Lebensdaten
1687 bis 1734
Beruf/Funktion
Herzog von Württemberg ; kaiserlicher Generalfeldmarschalleutnant
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 135868793 | OGND | VIAF: 80312285
Namensvarianten
  • Heinrich Friedrich

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Zitierweise

Heinrich Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135868793.html [20.09.2020].

CC0

  • Leben

    Heinrich Friedrich, Herzog von Würtemberg, der dritte Sohn des Herzogs Friedrich Karl von der Winnenthaler Linie dieses Hauses (s. oben Bd. 8, 50 ff.) und jüngerer Bruder des regierenden Herzogs Karl Alexander, geb. am 16. October 1687, gest. am 27. September 1734. In Tübingen und Genf gebildet begab er sich im J. 1703 an den Berliner Hof, wo ihm König Friedrich I. eine Kommende des Johanniterordens verlieh. Noch im gleichen Jahre erhielt er — es war die Zeit des spanischen Erbfolgekriegs — eine Anstellung im niederländischen Heere, in welchem er im I. 1709 zum Generalmajor aufstieg. Einer großen Anzahl von Schlachten und Belagerungen wohnte er während dieser Jahre vorzugsweise in den Niederlanden an, Zeichnete sich besonders bei der Belagerung von Huy im J. 1705 aus und griff in der Schlacht von Ramillies am 23. Mai 1706 mit seinem Regimente viermal die Feinde an, wobei er verwundet wurde. Später trat er in kaiserliche Dienste, in welchen er 1714 Oberstfeldwachtmeister, 1715 Oberst über ein Regiment zu Fuß, 1716 Generalfeldmarschalllieutenant, 1723 General über sämmtliche kaiserliche Cavallerie wurde. Während dieser Zeit nahm er an dem Türkenkriege der Jahre 1716—1718 Antheil und wurde bei dem Sturme auf Peterwardein am 5. August 1716 verwundet. Als aus Anlaß des Todes K. Augusts II. von Polen im J. 1733 zwischen dem Kaiser einerseits und dem mit Spanien und Sardinien verbündeten Frankreich andererseits der Krieg von Neuem ausbrach, wurde er zugleich mit dem Feldmarschall Daun, dem Statthalter im Herzogthum Mailand, jedoch in einem Verhältniß der Unterordnung unter denselben, an die Spitze der österreichischen Streitkräfte in Italien gestellt, allein die Operationen dieser Armee gegen die vereinigten französischen und sardinischen Truppen hatten besonders durch Dauns Schuld schlechten Erfolg. Der letztere wurde abberufen und befehligt, sich zunächst auf seine Güter zu begeben, und auch Herzog Heinrich Friedrich wurde im Anfang des Jahres 1734 zu dem Heere versetzt, welches am|Rheine gegen Frankreich versammelt ward. Er erkrankte jedoch bald und ließ sich nach Winnenthal bringen, wo er verstarb. Ein Mann von sanftem, biegsamem Charakter stand dieser Prinz an militärischer Begabung seinen Brüdern Karl Alexander und Friedrich Ludwig (oben Bd. 8, 52) bedeutend nach.

    • Literatur

      Vgl. Pfaff, Württembergisches Heldenbuch (Eßlingen 1840) S. 91—93 und die dort angeführte ältere Literatur. Arneth, Prinz Eugen von Savoyen 2, 406. 3, 320—323, 386—388.

  • Autor/in

    P. Stälin.
  • Empfohlene Zitierweise

    Stälin, P., "Heinrich Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 628 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135868793.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA