Lebensdaten
1866 bis 1946
Geburtsort
Offenbach/Main
Sterbeort
Jugenheim/Bergstraße
Beruf/Funktion
Geograph ; Meteorologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116830654 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Greim, Georg Heinrich
  • Greim, Georg
  • Greim, Georg Heinrich
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Zitierweise

Greim, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116830654.html [29.05.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Frdr. Wilh. (1824–1913), Realschuldir. in Alsfeld u. O., hess. Geh. Oberschulrat u. Vortragender Rat im Min. d. Innern (s. W), S d. Pfarrers|Karl Frdr. in Mommenheim b. Mainz;
    M Mathilde, T d. Pfarrers Gg. Konr. Heddaeus in Zotzenheim/Rheinhessen; ledig.

  • Leben

    1884-88 studierte G. in Gießen Naturwissenschaften, vor allem Geologie und Mineralogie, wurde 1887 aufgrund der Dissertation „Die Diabascontactmetamorphose bei Weilburg an der Lahn“ promoviert, legte 1888 das Staatsexamen für das Lehramt an höheren Schulen ab und erweiterte noch sein Wissen an den Hochschulen in Göttingen und in München. Hier wurde er durch S. Günther zur physikalischen Geographie, seinem späteren Hauptarbeitsgebiet, geführt. 1891 habilitierte er sich mit einem „Beitrag zur Kenntnis des Kieselschiefers“ an der TH Darmstadt und erhielt 1897 einen Lehrauftrag für physikalische Geographie und Mineralogie, den er viele Jahre neben seiner Tätigkeit im höheren Lehramt und im Wetterdienst wahrgenommen hat. 1898 mit der Ausarbeitung eines Planes zur Errichtung von Wetterbeobachtungsstellen in Hessen beauftragt, stand er später an führender Stelle im Hessischen Wetterdienst und wurde 1917 Vorstand des Landesamtes für Wetter- und Gewässerkunde. Während des 1. Weltkrieges war er auch Lehrer für Meteorologie an der Fliegerschule in Griesheim bei Darmstadt. 1920 erfolgte die Berufung als ordentlicher Professor für Geographie an die TH München (Nachfolger von S. Günther), wo er bis 1931 eine reiche Lehr- und Forschungstätigkeit entfaltete. Als Alterssitz wählte er Darmstadt.

    G.s wissenschaftliche Beobachtungen erstreckten sich auf alle Teilgebiete der Erdkunde. Sein Hauptaugenmerk galt aber der physischen Geographie. Durch Eduard Richter veranlaßt, hat er sich frühzeitig der alpinen Gletscherkunde gewidmet. Der Silvrettagruppe, vor allem dem Jamtalferner, hatte er sich verschrieben. An ihm ist die von S. Finsterwalder 1885 begonnene exakte Vermessung von Alpengletschern auf photogrammetrischem Wege durch G. in den neunziger Jahren fortgesetzt worden. Schon 1893 ließ er im Zusammenhang mit den Eisuntersuchungen eine Pegelstation im Jambach bei Galtür (Paznaun) errichten. Besondere Bedeutung gewannen die Abfluß-, Geschwindigkeits- und Temperaturmessungen, die er durch 25 Jahre weiterführte und die als wertvolle Unterlagen später beim Bau des großen Illkraftwerkes unterhalb des benachbarten Vermuntgletschers Verwendung gefunden haben. – Während der Tätigkeit im Wetterdienst hat G. viele einschlägige Untersuchungen über den hessischen Raum durchgeführt. Seine letzte große Arbeit, „Die interdiurne Veränderlichkeit der Lufttemperatur in Darmstadt in den Jahren 1901-30 und ihre kalendermäßige Bindung“ (Gerlands Beiträge zur Geophysik, 1945), ist noch diesem Themenkreis gewidmet. – Über zahlreiche Fahrten G.s in fast alle europäischen Länder, in das Kaukasusgebiet und nach Nordafrika gibt eine große Reihe sauber geführter Tagebücher Aufschluß. Seine besondere Vorliebe galt Italien und dem Mittelmeerraum – bis 1939 hat er noch jedes Jahr eine größere Reise gemeinsam mit seiner Schwester dorthin durchgeführt –, wo er sich mit vulkanologischen Studien befaßte und worüber er später auch zusammenfassende landeskundliche Abhandlungen herausbrachte.

  • Werke

    Weitere W u. a. Stud. aus d. Paznaun I, II, III, IV, in: Gerlands Btrr. z. Geophysik, 1903/06/34/36;
    Landeskde. d. Ghzgt. Hessen, d. Prov. Hessen-Nassau u. d. Fürstentums Waldeck, 1908;
    Btrr. z. Anthropogeogr. d. Ghzgt. Hessen, 1912;
    Das Volumen d. Lavaausflüsse am Vesuv in d. J. 1891-1904, in: Petermanns Geogr. Mitt., 1917;
    Italien (Jedermanns Bücherei), 1926;
    Die Insel Arbe (Rab), in: Mitt. d. Geogr. Ges. München, 1926;
    Phys. Geogr., 1927;
    Frankenland, 1933. – Zu V Frdr. Wilh.: Das Volksschulwesen im Ghzgt. Hessen…, 1891, 21902 (mit Peter Müller).

  • Literatur

    E. Banse, Lex. d. Geogr., 21933;
    Pogg. IV, VI, VIIa. |

  • Quellen

    Qu.: Tagebücher im Archiv d. Inst. f. Landeskde. in d. Bundesanstalt f. Landeskde. u. Raumforschung in Bad Godesberg.

  • Autor/in

    Josef Werdecker
  • Empfohlene Zitierweise

    Werdecker, Josef, "Greim, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 33 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116830654.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA