• Leben

    Hammermeister: Heinrich H., einer der besten deutschen Baritonisten, geb. 1799 zu Stettin, starb 1860 in New-York. Nach der Theilnahme an dem Feldzug von 1815 als Beamter angestellt, war H. zum Theater gegangen und hatte als Jacob in „Jacob und seine Söhne“ am 31. October 1823 in Rostock debutirt. Schon im nächsten Jahr kam er an's Braunschweiger Hoftheater, von hier nach fünf Jahren an das damals begründete Hoftheater zu Leipzig, dem er bis 1832 angehörte. 1832—34 Mitglied des Hoftheaters in Berlin, wo er zum ersten Mal im März und zwar ebenso wie in Leipzig als Templer in|"Templer und Jüdin“ auftrat, eine Rolle, die Marschner für den Künstler geschrieben hat, trat er eine Kunstreise an, die ihn nach Mainz, Braunschweig, dann zurück nach Berlin und von hier wieder nach Wien, Graz, München, Nürnberg, Köln, Karlsruhe, Hamburg, ja bis nach Paris und London führte, wo er überall die glänzendste Aufnahme fand. 1836 nahm H. Engagement am Hamburger Stadttheater, an dem er bis 1840 thätig war. Dann aber verscholl er, wanderte nach Amerika aus, sank zuletzt bis zum Bänkelsänger herab, bis ihn der Tod von seinem Elend erlöste. Meisterhaft als dramatischer Sänger, hatte er eine Stimme von seltener Kraft und seltenem Umfang. Sein Templer gilt als einzig.

  • Autor/in

    Joseph Kürschner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Kürschner, Joseph, "Hammermeister, Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 487-488 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116442387.html#adbcontent

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