Lebensdaten
1868 bis 1945
Geburtsort
Gern (Niederbayern)
Sterbeort
Gern (Niederbayern)
Beruf/Funktion
Kolonialbeamter
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 120062550 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hahl, Albert

Objekt/Werk(nachweise)

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Orte

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Zitierweise

Hahl, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120062550.html [23.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Jakob (* 1833), Brauereibes., S d. Bauern Joh. Michael u. d. Anna Barbara Müller;
    M Bertha (* 1836), T d. Buchbindermeisters Frdr. Wilh. Hübschmann u. d. Christiane Frieder. Schaal;
    Genua 1903 Luise (1875–1935), T d. bayer. Oberleutnants Carl Frhr. v. Seckendorff-Aberdar u. d. Caroline Freiin v. La Motte;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    Nach juristischem und volkswirtschaftlichem Studium, das er mit der Promotion in Würzburg abschloß, trat H. in den Reichskolonialdienst ein, wurde zunächst Richter in Herbertshöhe (Neuguinea), 1899 Vizegouverneur und bald darauf Gouverneur der Karolinen, Marianen und Palau-Inseln. 1902 kehrte er als Gouverneur nach Deutsch-Neuguinea zurück. Zu seinem Verwaltungsbereich gehörte der gesamte deutsche Kolonialbesitz in der Südsee mit Ausnahme der Samoa-Inseln. Nach 12jähriger Amtszeit wurde er im Mai 1914 abgelöst. Auch nach dem 1. Weltkrieg setzte sich H. bis an sein Lebensende für den Kolonialgedanken, besonders für dessen wirtschaftliche und wissenschaftliche Seite, ein. 1919 wurde er Leiter der Neuguinea-Kompanie, die sich nach der Enteignung ihres Südseebesitzes in Venezuela und Kamerun ein neues Betätigungsfeld suchte. In erster Linie Verwaltungsbeamter, förderte H. in Neuguinea die wirtschaftliche Entwicklung, vor allem den Plantagenbau, erheblich, so daß sich der Ertrag dieses Landes in seiner Amtszeit auf das Sechsfache erhöhte. Eine glückliche Hand bewies er in der Befriedung und der erzieherischen und kulturellen Entwicklung der Eingeborenen dank eines guten Einfühlungsvermögens. Große Verdienste hat er sich um die wissenschaftliche Erschließung der deutschen Südseegebiete erworben. Als erster Europäer durchquerte er 1908 die Salomonen-Insel Bougainville und erschloß sie der Forschung. Im gleichen Jahr unternahm er eine erfolgreiche Guttapercha-Expedition am Ramufluß. An der Planung und Durchführung aller wichtigen deutschen Forschungsunternehmen seiner Zeit in der Südsee war er maßgebend beteiligt und ließ sich das Vordringen in unerforschte Gebiete besonders angelegen sein: Expeditionen von Leonhardt Schultze, Karl Sapper, G. Friederici und O. Schlaginhaufen sowie die Hamburger Südsee-Expedition unter Fr. Fülleborn.

  • Werke

    W u. a. Zur Gesch. d. volkswirtsch. Ideen in England gegen Ende d. MA, 1893;
    Dt.-Neuguinea, 1936;
    Gouverneursjahre in Neu-Guinea, 1937;
    Dt. Kolonien in d. Südsee, 1938.

  • Literatur

    H. Reepen, in: Dt. Kolonialztg. 50, 1938, S. 301 (P);
    Dt. Kolonial-Lex. II, 1920;
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Norbert Fischer
  • Empfohlene Zitierweise

    Fischer, Norbert, "Hahl, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 495 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120062550.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA