Lebensdaten
1871 bis 1928
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 128583193 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hayek, August Gustav Joseph Edler von
  • Hayek, August Edler von
  • Hayek, August Gustav Joseph Edler von
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Zitierweise

Hayek, August Edler von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128583193.html [22.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Gustav (1836–1911), Prof. d. Naturgesch. an e. Realobergymnasium in W., Ornithologe, Vf. v. naturwiss. Handbüchern u. Mittelschullehrbüchern (s. L), S d. Heinrich (1799–1878), aus mähr. Fam. (Adel 1789), u. d. Franziska Zwierzina;
    M Sidonie (1845–1927), T d. k. k. Rechnungsrats August Mayerhofer v. Eisfelden in W. u. d. Sidonie Edle v. Bergenstamm;
    Vt Hermann (1880–1939), Prof. d. Med. in Innsbruck (Serum- u. Chemotherapie d. Tuberkulose) (s. ÖBL; Fischer), Hans (1869–1940), Maler (s. Vollmer);
    - Wien 1898 Felicitas (1875-n. 1930), T d. Franz Rr. v. Juraschek (1849–1910), Prof. f. Statistik u. Staatsrecht in Wien, Präs. d. Statist. Zentralkomm. (s. ÖBL), u. d. Johanna Stallner;
    3 S.

  • Leben

    Nach Abschluß des Medizinstudiums in Wien (doctor medicinae 1895) wirkte H. in seiner Vaterstadt zunächst als Privatarzt, seit 1898 als städtischer Arzt. 1926 trat er als Obermedizinal- und Physikats-Rat in den Ruhestand. Vom Elternhaus her für Naturwissenschaften interessiert, studierte er nebenher Botanik, promovierte 1905 zum Dr. phil. und habilitierte sich 1906 an der Universität für Pflanzengeographie. Die venia legendi wurde 1912 auf die gesamte systematische Botanik ausgedehnt. (1916 Professor-Titel, 1926 außerordentlicher Professor.) Daneben lehrte er auch seit 1922 als Privatdozent an der Hochschule für Bodenkultur.

    Trotz starker beruflicher Inanspruchnahme entfaltete H. eine reiche publizistische Tätigkeit, für die er Beobachtungen und Sammlungen, die er auf Reisen durch große Teile Europas gemacht und zusammengetragen hatte, verwerten konnte. In den pflanzengeographischen Arbeiten über Österreich-Ungarn ist die Trennung von Steppen- und Waldgebiet besonders herausgearbeitet. Eingehend befaßte er sich auch mit der historischen Entwicklung der Flora des Ost- und Südostrandes der Alpen. Auf systematischem Gebiet sind die Arbeiten über die Centaurea-Arten Österreich-Ungarns und die Sectio Porphyrion der Saxifragen besonders hervorzuheben, vor allem aber sein Entwurf eines Cruciferen-Systems auf phylogenetischer Grundlage, der vielfach akzeptiert wurde, während sein gleicher Versuch für die Gramineen, basierend allein auf der Beschaffenheit der Stärkekörner im Endosperm, weniger gute Aufnahme fand. Die nachhaltigsten Verdienste erwarb sich H. durch die Zusammenstellung von Regionalfloren. Während seine Flora des Balkans unvollendet blieb, gab er mit der Flora von Steiermark, nach seinem Tode nach dem Manuskript zu Ende geführt, diesem Gebiet die seit langem ersehnte floristische Darstellung nach modernen Grundsätzen. – H. erfüllte wichtige Funktionen im Vereinsleben, unter anderem im Verein deutscher Ärzte (Vizepräsident) und in der zoologisch-botanischen Gesellschaft (Obmann der Kommission für Naturschutz und pflanzengeographische Kartenaufnahmen, Vizepräsident 1922–28). Die in H.s Haus veranstalteten Zusammenkünfte von Wiener Floristen waren ein wesentlicher Beitrag zum wissenschaftlichen Leben Wiens.

  • Werke

    Die Sannthaler Alpen, 1907, = Vorarbb. z. e. pflanzengeogr. Karte Österreichs 4;
    Flora v. Steiermark, I u. II, 1, 1908-14, II, 2, 1956;
    Entwurf e. Cruciferen-Systems auf phylogenet. Grundlage, in: Beih. z. Botan. Zbl. 27, Abt. 1, 1911, S. 127-335;
    Die Pflanzendecke Österreich-Ungarns I, 1914-16 (mehr nicht ersch.);
    Pflanzengeogr. v. Steiermark, 1923, = Mitt. d. naturwiss. Ver. f. Steiermark, Sonderbd. 59 B;
    Prodromus florae peninsulae balcanicae, 1924-28, = Feddes Rep. specierum novarum regni vegetabilis, Beih. 30, 1-3;
    Allg. Pflanzengeogr., 1926.

  • Literatur

    F. Vierhapper, in:Verhh. d. zoolog.-botan. Ges. in Wien 78, 1928, S. 136-51 (W, P);
    Die feierl. Inauguration d. Rektors d. Wiener Univ. f. d. Studienj. 1928/29, 1928, S. 28 f.;
    K. Fritsch, in: Mitt. d. naturwiss. Ver. f. Steiermark 64/65, 1929, S. XIII-XXII (wichtigste W). - Zu V Gustav: L. Gebhardt, Die Ornithologen Mitteleuropas, 1964;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Helmut Dolezal
  • Empfohlene Zitierweise

    Dolezal, Helmut, "Hayek, August Edler von" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 151 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128583193.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA