hellmund, Aegidius Guntherus
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Zitierweise

Hellmund, Egidius Günther, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122200020.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gottfried, Schankwirt u. Schmied in N.;
    M N. N.;
    1) 1707 Maria Cath. (1687–1726), T d. Wirts Joh. Caspar Eysenberger in Landau/Elsaß u. d. Maria Cath. Eckel, 2) Maria Magd., T d. Otto Ludw. v. Koppenstein u. d. Maria v. Langeln; kinderlos.

  • Leben

    H. besuchte die Lateinschulen in Ebeleben und in Langensalza, das Gymnasium in Nordhausen und studierte in Jena und Halle, wo die pietistischen Kreise (A. H. Francke) entscheidend für sein ganzes Leben wurden. 1700-07 war er Feldprediger auf den Kriegszügen in Italien, Thüringen, Bayern und am Oberrhein, war dann Pfarrer in Berka/Werra und seit 1708 in Daden bei Altenkirchen im Westerwald, wo gemeinsamer Gottesdienst für die reformiert und lutherisch Gemeinde stattfand. Segensreich wirkte er durch die Gründung einer Lateinschule, aber sein Auftreten gegenüber den Reformierten, seine stark ausgeprägte hierarchische Neigung und seine Eigenwilligkeit wurden beanstandet. Seine Berufung nach Wetzlar 1711 ging vorwiegend von den dortigen Pietisten aus. Die Einrichtung von Betstunden in seinem Pfarrhaus erschien als unerhörte pietistische Neuerung und führte zu heftigen Auseinandersetzungen, schließlich zu einer fast zweijährigen Amtsenthebung 1713. Es folgte ein langjähriger, auch nach der Wiederaufnahme der Amtstätigkeit weitergehender Kampf um Rehabilitierung, der Fürsten, Fakultäten, das Reichskammergericht und den Reichstag beschäftigte, H.s Namen weit bekannt machte und erst durch Eingreifen Kaiser Karls VII. (Schutzbrief) sein Ende fand. – 1721 wurde H. von Fürst Georg August von Nassau-Idstein, einem Freund Franckes, als Inspektor und Oberpfarrer der Stadtkirche, bald auch Hofprediger, nach Wiesbaden berufen. Hier begründete er das auf einen Plan des Fürsten zurückgehende Waisenhaus, er errichtete im Zusammenhang damit ein kleines Lehrerseminar, einen Buchladen, eine Manufaktur und vor den Toren der Stadt eine Walk- und Schleifmühle, förderte den Bau des Armenbadhauses, dessen Leitung in seinen Händen lag, und betreute das Hospital. H.s Hauptbedeutung liegt in seiner unermüdlichen Tätigkeit im Dienst der Nächsten, in seinem organisatorischen Talent, in seiner leidenschaftlichen, oft über das Ziel hinausschießenden Hingabe an seinen Beruf, so einseitig er sich wohl auch in seiner geistlichen Haltung, stark pietistisch gefärbt, als wortgewaltiger Prediger gab und infolge mancher Charakterschwächen in vielfache Händel mit Amtsbrüdern, Obrigkeit und Bevölkerung geriet. Er bemühte sich um ein volkstümlich-pietistisches Lutherbild.

  • Werke

    vollst. Verz. b. Conrady, s. L;
    Das Leben d. Mannes Gottes Martin Luther, 1730;
    Luther purificatus, 1730;
    Decalogus Christianus, od. Summa d. Christl. Lehre, o. J.

  • Literatur

    Heydenreich, Gesch. d. Wiesbadener Waisenhauses, 1799;
    F. W. A. Frhr. v. Ulmenstein, Gesch. u. topograph. Beschreibung d. Stadt Wetzlar, 1802-10;
    M. Göbel, Gesch. d. christl. Lebens in d. rhein.-westfäl. Kirche, 1852;
    A. Ritschl, Gesch. d. Pietismus, 1884;
    K. Menzel, Gesch. v. Nassau, 1889;
    L. Conrady, E. G. H., ein Lb. nach d. Qu. gezeichnet, in: Nassau. Ann. 41, 1910/11, S. 182-324 (W);
    J. J. Moser, Btr. zu e. Lex. d. jetzt lebender Luth. u. ref. Theologen, Züllichau 1740 f.;
    RGG2,3.

  • Autor/in

    Herbert Müller-Werth
  • Empfohlene Zitierweise

    Müller-Werth, Herbert, "Hellmund, Egidius Günther" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 486 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122200020.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA