Lebensdaten
1755 bis 1807
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Porzellanmodelleur ; Bildhauer
Konfession
katholisch?
Normdaten
GND: 136117767 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Grassi, Anton
  • Grassi, Anton Matthias
  • Graßi, Anton

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Zitierweise

Grassi, Anton, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136117767.html [26.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Ottilio (1723–91), bürgerl. Galanteriearbeiter, S d. Antonio (1680–1762), Bürger in Udine, u. d. Livia Andrioli;
    M Antonia (1737–1817), T d. Galanteriearbeiters Matthias Winterhalter u. d. Margarethe Poser;
    B Joseph (s. 2);
    1781 Theresia ( n. 1807), T d. Joh. Gg. Ullrich, Bürger in W., u. d. Barbara N. N.; kinderlos.

  • Leben

    1767 wird G. bereits in den Schülerlisten der (kaiserlich königlichen) Akademie der bildenden Künste in Wien geführt. 1768-74 ist er Schüler der Klasse von F. X. Messerschmidt. Im Anschluß daran gehört er der Künstlergruppe an, die unter der Oberleitung von Wilhelm Beyer in den Tiroler Steinbrüchen das Statuenprogramm für den Schönbrunner Schloßpark auszuführen hat. Über Empfehlung des Fürsten Dietrichstein wird er 1778 als Adjunkt dem Modellmeister der Wiener Porzellanmanufaktur, Johann Joseph Niedermeyer, beigegeben, dessen Stelle er im Jahre 1784 übernimmt. 1790 ernennt ihn die Wiener Akademie der bildenden Künste zu ihrem ordentlichen Mitglied. 1792/93 ist er 9 Monate in Italien, um die Antiken zu studieren. Nach seiner Rückkehr übernimmt er 1794 auch die Leitung der höheren Kunstklasse in der Malerei und die Korrektur in der Historien- und Landschaftsmalerei. – G.s frühe Arbeiten stehen unter dem Einfluß seiner Lehrer Messerschmidt und Beyer. In den Reliefs, Statuetten und Gruppen bis zum Jahre 1792 vereinigt er die Merkmale eines späten Rokokos mit denen eines frühen Klassizismus zu einer typisch wienerischen Prägung voll Anmut und Empfindsamkeit. Die Arbeiten dieser Epoche bedeuten einen Höhepunkt der europäischen Porzellanplastik. Die nach der Italienreise, also nach 1794, entstandenen Biskuitporzellane wurden von den Zeitgenossen hoch geschätzt. Ihre „Einfalt und stille Größe“ jedoch entbehrt der für das Wienerische so bezeichnenden musikalisch-poetischen Gestaltungselemente.

  • Werke

    Umfassendste Slg. v. Reliefs, Statuetten u. Gruppen in Wien, Österr. Mus. f. angew. Kunst.

  • Literatur

    ADB IX;
    Wiener Ztg. v. 13.11.1790, Nr. 91, S. 2953, v. 5.5.1796. Nr. 19, S. 598, v. 18.7.1807, Nr. 57, S. 3381 f., v. 6.1.1808, Nr. 2, S. 79;
    Kunst u. Kunsthandwerk 7, 1904, S. 285 ff., 17, 1914, S. 45 ff., 19, 1916, S. 204, 23, 1920, S. 239 ff.;
    Folnesics-Braun, Gesch. d. k. k. Wiener Porzellanmanufaktur, 1907, S. 183 ff.;
    W. Mrazek, A. G., Modellmeister d. k. k. Porzellanmanufaktur in Wien, in: Alte u. moderne Kunst 1, 1956, H. 4, S. 15;
    Wurzbach V;
    ThB (W, L).

  • Portraits

    Ölgem. (Aufnahmswerk) v. Joseph Grassi (B), 1791 (Wien, Ak. d. bildenden Künste), Abb. b. Rave.

  • Autor/in

    Wilhelm Mrazek
  • Empfohlene Zitierweise

    Mrazek, Wilhelm, "Grassi, Anton" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 3 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136117767.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Grassi: Anton G., Bildhauer, geboren zu Wien 1755, ebenda am 31. December 1807. Der Vater des Künstlers war Ottilio Grassi (geb. 1725, 1791), ein Bildhauer von Galanteriegegenständen; er konnte dem Knaben keine besondere Ausbildung angedeihen lassen, da er aber in dem Jüngling Talent zur Kunst vermerkte, schickte er ihn an die Manufacturschule der Wiener Akademie. Am 29. August 1767 trat G. in die Specialschule für Bildhauerei ein, wo er an Messerschmidt einen Lehrer und Freund fand. Bald zeigte sich Grassi's Talent für das Hautrelief, er erhielt vielfache Aufträge und reiste endlich in Gesellschaft des Hofbildhauers Beyer nach Tirol, um den zur Ausschmückung des Schönbrunner Gartens nöthigen Marmor zu brechen und Beyer bei Anfertigung der Modelle und Statuen behülflich zu sein. Nach seiner Rückkehr wurde er als Modellmeister an die Wiener Porzellanfabrik berufen, wo er bis an sein Lebensende thätig blieb. Seine Bossirungen für die Porzellanfabrik haben ihm einen berechtigten Ruf gebracht; namentlich seine Porträtbüsten Kaiser Joseph's II., Franz' I. und Jos. Haydn's, welche in Bisquit ausgeführt wurden, verdienen volle Beachtung; sie sind dem Zeitgeiste gemäß etwas hart in der Bewegung, aber von großer Aehnlichkeit. G. wurde 1792 im Auftrage der Porzellanfabrik nach Rom gesandt, um dort Vorbilder für die Porzellanmanufactur, namentlich für die plastisch decorative Ausstattung zu gewinnen und kehrte mit einer reichen Ausbeute zurück. Sein Wirken an der Porzellanfabrik war für die Entwickelung dieses Institutes von größter Bedeutung.

    • Literatur

      Wurzbach's Lexikon V. 313. Acten der Akademie.

  • Autor/in

    K, á, bdebo.
  • Empfohlene Zitierweise

    Clauß, Carl, "Grassi, Anton" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 592-593 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136117767.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA