• Genealogie

    Entstammte einer angesehenen Bürgerfamilie;
    V Johann August Julius Albert (1752–1815), Bürgermeister der Neustadt Hannover;
    M Dorothee Elisabeth (1749–1815), T des Oberappellationssekretärs Ohsen in Celle;
    Gvv Rektor in Nordhausen.

  • Leben

    A. war wegen seiner musikalischen Begabung von seinem Vater ursprünglich zum Musiker bestimmt. Seiner Neigung folgend, studierte er indes 1803 die Rechte in Göttingen und widmete sich dann dem Bergfach. 1806 wurde er beim Berg- und Forstamt in Clausthal (Harz) angestellt und stieg in dieser Laufbahn auf, bis er 1836 als Nachfolger des Berghauptmanns von Reden die Oberleitung des gesamten Harzer Bergbaus erhielt. Nach langjährigen, mühevollen Versuchen gelang es ihm, an Stelle der einem hohen Verschleiß unterworfenen Treibseile aus Hanf oder der Gliederketten ein geflochtenes eisernes Drahtseil herauszubringen, das sich zunächst 1834 auf tiefen Schächten der Grube Caroline bei Clausthal bewährte und mit dem dann die übrigen Harzgruben ausgerüstet wurden. Sein Drahtseil fand auch für viele andere Zwecke Verwendung.

  • Literatur

    ADB I;
    Allg. hannov. Biogr. II, 1914;
    W. Bornhardt, W. A. J. A. u. d. Erfindung d. Eisendrahtseile, 1934 (P);
    G. Benoit, Zum Gedenken an W. A. J. A. u. d. Erfindung seines Drahtseils, 1935.

  • Portraits

    Ölgem. (Oberharzer Mus. in Clausthal-Zellerfeld).

  • Autor

    Franz Hendrichs
  • Empfohlene Zitierweise

    Hendrichs, Franz, "Albert, Wilhelm August Julius" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 140 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116263954.html#ndbcontent

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  • Leben

    Albert: Wilhelm August Julius A., geb. 24. Jan. 1787 zu Hannover, wo sein Vater Bürgermeister der Neustadt war, 4. Juli 1846 zu Clausthal am Harz. Mit hervorragenden musikalischen Anlagen begabt, sollte er nach des Vaters Willen Musiker werden, zeigte aber dazu keine Lust, machte dagegen in den Schulstudien so rasche Fortschritte, daß er schon zu Ostern 1803 die Universität Göttingen beziehen konnte, um sich zur juristischen Laufbahn vorzubereiten. Er betrat diese im Nov. 1806 als Auditor bei den Bergämtern zu Clausthal und Zellerfeld, wurde 1809 (unter der damaligen westphälischen Verwaltung) zum Ingenieur en chef und Divisions-Secretär der Harz-Division ernannt, bekam 1814 die Stelle des Zehntners (Vorsitzenden des Bergamts) zu Clausthal, in welcher Eigenschaft er die äußerst mühsame Neuordnung des dortigen Bergrechnungswesens bis 1816 gründlich durchführte, und daneben das Commando des nach Aufhören der westphälischen Herrschaft eingerichteten Landsturms führte. Im J. 1817 wurde er Bergrath und mit der allgemeinen Leitung des Berghaushalts so wie mit dem Vorsitz im Justizbergamte beauftragt; dazu übernahm er 1821 die Administration der Clausthaler Münze. Als im J. 1825 ein berghauptmannschaftliches Collegium angeordnet wurde, erhielt in diesem A. die Stelle des ersten Oberbergraths; 1832—33 vertrat er die Stadt Clausthal als Mitglied der Ständeversammlung in Hannover; 1836 ging, nach dem Tode des Berghauptmanns, die oberste Leitung des hannoverschen Harzes auf A. über,|und diese führte er bis an seinen Tod. Mit ungewöhnlicher Arbeitskraft und Willensstärke, so wie mit reichen Kenntnissen und Erfahrungen ausgerüstet, hat er seinem Verwaltungsbezirke durch viele wirthschaftliche und technische Einrichtungen genützt; zu den letzteren gehört ganz vorzüglich die Anwendung der Grubenseile aus Eisendraht, welche von ihm 1834 als eigene Erfindung zuerst verfertigt wurden und seitdem ein so wichtiger Gegenstand, auch für andere Gebrauchszwecke, geworden sind.

    • Literatur

      Vgl.: "Dem Andenken an weiland Oberbergrath Albert gewidmet." Hannover 1847.

  • Autor

    Karmarsch.
  • Empfohlene Zitierweise

    Karmarsch, Karl, "Albert, Wilhelm August Julius" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 212-213 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116263954.html#adbcontent

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