Dates of Life
1827 bis 1894
Place of birth
Stettin
Place of death
Köln
Occupation
Chemieunternehmer ; Kaliindustrieller
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 117571911 | OGND | VIAF: 10626865
Alternate Names
  • Grüneberg, Hermann Julius
  • Grüneberg, Hermann Julius
  • Grüneberg, Hermann J.

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)
Life description (NDB)

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Grüneberg, Hermann Julius, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117571911.html [11.04.2021].

CC0

  • Genealogy

    V Aug. Wilh. ( 1837), Orgelbaumeister in St.;
    M Henrietle Carol. Breslich;
    Koblenz 1860 Emilie (1838–1908), T d. Ludw. Schmidtborn (1798–1860), Gen.-Sup. d. Rheinprov., u. d. Sophie Amalie Lydia Seidensticker;
    3 S, 1 T.

  • Life

    Nach Besuch des Gymnasiums wurde G. zum Apotheker ausgebildet. Bereits mit 23 Jahren unternahm er es, Bleiweiß nach einem von ihm ersonnenen Verfahren fabrikmäßig herzustellen. Er mußte zwar den Betrieb wegen Unrentabilität aufgeben, hatte aber in einem schwedischen Werk Erfolg. 1854 veranlaßte der in Rußland durch den Krimkrieg aufkommende Bedarf an Kalisalpeter G. und seinen Vetter Klee zur Gründung einer Salpeterfabrik, die das damals vorhandene Monopol des Bengalsalpeters für die Schießpulvergewinnung brach. Als nach Kriegsende der Absatz von Kalisalpeter zurückging, wurden weitere Produkte, unter anderem Bleiweiß und Blutlaugensatz, ins Programm aufgenommen. 1857 übergab G. den Betrieb seinem Freunde Friedrich Michels, um seine praktischen Erfahrungen durch eigenes Chemiestudium wissenschaftlich zu fundieren. In Berlin diskutierte er mit seinen Lehrern E. Mitscherlich und H. Rose auch eifrig über seine Fabrikationen. Während eines anschließenden Studienaufenthalts in Paris besuchte er unter anderem das Conservatoire des Arts et Métiers und betrieb bei Boussignault und George Ville Agrikulturchemie. Mit beiden blieb er in Kontakt, als er später (1859) eigene Pflanzengefäßversuche aufnahm. Studienreisen führten ihn durch Südfrankreich, wo er die Salzgewinnung aus Meerwasser kennenlernte, nach England und Schottland. 1858 kehrte er nach Deutschland zurück. In Köln verband er sich mit dem Chemikalienhändler Julius Vorster (1809–76) zur Gründung einer Kalisalpeterfabrik „Vorster und Grüneberg“ in Kalk bei Köln. 1860 holte er in Leipzig die Promotion nach. Als von den Staßfurter Salzbergwerken große Mengen Kalisalze als Abfallprodukt angeboten wurden, legten Vorster und G. hier unter Leitung von Michels ein Werk zur Verarbeitung der Abraumsalze an. Damit wurde G. zum Mitbegründer der deutschen Kaliindustrie. An der Ausarbeitung von Anreicherungs- und Aufbereitungsverfahren, die sich in der Folgezeit durchsetzten, hatte er wesentlichen Anteil. Die Weiterverarbeitung zu Pottasche fand in Kalk statt und brachte der Firma „für die Erstgewinnung von Pottasche nach dem Le Blanc-Prozeß in fabrikatorischem Maßstab und für die Reinheit der ausgestellten Erzeugnisse“ Anerkennungen ein (Weltausstellungen Paris 1867, Philadelphia 1876). Inzwischen wandte sich G. der Gesamtfrage der künstlichen Düngung zu. Vor allem auf Liebigs Untersuchungen fußend, stand er in engem Erfahrungsaustausch mit landwirtschaftlichen Betrieben verschiedener Richtungen. Mit großem Erfolg widmete er sich der Einführung und Zusammenstellung gemischter künstlicher Dünger, die er auf spezielle Bedürfnisse der Verbraucher abstimmte. Durch Vorträge, Aufklärungsschriften und anschauliche Tabellen wirkte er in weite Kreise. In eigenen Werken stellte die Firma Vorster und Grüneberg neben Kalisalzen auch Superphosphate und Ammonsalze her. G. übernahm auch die Verarbeitung von Gaswasser der Gasanstalten auf Ammoniumsalze und konstruierte 1878 dafür eine rentable Apparatur. Die letzten Jahre seines Lebens widmete er gemeinnützigen Bestrebungen und wurde 1877 Mitbegründer der „Organisation der chemischen Industrie Deutschlands“.|

  • Awards

    KR.

  • Literature

    R. Hasenclever, in: Die Chem. Industrie, 1894, Nr. 14, S. 328-32 (P);
    C. Kurtz, in: VDI-Zs. 38, 1894, S. 749;
    Jubiläumsschr. Chem. Fabrik Kalk 1858-1958.

  • Author

    Walter Greiling
  • Citation

    Greiling, Walter, "Grüneberg, Hermann Julius" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 190 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117571911.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA