Dates of Life
1532 – 1589
Place of birth
Löwenberg (Schlesien)
Place of death
Breslau
Occupation
evangelischer Theologe
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 100166989 | OGND | VIAF: 20020856
Alternate Names
  • Hedericus, Esaias
  • Heidenreich, Esaias
  • Hedericus, Esaias
  • more

Archival Sources

Relations

Outbound Links from this Person

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Heidenreich, Esaias, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100166989.html [05.07.2022].

CC0

  • Biographical Presentation

    Heidenreich: Esaias H. (Hedericus), evangelischer Theologe, geb. am 10. April 1532 zu Löwenberg in Schlesien, zu Breslau am 26. April 1589. Sein Vater Lorenz H. war 1519 durch die Disputation Luther's zu Leipzig, welcher er schon als geweihter Priester beiwohnte, für die Reformation gewonnen worden und hatte dann für deren Einführung seit 1521 als Pfarrer in Zittau erfolgreich gewirkt. Als er sich aber 1530 verheirathete, mußte er von dort weichen und begab sich in seine Vaterstadt Löwenberg. Erst 1545 ward er als Oberpfarrer nach Zittau zurückberufen und starb daselbst hochbetagt 1557. — Sein ältester Sohn, der obengenannte Esaias H., auf den Schulen zu Löwenberg und Zittau vorgebildet, begann 1548 seine theologischen Studien an der Universität Frankfurt a. O. und hielt dann mehrere Jahre an derselben als Magister Vorlesungen, bis ihm 1556 die Stelle als Primarius in Schweidnitz übertragen ward. 1568 nach Breslau vocirt als Pfarrer zu St. Elisabeth und Professor der Theologie an dem gleichnamigen Gymnasium, stand er diesen Aemtern 21 Jahre mit besonderem Ruhme vor. Eine große Anzahl seiner Predigten, zum Theil zu gleichartigen Gruppen vereinigt (z. B. 46 über das|fünfte Buch Mosis 1568. 56 Heldenpredigten Josuä 1586, u. a.), sind von ihm dem Druck übergeben worden; zwei seiner Kirchenlieder s. bei Wackernagel, KL. V. S. 341 f.

    Johannes H., Bruder des Vorigen, ebenfalls Theologe und zu Löwenberg geboren am 20. April 1542, besuchte die Schulen in Zittau, Goldberg, Liegnitz, Schweidnitz, sowie die Universität Frankfurt a. O. Nachdem er kurze Zeit in Grünberg und Brieg das Rectorat der Schule geführt hatte, kehrte er 1571 nach Frankfurt zurück, wo er 1573 zum Doctor der Theologie promovirt und bald darauf zum Professor ernannt wurde. 1581 folgte er einem Ruf als Primarius nach Iglau in Mähren, und von dort 1586 als Superintendent, an Stelle des verstorbenen Martin Chemnitz, nach Braunschweig. Doch da er wegen seiner abweichenden Ansichten über die Lehre von der Ubiquität Christi die Concordienformel nur unter Vorbehalt unterschreiben wollte, ward bald seine Stellung in Braunschweig unhaltbar und nach längeren Streitigkeiten, besonders mit dem als Coadjutor dorthin aus Wittenberg berufenen Polycarp Leyser, erhielt er vom Rath der Stadt 1588 seine Demission. Auch die ihm alsdann übertragene Professur zu Helmstädt gab er 1599 wieder auf und verlebte einige Zeit in Mähren. Endlich übernahm er von Neuem eine Professur der Theologie in Frankfurt. Hier entsprach Heidenreich's weniger schroff lutherische Richtung dem Bestreben des Kurfürsten Johann Siegismund, nach seinem eigenen Uebertritt zur reformirten Confession (am 25. December 1613), dieser vornämlich an seiner Landesuniversität Duldung und Anerkennung zu verschaffen. Wie die übrigen Professoren unterzeichnete auch H. den vom Kurfürsten in dieser Absicht geforderten Revers. An dem bald darauf von gegnerischer Seite hervorgerufenen und vorzugsweise gegen den Professor und General-Superintendenten Christof Pelargus gerichteten Streit betheiligte sich H., des Letzteren Mutterbruder, wegen seines Alters nicht mehr. Er starb am 31. März 1617. — Außer einer Sammlung lateinischer Gedichte ("Sacrorum poematum libri V“, Gorlicii 1577). einer „Examinatio capitum doctrinae fratrum Waldensium in Bonemia et Moravia“, Francof. 1580, sind von ihm noch eine Anzahl Dissertationen u. dgl. im Druck erschienen.

    • Literature

      Kundmann, Silesii in nummis1738, S. 289 ff., wo auch eine auf Esaias H. geprägte Münze abgebildet ist. — Becmani notitia univers., Francof. 1706, p. 57, 120—122.
      Rehtmeier, Braunschweigische Kirchen-Historie, Th. IV (1715, 9—45, V, 8—39, Supplem. 229. — Rotermund in Ersch und Gruber, Encyclop. Abth. II, Bd. 4, S. 116.

  • Author

    Schwarze.
  • Citation

    Schwarze, "Heidenreich, Esaias" in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 302-303 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100166989.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA