Lebensdaten
1817 bis 1892
Geburtsort
Neuchâtel
Beruf/Funktion
Nationalökonom ; Professor für Nationalökonomie in Freiburg, Tübingen, Göttingen und München
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116683325 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Helferich, Johann Alphons Renatus von
  • Helferich, Johann
  • Helferich, Johann Alphons Renatus
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Helferich, Johann von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116683325.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus württ. Pfarrer- u. Beamtenfam., zu d. u. a. gehören Joh. Jacob (1692–1752) u. Joh. Friedrich (1719–69), beide Prof. d. Rechte in Tübingen (s. ADB XI; Jöcher);
    V Paul Achatius Chrstn. (1766–1863), Großkaufm. in Frankfurt/M., N. u. Nürnberg, S d. Joh. Jacob, Kaufm. u. Bgm. in Kirchheim/Teck, u. d. Marie Frieder. Klett;
    M Marie Magd. (1783–1852), T d. Kaufm. Christoph Andreae in Frankfurt/M. u. d. Marie Magd. Hoppe;
    B Karl (1816–65), Dir. d. Landwirtsch. Ak. in Weihenstephan;
    - Ansbach 1850 Amalie Henriette ( 1912), T d. Heinr. Karl Ranke (1798–1876), Oberkonsistorialrat in M., u. d. Selma Schubert (T d. Naturforschers Gotthilf Heinr. v. Sch., 1860); Ov d. Ehefrau Leopold v. Ranke ( 1886), Historiker; Schwager Heinr. v. R. (1830–1909), Prof. d. Kinderheilkde. in M. (s. BLÄ);
    1 S, 1 T, Heinrich (1851–1945), Dr. med., Prof. d. Chirurgie in München, Selma ( Gottlob Haußleiter, 1857–1934, Prof. d. Missionswiss., s. NDB VIII);
    N Chrstn. Bäumler (1836–1933), Prof. d. Med. in Freiburg/Brsg. (s. W), Amalie H. ( Albert Hauck, 1918, ev. Theol., s. NDB VIII).

  • Leben

    H. studierte in Erlangen und München Nationalökonomie. 1843 habilitierte er sich in Freiburg im Breisgau auf Grund seiner Schrift „Von den periodischen Schwankungen im Werte der edlen Metalle von der Entdeckung Amerikas bis zum Jahre 1830“ (1843), wurde daselbst 1844 außerordentlicher und 1847 ordentlicher Professor. 1849 ging er nach Tübingen, 1860 nach Göttingen und wurde 1870 in München Nachfolger seines Lehrers Friedrich von Hermann. Ende 1890 trat er in den Ruhestand. H.s Forschertätigkeit war vielseitig und erstreckte sich auf Fragen der|allgemeinen volkswirtschaftlichen Theorie, der Geldlehre, des Finanz- und Steuerwesens und der Land- und Forstwirtschaft, die er überwiegend in zahlreichen Zeitschriftenaufsätzen und in Schönbergs „Handbuch der politischen Ökonomie“ behandelte. Seine Darlegung der forstwirtschaftlichen Probleme fand starke Beachtung. Als richtig erwies sich seine Prognose, daß ein Ausgleich zwischen privat- und volkswirtschaftlichem Interesse sich nur erreichen lasse, wenn die Preise des Holzes zu denen der Ackerbauerzeugnisse und der verschiedenen Holzsortimente sich günstiger gestalteten und nicht zuletzt der Zinsfuß von seiner derzeitigen Höhe herabsinke. Weniger geglückt war sein Beitrag zur Steuerlehre, weil er hinter der Entwicklung in Theorie und Praxis zurückblieb; deshalb wurde er in der 4. Auflage von Schönbergs „Handbuch“ nicht wieder abgedruckt. Eine bedeutende Leistung stellt dagegen seine noch heute zitierte Habilitationsschrift dar. In ihr wendet sich H. mit überzeugenden Argumenten gegen das Verfahren, lediglich aus den Preisen des Getreides und der Arbeit Schlüsse auf die Veränderungen des Geldwertes zu ziehen. In theoretischer und wirtschaftspolitischer Hinsicht hat sich H. weitgehend die Anschauungen seines Lehrers Hermann zu eigen gemacht, ohne sie jedoch fortzubilden. In den späteren Jahren seines Lebens war er besonders von den Gedankengängen Johann Heinrich von Thünens beeindruckt. Eine starke Wirkung übte er, wie unter anderem sein Schüler Georg Fr. Knapp bezeugte, als akademischer Lehrer aus.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Einheit im dt. Münzwesen, in: Zs. f. d. ges. Staatswiss., 1850;
    Joh. Heinr. v. Thünen u. s. Gesetz üb. d. Teilung d. Produktes unter d. Arbeiter u. Kapitalisten, ebd., 1852;
    Der Kolonialzucker u. d. Rübensteuer im Zollverein, ebd., 1852;
    Die österr. Valuta seit d. J. 1848, ebd., 1855 u. 1856;
    Württ. Wein- u. Getreidepreise v. 1456-1628, e. Btr. z. Gesch. d. Geldentwertung nach d. Entdeckung Amerikas, ebd., 1858;
    Die Waldrente, ebd., 1867, 1871 u. 1872;
    Adam Smith u. s. Werk üb. d. Natur u. Ursachen d. Reichtums d. Völker (Rektoratsrede), ebd. 34, 1878;
    Fr. B. W. Hermann als nat.-ökonom. Schriftsteller, ebd.;
    Über d. b. Einrichtung v. Forsten zu wählenden Zinsfuß u. üb. d. Bodenwert als Kostenwert b. d. Holzerzeugung, in: Forstl. Bll., 1872;
    Die Forstwirtsch., in: Schönbergs Hdb. d. pol. Ökonomie I, 1882, 2.-4. Aufl. in II;
    Allg. Steuerlehre, ebd. II, 1882, 21886, 31891 in III. - Hrsg.: W. v. Hermann, Staatswirtsch. Unterss., 21870 (mit G. v. Mayr). -Zu N Ch. Bäumler: Die Med. d. Gegenwart in Selbstdarst. VII, 1928, S. 1-50 (W, P).

  • Literatur

    J. Lehr, in: Hdwb. d. Staatswiss. IV, 1893, S. 465 f.;
    Lippert, ebd., 21900, S. 1193 f.;
    G. F. Knapp, Hermann u. H., in: ders., Einführung in einige Hauptgebiete d. Nat.ökonomie, 1925, S. 312-22;
    W. Braeuer, J. v. H.s prestaties op het gebied der economie in: Tijdschr. voor economie en sociol., Gent 1937, H. 3, S. 321-49 (W, L);
    ders., Hdb. z. Gesch. d. Volkswirtsch.lehre, 1952 (W, L);
    ders., in: Zs. f. d. ges. Staatswiss. 108, 1952, S. 126-46 (W, L).

  • Autor/in

    Gerhard Stavenhagen
  • Empfohlene Zitierweise

    Stavenhagen, Gerhard, "Helferich, Johann von" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 468-469 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116683325.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA