Lebensdaten
erwähnt 1185, gestorben 1207
Beruf/Funktion
Erzbischof von Bremen ; Notar Heinrichs des Löwen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137525567 | OGND | VIAF: 81705079
Namensvarianten
  • Hartwig II. von Bremen
  • Hartwig II. von Utlede
  • Hartwig II.
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Zitierweise

Hartwig II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137525567.html [19.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    Die Vorfahren waren Stiftsministeriale in Uthlede, am rechten Ufer d. Unterweser.

  • Leben

    H. war Notar Heinrichs des Löwen und Kanoniker des Bremer Domkapitels, bevor er 1185 zum Erzbischof gewählt wurde. Seine Wahl galt als Sieg der welfischen Partei. In der Folgezeit versuchte er jedoch in steigendem Maße, selbständige Politik zu treiben. Dabei geriet er, oft ungeschickt vorgehend, nicht nur in Konflikte mit den Staufern und Welfen, sondern auch mit den Partikulargewalten des eigenen Stiftes, die diese Streitigkeiten zur eigenen Stärkung auszunutzen wußten. 1190 wurde er von seinen Untertanen nach England vertrieben, 1192 zugunsten des Dänenprinzen Waldemar für abgesetzt erklärt. Erst das Eingreifen des Kaisers ordnete die verworrenen Zustände; H. wurde wieder in seine Stellung eingesetzt, allerdings unter Verlust wichtiger Rechte an Bürgerschaft und Geistlichkeit. In den Thronstreitigkeiten seit 1198 hielt er anfangs zu den Staufern, wohl weil die Welfen das für die Bremer Kirche so gefährliche Vordringen der Dänen nach Süden unterstützten. Als es den Welfen 1202 gelang, H. gefangenzunehmen, war er seiner letzten politischen Bewegungsmöglichkeit beraubt.

  • Literatur

    (auch zu Hartwig I.) ADB X;
    O. H. May, Regesten der Erzbischöfe von Bremen I, 1937;
    G. Dehio, Gesch. d. Erzbistums Hamburg-Bremen II, 1877, S. 104-20;
    G. Glaeske, Die Erzbischöfe v. Hamburg-Bremen als Reichsfürsten, 1962.

  • Autor/in

    Günter Glaeske
  • Empfohlene Zitierweise

    Glaeske, Günter, "Hartwig II." in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 11 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137525567.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hartwich II., Erzbischof von Bremen, 25. Januar 1185 bis 3. November 1207, steht als persönlicher, wie als politischer Charakter tief unter dem ersten Hartwich. Doch ist er, durch die Stellung die er einnahm, auf den Kampf Heinrichs des Löwen und seiner Söhne gegen die Staufer nicht ohne Einfluß gewesen. Dem Geschlechte der Stiftsministerialen von Utlede angehörig war er als Notar Herzog Heinrichs ins Bremische Domcapitel gekommen. Seine Wahl galt als ein Sieg der welfischen Partei. In Folge der mißglückten Schilderhebung Heinrichs des Löwen im J. 1189 wurde der Erzbischof von seinen Unterthanen vertrieben. Als Flüchtling, zuerst in England, dann am|welfischen Hofe zu Lüneburg, führte H. den Verwüstungskrieg gegen sein eigenes Stift. Ihm wurde Waldemar von Schleswig zum Gegenbischof gesetzt. Nach dessen Fall von der Geistlichkeit wieder anerkannt (1194) blieb H. mit seiner Ritterschaft, den Bürgern von Bremen, dem Grafen Adolf von Holstein in bitterer Fehde, bis der Kaiser einen, im wesentlichen den letzteren günstigen, Frieden herbeiführte. Wahrscheinlich damals (1195) hat Bremen sein Stadtrecht empfangen. Auf Geheiß Kaiser Heinrichs VI. betheiligte er sich sodann am Kreuzzug des J. 1197. — Mit dem neuen Jahrhundert begann das auch für das Bremer Erzstift höchst gefährliche Vordringen der Dänen, Hand in Hand mit den Aspirationen der Welfen. Der Erzbischof, nun in einen Gegner der letzteren verwandelt, erscheint blos noch als ohnmächtiger Spielball der großen Parteimächte. Als wichtigster Moment in diesen Wirren sei nur genannt, daß die von Hartwich's Vorgänger Erzbischof Sifrid der Kirche gesicherte Grafschaft Stade wieder an Heinrichs des Löwen Söhne verloren ging.

    • Literatur

      Graf v. d. Decken, Hartwich v. d. Lith, im Vaterl. Archiv f. Niedersachsen, 1840. Dehio, Geschichte des Erzbisthums Hamburg-Bremen, II. S. 104—120.

  • Autor/in

    Dehio.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dehio, "Hartwig II." in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 718-719 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137525567.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA