Lebensdaten
vermutlich 1693 bis 1757
Geburtsort
Linz/Donau
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 123036534 | OGND | VIAF: 40275711
Namensvarianten
  • Heindl, Wolfgang Andreas
  • Heindl, Andreas
  • Heindl, Wolfgang Andreas
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Zitierweise

Heindl, Andreas, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd123036534.html [20.04.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Matthias, Faßbinder in L.;
    M N. N.;
    Wels 1719 Eva (1694–1765), T d. Leinwebers Matthias Stiglmayr u. d. Catharina N. N.;
    8 S, 6 T (5 früh †), u. a. Franz (1722–72), Ignaz (1727–91), beide Maler in W.;
    E Anton (1758–85), Maler in Wien.

  • Leben

    H. war seit 1719 in Wels mit der Verwaltung des Kremsmünsterer Freihauses betraut. In dieser Stellung war er der Nachfolger des Malers Johann Cyprian Wimberger ( 1719), dessen expressive Pinselführung auf die ausdrucksstarken Gesichtstypen H.s unverkennbar eingewirkt hat. 1735 löste er das klösterliche Dienstverhältnis, kaufte ein Haus und machte sich als bürgerlicher Maler und Gastwirt in Wels selbständig. – Nie ist H. von der Aura jenes Virtuosentums umstrahlt worden, das in den Augen der Zeitgenossen stets mit der Schulung bei einem Italiener und mit der Anerkennung durch höfische Auftraggeber verbunden war. Aber schon die Ausmalung der Augustinerchorherrenkirche Sankt Nikola in Passau (1717–18) zeigt den erst 24jährigen in eigenwilliger Auseinandersetzung mit Pozzos Perspektivillusionismus. Seit 1719 ließen Prälaten und Pfarrherren in der Westhälfte des damaligen Passauer Diözesangebietes (Oberösterreich und der östliche Teil Niederbayerns) ihre Kirchen und Stiftsgebäude von H. mit Fresken dekorieren oder bestellten Altargemälde und Kreuzwegbilder in seiner Werkstatt; verschwindend gering ist dagegen die Zahl der bekanntgewordenen Werke profaner Thematik. In der Ausmalung der Kalvarienbergkirche bei Lambach (1724) manifestiert sich bereits der von energischen Massenbildungen und flackernden Umrissen gekennzeichnete Figurenstil des Meisters. Seine explosive Formkraft findet nur im behutsam abgetönten Kolorit einen bändigenden Ausgleich. Die Farbskala führt vom warmen Rotbraun zu Goldocker und Gelb, mit sparsam verteilten Blauakzenten und lasurhaft zarten Partien in hellem Rosa und Grauviolett. Während H. diese delikate Palette beibehielt, steigerten sich seine Kompositionen in den dreißiger Jahren zu leidenschaftlicher Bewegtheit. Dabei werden nun auch die gemalten Architekturteile aus ihrer Rahmenfunktion gelöst und hineingezogen in einen alles erfassenden Strudel, der mitunter schon an die Grenzen der Formauflösung heranführt. Unmittelbar neben solchen bizarren Gebilden stehen wiederum Naturschilderungen von stimmungsvoller Intimität (Schutzengelkapelle in Spital am Pyhrn/Oberösterreich, 1734). Diese erstaunliche Spannweite kann mit dem Hinweis auf H.s beglaubigte Tätigkeit als Bühnenmaler (Kremsmünster 1732) nur unterstrichen, nicht aber erklärt werden. Wichtiger ist die Erkenntnis, daß hier jene Entwicklungskomponente faßbar wird, die man als die „provinzielle Wurzel“ der österreichischen Großmalerei nach der Jahrhundertmitte (F. A. Maulbertsch), das heißt nach der Abkehr vom akademischen Idealismus Granscher Prägung, bezeichnen darf.

  • Werke

    Weitere W u. a. Fresken: Stiftskirche Niederaltaich, seit 1719 (sign.);
    Stiftskirche Metten, 1722-24;
    Prälatensakristei im Stift Kremsmünster, 1725;
    ehem. Propsteikirche Rinchnach, 1728 (sign.);
    Kalvarienbergkirche Kremsmünster, 1737-38 (sign.);
    Rathaussaal Wels, 1739 (1894 zerstört);
    Refektorium im Stift Lambach, 1740;
    Pfarrkirche Viechtwang, 1742;
    Wallfahrtskirche Pfarrkirchen b. Bad Hall, 1748;
    Pfarrkirche Hofkirchen a. d. Tr., 1754 (sign. u. dat.). - Ölgem.: Altarbilder in Grieskirchen (sign. u. dat. 1737), Niederaltaich, Niederneukirchen (sign.;
    aus d. Elisabethinenkirche Linz), Pfarrkirchen b. Bad Hall, Weitersfelden, Kalvarienbergkirche u. Städt. Mus. Wels;
    Kreuzwegbilder: Klaus, Pichl, Pucking, St. Pankraz, Stadtpfarrkirche u. Städt. Mus. Wels, Wimsbach (sign. u. dat. 1735);
    sonstige religiöse Bilder: Eferding (Slg. W. Brauner-Runge), Stiftsgal. Kremsmünster, Lambach u. Wilhering, Landesmus. Linz u. Städt. Mus. Regensburg (sign.). - Zeichnungen: Wels, Städt. Mus.;
    Wien, Albertina.

  • Literatur

    M. Riesenhuber, Die kirchl. Barockkunst in Österreich, 1924, S. 533 ff.;
    N. Michailow, Österr. Malerei d. 18. Jh., 1935, S. 30 ff.;
    E. Guldan, W. A. H., Btrr. z. Kenntnis s. Lebens u. s. Werke, in: Jb. d. Musealver. Wels 4, 1957, S. 95 ff.;
    K. Holter, Das Welser Kunsthandwerk im Za. d. Barocks, ebd. 8, 1961/62, S. 122 ff.;
    ders., Btrr. zur Welser Barockkunst, ebd. 12, 1965/66, S. 67 ff.;
    ders., Zur Herkunft W. A. H.s, ebd. 13, 1966/67, S. 32 ff.;
    G. Trathnigg, Die Nachkommen W. A. H.s, ebd., S. 53 ff.;
    E. Guldan, W. A. H., mit Oeuvrekat. (in Vorbereitung);
    ThB.

  • Autor/in

    Ernst Guldan
  • Empfohlene Zitierweise

    Guldan, Ernst, "Heindl, Andreas" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 280 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123036534.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA