Lebensdaten
1764 bis 1831
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Karlsruhe
Beruf/Funktion
badischer und preußischer Hofagent ; Hofbankier
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 116349298 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haber, Salomon
  • Haber, Salomon von
  • Haber, Salomon

Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Haber, Salomon von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116349298.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. stammt aus Habern in Böhmen u. kam üb. Prag nach B.;
    V wahrsch. Isaak Abraham in B.;
    M N. N.;
    Karlsruhe ca. 1795 Fradel Model (1773–1831), T d. Hoffaktors Salomon Model ( 1780) in K.;
    7 S, 2 T, u. a. Moritz (1798–1874), unter ihm brach 1848 d. väterl. Bank zusammen, er gründete 1853 mit Abraham Oppenheim d. Darmstädter Bank, Jordan (1803–78), Bankier, Ludwig Frhr. H. v. Linsberg (österr. Frhr. 1869, 1804-92, ev.), bad. Hofbankier, Mitbegründer d. österr. Kreditanstalt, Großgrundbes., verdient um d. Eisenbahn- u. Bergwerkswesen in Böhmen u. Ungarn, Mitgl. d. österr. Herrenhauses (s. ÖBL), Maximilian (1808–82), Bankier, Samuel Frhr. v. H. (österr. Frhr. 1872, 1813-92), Bankier in K. u. Paris, Henriette ( Jacob Marx, Kaufm. in Mannheim); Nachkomme Herbert v. Marx, Bankier;
    Ur-E Max (Pater Angelus OSB in Beuron) (1878–1917).

  • Leben

    H. kam über Prag und Breslau nach Karlsruhe, wo er in die Hoffaktorenfamilie Model einheiratete und dadurch in das Hofgeschäft kam. Zunächst war er Mitarbeiter seiner Schwiegereltern, gründete aber alsbald ein selbständiges Wechsel- und Kommissionsgeschäft und wurde 1794 offiziell badischer Hofagent. Mit Elkan Reutlinger und David Seligmann Freiherr von Eichthal gehörte er in napoleonischer Zeit zu den großen Finanziers Badens. 1803-20 gewährte er Hof und Regierung nicht weniger als 8½ Millionen Gulden Anleihen von insgesamt circa 20 Millionen, die Baden aufnahm. Wirtschaftlich betätigte er sich als Hauptgläubiger der Zuckerfabrik Waghäusel, der Baumwollspinnerei Ettlingen, der Maschinenfabrik von Keßler – Karlsruhe und als Vorstandsmitglied der Brandgesellschaft Phönix. H. gehört zu den großen Bauherren der Residenz; davon zeugt heute noch das Palais Schloßplatz Nummer 2, das später in den Besitz des Markgrafen Friedrich überging und Regierungssitz wurde. Als bewußter Jude war H. Mitbegründer des Kultusvereins und Mitglied des jüdischen Oberrats. 1811 wurde er Hofbankier, 1828 erhielt er das Ritterkreuz des Zähringer Löwen. Seine Nachkommen wurden bereits in der zweiten Generation zum großen Teil Christen und heirateten in den Adel.

  • Literatur

    W. Andreas, Gesch. d. bad. Verwaltungsorganisation u. Vfg. in d. J. 1802-18 I, 1913;
    F. Hirsch, 100 J. Bauen u. Schauen II, 1932, S. 476 ff.;
    H. Schnee, Hofbankier S. v. H. als bad. Finanzier, in: ZGORh 109, 1961;
    ders., Die Hoffinanz u. d. moderne Staat IV, 1963;
    Enzyklopäd. Lex. f. d. Geld-, Bank- u. Börsenwesen, I, 1957, S. 782.

  • Autor/in

    Heinrich Schnee
  • Empfohlene Zitierweise

    Schnee, Heinrich, "Haber, Salomon von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 389 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116349298.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA