Lebensdaten
1703 - 1768
Geburtsort
Uehlfeld bei Neustadt/Aisch (Mittelfranken)
Sterbeort
Erlangen
Beruf/Funktion
Journalist ; Aufklärer
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118698095 | OGND | VIAF: 5725372
Namensvarianten
  • Groß, Johann Gottfried
  • Gross, Ioannes Gottfridus
  • Gross, Johann G.
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Groß, Johann Gottfried, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118698095.html [12.05.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Matthias (1676–1748), Pfarrer in Bischofsgrün/Fichtelgeb., Ue. u. Markt Bergel, Vf. d. „Hist. Lex. ev. Jubelpriester“ (1727 ff.), S d. Pfarrers Nikolaus u. d. Susanna Maria Metzner aus Schleiz;
    M Anna Maria, T d. Dr. Gg. Frdr. Baumann, Physikus in Schwäb. Hall, später bayreuth. Leibmedikus;
    Vt Joh. Heinr. (1736–91), Notar, Universalerbe G.s, seit 1768 Hrsg. u. Verleger d. Erlanger Real-Ztg.; - ledig;
    N Gg. Leonhard (1758–1808), Justizrat, seit 1791 Schriftleiter d. Erlanger Real-Ztg. (s. L), Heinr. Stephani (1761–1850), Kreisschul- u. Kirchenrat in Ansbach (s. ADB 36), Albrecht Bayer (1751–1818), Schriftleiter d. Erlanger Real-Ztg., 1792-94 Prof. d. Philos. in E., dann in Ansbach Konsistorialrat, Stiftsprediger u. Kreiskirchenrat (s. L).

  • Leben

    G. besuchte das Gymnasium Casimirianum in Coburg und schloß in Halle und Leipzig (hier nicht immatrikuliert) ein theologisches Studium ab. Im Gegensatz zum orthodoxen Elternhaus galten seine Interessen aber der Philosophie, alten und neuen Sprachen sowie der Statistik und Politik. In Leipzig hielt der junge Gelehrte ein „Zeitungs-Collegium“, aber erst nach Umwegen als Hauslehrer, „Schloß- und Kabinettsprediger“ (Köthen), Lehrer (Kloster Bergen bei Magdeburg und am Pädagogium in Halle) und Professor an der Erlanger Ritter-Akademie (1740) konnte er sich ganz der Zeitung widmen. – 1741-68, bis zu seinem Tode, gab G. seine Zeitung nicht nur heraus, sondern schrieb sie auch fast ganz allein, jedes Jahr einen stattlichen Band. Der Erlanger „Auszug der neuesten Weltgeschichte“ (dies die längste Zeit der Titel) oder kurz „Der Erlanger“ wurde ein feststehender Begriff sowohl in der Welt der aufkommenden Presse wie in der Großen Politik. Er brachte außer unterhaltenden Berichten und gut erzählten Anekdoten vor allem ein selbständiges, offenes Urteil – oft scharf oder überscharf – über Staaten wie Staatsmänner, über Heimat- und Weltereignisse jeder Art. Die Leserzahl in ganz Deutschland, in Europa und selbst Amerika stieg so, daß in manchen Jahren, besonders im Krieg, die Auflageziffer 18 000 erreichte – für diese Frühzeit der Presse eine Rekordzahl G. verdiente ein Vermögen mit seinem Blatt, für dessen Beliebtheit auch die immer häufigeren Raubdrucke sprechen. – Seit Beginn des 1. Schlesischen Krieges stellte sich G. mit seiner Zeitung gegen den Preußenkönig auf die Seite Maria Theresias, die ihn als politischen Agenten bei der Reichsstadt Nürnberg in ihre Dienste nahm und schützte. Im 7jährigen Krieg wandelte er sich jedoch zum Bewunderer auch Friedrichs des Großen. 1753 nach Erlangen zurückgekehrt, wirkte er für die Errichtung einer Professur für Landesgeschichte, die er am liebsten selbst innegehabt hätte.

  • Werke

    Unmaßgebl. Gedanken üb. e. mit leichten Kosten zu errichtendes Seminarium Politicum od. Hof-, Polizei-, Handlungs-, Kunst- u. Wirtsch.-Schule, f. diejenige Gattung Jugend, welche zwar eigtl. nicht zu Studieren, aber doch zu allerhand andern honetten u. pol. Lebensarten, z. Exempel zu Hof-, Zivil- u. Militär-Bedienungen, z. Kaufmannschaft, Schreiberei u. Ökonomie, auch andern nicht ganz gemeinen Künsten u. Professionen gewidmet ist, wie nämlich …, Nürnberg 1739;
    Auszug d. neuesten Weltgesch., 38 Bde., 1741-68, (Erscheinungsort immer Erlangen), auch u. d. Titeln Christian-Erlang. Ztg.-Extrakt, Erlanger Auszug d. neuesten Weltgesch., Schauplatz d. Zeit, Auszug d. neuesten Weltgesch. u. schönen Wiss., Realztg.

  • Literatur

    G. A. Will, Lebensgesch. d. sehr berühmt gewordenen Hofraths J. G. G., gewesenen Erlanger Zeitungsschreibers, Nürnberg 1788;
    A. Ernstberger, J. G. G., Maria Theresias pol. Agent b. d. Reichsstadt Nürnberg, 1962 (W, L, P);
    J. Bischoff, Grundlage z. Gesch. d. Erlanger Real-Ztg. 1741-1829, in: A. Sauerteig, Coburger Ztg.gesch., 1949, S. 175-94 (auch f. Nachfolger). Zu N A. Bayer: C. A. Baader, Lex. verst. Baier. Schriftsteller II, 1, 1825, S. 11 f.

  • Portraits

    Zeitgenöss. Titelkupf. (Wien, Nat.bibl.).

  • Autor/in

    Anton Ernstberger
  • Empfohlene Zitierweise

    Ernstberger, Anton, "Groß, Johann Gottfried" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 141 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118698095.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA