Lebensdaten
1874 bis 1954
Geburtsort
Görlitz
Sterbeort
Bautzen
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 137557922 | OGND | VIAF: 81733634
Namensvarianten
  • Haupt, Adolph Hugo
  • Haupt, Hugo
  • Haupt, Adolph Hugo

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Haupt, Hugo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137557922.html [20.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Traugott Adolph (1841–1922), Lokomotivführer, S d. Tuchfabr. Daniel Traugott in G. u. d. Christiane Beate Sachse;
    M Pauline, T d. Adolf G. Heinze (1798–1879), Buchdruckereibes. u. Stadtrat in G., u. d. Pauline Amalie Segnitz;
    1906 Else, T d. Großindustriellen Geo Kahle in St. Louis/USA u. d. Adele Stockstrom;
    1 S, 4 T.

  • Leben

    Nach Gymnasialausbildung in Görlitz und Apothekerlehre in Sprottau, Stettin, Berlin und Dresden studierte H. seit 1898 in Leipzig Pharmazie, legte dort sein Staatsexamen ab und ging auf 1 Jahr an die Biologische Station Rovigno. Nach weiteren Studien in physiologischer Botanik unter W. Pfeffer und Chemie unter J. Wislicenus promovierte er 1901 bei Pfeffer in Leipzig, wurde Assistent an der Landesstelle für öffentliche Gesundheitspflege in Dresden und studierte gleichzeitig an der dortigen Technischen Hochschule Lebensmittelchemie (Staatsprüfung 1903). Er arbeitete dann als Assistent im|Dresdener städtischen Untersuchungsamt, später im städtischen Untersuchungsamt Leipzig und errichtete 1905 ein eigenes Laboratorium für Nahrungsmittel- und Wasseruntersuchungen in Bautzen. Nach kurzer Zeit war sein Name auf den Gebieten Wasserchemie und Wasserbiologie so bekannt, daß er als Chemischer Beirat und Mitglied von Arbeitsausschüssen in Wasserfragen von zahlreichen Behörden und Firmen mit Begutachtungen betraut wurde, die ihn häufig ins Ausland, unter anderem nach Finnland, Ungarn, Polen und Holland, führten (1917 Professortitel). Mehrfache Studienreisen unternahm er nach den USA. – H. hat maßgebend zur Entwicklung der Wasserchemie als selbständiges Fachgebiet beigetragen. Für den heutigen Stand der Wasseranalytik, der Wasseraufbereitung und des Wissens um die vielfältigen Korrosionsprobleme im Wasserfach waren seine Arbeiten richtungweisend. Er war 1926 der eigentliche Gründer der Fachgruppe Wasserchemie im Verein Deutscher Chemiker und ihr 1. Vorsitzender (später Ehrenmitglied), außerdem 2. Vorsitzender des Verbandes selbständiger öffentlicher Chemiker Deutschlands. Um die Stadt Bautzen erwarb er sich als Stadtverordneter und Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Kunstvereins Verdienste. 1945 wurde sein Haus mit kostbaren Sammlungen von der Besatzungsmacht beschlagnahmt, sein Laboratorium einige Jahre später in den staatlichen Gesundheitsdienst als chemische und lebensmittelchemische Abteilung des Bezirks-Hygiene-Instituts Bautzen überführt. Diese Abteilung hat er bis 1952 geleitet.|

  • Auszeichnungen

    Joseph-König-Gedenkmünze d. Ges. Dt. Chemiker (1940).

  • Werke

    u. a. Beseitigung d. Industrieabwässer u. d. Unters, d. Kläranlagenabflüsse, in: Zs. f. Lebensmittelunters. 26, 1913, S. 618-37;
    Verbesserung d. Wassers, in: Trink- u. Nutzwasser i. d. dt. Wirtsch., hrsg. v. W. Vollbrecht u. R. Sternberg-Rasch, 1930, S. 91-97;
    Krit. Bemerkungen z. Phosphorsäurebestand in Kesselwässern, 1932 (mit W. C. Schroeder);
    Trinkwassergewinnung durch Infiltration u. Aufbereitung v. Oberflächenwasser, in: Gas- u. Wasserfach 76, 1933, S. 279-83;
    Aktive Kohle i. d. Wasserreinigung, in: Zs. f. Gesundheitstechnik 25, 1933, S. 98-112;
    Kesselspeisewasser u. s. Aufbereitung, in: Chemiker-Ztg. 58, 1934, S. 417-20;
    Die Bleivergiftungsgefahr durch Leitungswasser, 1938 (mit H. Fuckß u. H. Bruns);
    Fortschritte i. d. Rückgewinnung nutzbarer Stoffe aus Papierfabrikabwässern, in: Vom Wasser 12, 1938, S. 276-89;
    Einfluß außergewöhnl. Witterungsumstände auf d. Wasserversorgung, in: Gesundheitsing. 63, 1940, S. 250;
    Rohrschutz durch Trinkwasserentsäuerung, ebd. 64, 1941, S. 333-37.

  • Literatur

    W. Olszewski, in: Vom Wasser 16, 1943/44, S. 5 f. (W, P);
    A. Splittgerber, ebd. 21, 1954, S. 9-11 (P);
    W. Steffens, in: Wasserwirtsch., Wassertechnik 4, 1954, S. 221;
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Wilhelm Husmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Husmann, Wilhelm, "Haupt, Hugo" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 99 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137557922.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA