Lebensdaten
1654 bis 1711
Beruf/Funktion
reformierter Theologe ; Philologe
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 12208263X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gürtler, Nicolaus
  • Aletophilus, Constantius
  • Constantius Aletophilus
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Gürtler, Nicolaus, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd12208263X.html [23.09.2019].

CC0

  • Leben

    Gürtler: Nicolaus G., ein reformirter Theologe und Philolog, wurde am 8. December 1654 zu Basel geboren, wo sein Vater Kaufmann war. In seinem 15. Lebensjahre war er bereits befähigt, hier in die akademischen Vorlesungen einzutreten und erhielt daselbst 1672 die Magisterwürde, auch studirte er zu Genf und Saumur. Im J. 1685 folgte er einem Rufe als Professor der Philosophie und Beredsamkeit nach Herborn, ging aber ein Jahr darauf nach Heidelberg, wo ihm bei Gelegenheit der dritten Universitäts-Jubelfeier die theologische Doctorwürde ertheilt wurde. Nun wurde er nacheinander Professor der Theologie zu Hanau (1688), Bremen (1696), Deventer (1699) und endlich zu Franeker (1707), wo er den 28. September 1711 mit dem Rufe eines der gelehrtesten und belesensten protestantischen Theologen seiner Zeit gestorben ist. Von seinen 28 größeren und kleineren Schriften ist die werthvollste: „Nicolai Gürtleri, Basil., Novum Lexicon Universale, Quatuor Linguarum Latinae,Germanicae, Graecae, Gallicae ... Basileae, MDCLXXXIII“, 8. 6. Ausgabe 1769, 8. Das Wörterbuch gewährt, wie fast ohne Ausnahme die meisten der älteren größeren mehrsprachigen sowol (Frisch, Haltaus, Henisch, Peters, Megiser, Steinbach, Schilter, Stieler, Wehner u. A.) als der rein deutschen Wörterbücher der neueren Zeit bis zu dem Grimm'schen herab, einen reichen Schatz der seltensten Sprichwörter und volksthümlich sprichwörtlichen Redensarten, deren einzelne bei G. geradezu als Unica zu betrachten sind; dabei fehlt es auch nicht an sogen. apologischen Sprichwörtern, wie (Ausg. 1731, S. 232): „Da ligts, sprach die jungfer im krantz, verzettelt das kind im tantz“. Das vorstehende zählt an solchen proverbialen Bezügen 632 und liefert zugleich einen weiteren Beleg dafür, wie unkritisch und leichtfertig J. Eiselein in seinen „Sprichwörter und Sinnreden des deutschen Volkes“, Freib. 1840, S. XXXIII behauptet: „Die sämmtlichen Verfasser unserer deutschen Wörterbücher von Dasypodius ... bis auf den neuesten, Herrn Heyse, haben den Sprichwörtern so geringe Aufmerksamkeit geschenkt, daß aus allen kaum einige hunderte, und obendrein nur die allergewöhnlichsten aufzusammeln sind“. Unter den übrigen Schriften Gürtler's verdienen Erwähnung: „Institutiones Theologicae“, 1694. 1702. 1721. 1732 und „Origines mundi“, 1708.

    • Literatur

      Joh. van der Waeyen, Orat. fun. in obit. Nic. Gürtleri. Franeq. 1711. 4. Acta Erudit. Lips. Suppl. X. p. 115. Athenae Frisiacae. XCVI. p. 744—750. Chaufepié, Diction. II. voc. Gürtler. Strieder, Hessische Gelehrtengeschichte V. S. 179—186 (wo seine sämmtlichen Schriften angegeben), VI. S. 518, VII. S. 523, IX. S. 386.

  • Autor/in

    J Franck.
  • Empfohlene Zitierweise

    Franck, Jakob, "Gürtler, Nicolaus" in: Allgemeine Deutsche Biographie 10 (1879), S. 185-186 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd12208263X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA