Lebensdaten
1880 bis 1953
Geburtsort
Frankfurt/Oder
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118983822 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grau, Franz (Pseudonym)
  • Gurk, Paul
  • Grau, Franz (Pseudonym)
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Porträt(nachweise)

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Zitierweise

Gurk, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118983822.html [06.04.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich, Postfahrer;
    M Luise Nicolaus.

  • Leben

    G. lebte seit frühester Kindheit in Berlin. Er beschäftigte sich mit Malerei und Musik, trug sich mit der Absicht, Lehrer zu werden, verließ aber schon 1900 das Lehrerseminar und wurde Beamter beim Berliner Magistrat. 1924 gab er sein Amt auf und ließ sich 1934 pensionieren, um völlig zurückgezogen nur seiner schriftstellerischen Arbeit zu leben. – Erst als ihm 1922 durch Julius Bab der Kleistpreis zugesprochen wurde, fand G. Beachtung, obwohl er bis dahin bereits über 30 Dramen und Prosawerke geschrieben hatte, die nicht gedruckt worden waren. Max Tau vermittelte ihm einen Verleger, verschiedene Bühnen spielten nun seine Stücke. Die frühen Dramen haben an Expressionismus und Naturalismus anklingende Töne, ohne diesen Tendenzen enger verpflichtet zu sein. G. spannt den Bogen seiner Thematik sehr weit: vom Metaphysischen bis zur Zeitkritik, von Legende und Märchen bis zum Kriminalroman. Welchen Stoff er auch immer wählt, immer gestaltet er aus seinem eigenen Wesen heraus: Seine Figuren sind vergrübelt, resignierend, aber auch von einem spöttischen, oft skurrilen, oft bitteren Humor geformt. In mehreren Berlin-Romanen erfaßt er vorzüglich das Phänomen der Großstadt durch die Schilderung ihrer Schattengestalten, der Vergessenen und Verlorenen. Lebenserfahrung und -weisheit ist auch die Substanz von G.s Fabeln, Sprüchen und Legenden, die orientalische Muster imitieren (und, wie „Die Sprüche des Fu Kiang“, 1927, anfangs für authentisch gehalten wurden). – Heute hat von den Werken G.s – sein Nachlaß enthält noch eine Zahl ungedruckter Arbeiten – im|wesentlichen nur noch die Prosa Bestand, von den Dramen ist vieles – weil ungedruckt geblieben – verschollen.

  • Werke

    Weitere W u. a. Thomas Münzer, 1922 (Drama);
    Romane: Meister Ekkehard, 1925;
    Berlin, 1925;
    Palang, 1930;
    Tresoreinbruch, 1935;
    Wendezeiten (Trilogie), 1940 ff. (unter Ps. Franz Grau);
    Laubenkolonie Schwanensee, 1949;
    Ein ganz gewöhnlicher Mensch, 1957.

  • Literatur

    H. Knudsen, in: Zs. f. Deutschkde. 39, 1925, S. 673-85 (Selbst-P v. 1915);
    J. Bab, in: Chronik d. Dt. Dramas V, 1926, S. 331-36;
    G. Brand, in: Die schöne Lit., 1927, 2, S. 54-57;
    H. Uhlig, in: Der Monat, Okt. 1953, S. 101-03.

  • Autor/in

    Gertraude Wilhelm
  • Empfohlene Zitierweise

    Wilhelm, Gertraude, "Gurk, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 326-327 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118983822.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA