Lebensdaten
um 1530 bis 1593
Geburtsort
Annaberg (Erzgebirge)
Sterbeort
Königsberg (Preußen)
Beruf/Funktion
Münzmeister in Reval und Königsberg
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136154271 | OGND | VIAF: 80547312
Namensvarianten
  • Gulden, Paul

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Zitierweise

Gulden, Paul, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136154271.html [22.01.2021].

CC0

  • Genealogie

    Gvv (?) Hans ( 1507), Schmiedemeister b. d. kurfürstl. Münze u. Ratsherr in A.; Verwandter Christoph G., Kauf- u. Handelsherr, Ratsverwandter in A.

  • Leben

    G. erlernte das Münzhandwerk in Annaberg, das seit 1492 Mittelpunkt des erzgebirgischen Silberbergbaues und bis 1558 Sitz der kurfürstlichen Münze war. Sein Lehrmeister war der Münzmeister Matthäus Rothe. 1556 wird er erstmals in Reval als „Schwarzhäupterbruder“ erwähnt; 1558 wurde er Bürger dieser Stadt, die ihn 1561 in ihre Dienste als Münzmeister übernahm. Seine Aufgabe löste G. vorzüglich; Revaler Geld war überall im Baltikum geschätzt. Neider machten ihm das Leben hier bald zur Hölle, so daß er 1570 Reval verließ. Er reiste im Lande umher, um „ausstehende Kapitalien“ einzuziehen. Dabei geriet er in die Hände Ivans IV., des Schrecklichen, der ihn ausplündern und ins Moskauer Gefängnis werfen ließ. Er konnte fliehen und gelangte auf abenteuerliche Weise wieder nach Reval, wo er 1574 erneut Bürger wurde. Danach reiste er nach Annaberg, um dort Kapitalien flüssig zu machen. Seit 1579 stand G. im Dienste der Münze des Herzogs Friedrich von Preußen in Königsberg, wo er zusammen mit Hans Göbel (um 1515–88), dem damaligen Königsberger Münzmeister, eine Münzmaschine konstruierte, die sich besonders zur Kleingeldprägung eignete. 1583 setzte G. in Kopenhagen eine solche Münzmaschine, die bei der preußischen Münze gekauft worden war, in der Kopenhagener Münze zusammen und prägte damit Münzen, dabei die Münzpräger mit der Maschine vertraut machend. Von Kopenhagen nach Königsberg zurückgekehrt, wurde er am 2.9.1585 zum Münzmeister bestellt. Aber auch hier erschwerte man seine Tätigkeit – vor allem sein Freund Eberhardt Hausslaib – durch üble Nachrede, die sich nach seinem Tode als unwahr herausstellte. – Die Persönlichkeit G.s ist noch insofern interessant, als er es war, der die Abwanderung sächsischer Handwerker im 16. Jahrhundert in die Ostseeprovinzen einleitete, die im 17. Jahrhundert und vor allem nach Beendigung des Nordischen Krieges infolge der Förderung durch Peter den Großen sehr stark zunahm.

  • Literatur

    A. D. Richter, Chronik d. Bergstadt Annaberg, Annaberg 1746/48;
    ders., Zuverläßige Nachrr. v. d. Annaberg. Münz- u. Schnittemeistern, Stock- u. Stempelschneidern, wie auch v. d. Annaberg, ersten Schreckenbergern, Mühlsteine genannt, ebd. 1759;
    Heinrich v. Staden, hrsg. v. F. Epstein, 1930;
    Das Revaler Bürgerbuch 1409-1624, Reval 1932;
    W. Fischer, Qu.gesch. d. dt. Handwerks, 1957;
    G. Meinhardt, Das Leben d. Königsberger Münzmeisters P. G., in: Ostdt. Btrr. a. d. Göttinger Arbeitskreis 9, Festschr. f. K. Forstreuter, 1958;
    H. Pönicke, Sächs.-thür. Wirtschaftler in d. Ostseeprovinzen Rußlands d. 18. u. 19. Jh., 1963. - Zu Hans Göbel: Altpreuß. Biogr.

  • Autor/in

    Herbert Pönicke
  • Empfohlene Zitierweise

    Pönicke, Herbert, "Gulden, Paul" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 302 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136154271.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA