Lebensdaten
1597 oder 1579 bis 1646
Geburtsort
Luppau (Oberlausitz)
Sterbeort
Belschwitz (Ostpreußen)
Beruf/Funktion
General ; Feldmarschall
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 132312115 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Baudissin, Wulf Heinrich von
  • Baudissin, Wolf Heinrich von
  • Baudissin, Wulf Heinrich von
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Zitierweise

Baudissin, Wolf Heinrich von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd132312115.html [20.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Christoph von Baudis auf Luppau ( 1618);
    M Ursula (oder Anna?) von Taubadel (Deupold);
    1) Oldenburg 1625 Anna Sophia ( 1629), T des Drosten Bernhard (Burchardt?) von Kißleben, Kreishauptmann von Oevelgönne, und der Maria von Thal, 2) Itzehoe 5.8.1633 Sophia (1620–97, in 2. Ehe verheiratet 1648 mit Cay Ahlefeldt auf Mehlbeck), T des holsteinischen Statthalters Gert von Rantzau auf Breitenburg;
    S aus 1) Gustav Adolph von Baudissin (1629–95), dänischer General, aus 2) Heinrich Günther von Baudissin;
    E (S von Heinrich Günther) Wolf Heinrich Graf von Baudissin (seit 1741, 1671 bis 1748), sächsischer General und Kabinettsminister, seit 1736 unter August III. Oberkommandierender der sächsisch-polnischen Armee.

  • Leben

    B. verlebte seine Jugend am Kaiserhof zu Wien, war 1615 Leutnant im Dienst Venedigs und nahm 1620 als Rittmeister unter Friedrich V. von der Pfalz an der Schlacht am Weißen Berge teil. 1625 ließ er sich für Christian IV. von Dänemark anwerben und wurde im Juni 1626 Reiteroberst. Im Sommer des folgenden Jahres gelang es ihm, der Einschließung durch Wallensteinsche Truppen in Schlesien zu entgehen und - in zwar verlustreichen Kämpfen - den Rest seiner Reiterei über Pommern nach Dänemark zu retten. Im November 1627 trat er in schwedische Dienste und wurde im März 1631 Generalleutnant. Im September 1631 kämpfte er in der Schlacht bei Breitenfeld, erhielt 1632 den Befehl über das schwedische Heer in Niedersachsen und nahm im März 1633 seinen Abschied. Im gleichen Jahr wurde er durch seine 2. Heirat in Holstein ansässig und in die holsteinische Ritterschaft aufgenommen. Nach dem Prager Frieden trat er im Juli 1635 als Generalleutnant in kursächsische Dienste, wurde im Juni 1636 bei Magdeburg schwer verwundet und mußte endgültig aus dem Heeresdienst ausscheiden. 1641 und in den folgenden Jahren war er polnischer Gesandter in Kopenhagen, wo er zehn Jahre vorher Schweden vertreten hatte. Ein „Parteigänger“ wie viele Heerführer seiner Zeit, kam B. als kühner und erfolgreicher Reiterführer zu Ruhm und Ehren, als Feldherrn aber fehlte ihm wohl der strategische Weitblick.

  • Literatur

    Dansk Leks. II, 1933, S. 240-42.

  • Autor/in

    Franz Michels.
  • Empfohlene Zitierweise

    Michels, Franz, "Baudissin, Wolf Heinrich von" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 632 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132312115.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Baudissin: Wolf Heinrich v. B., Feldmarschall, geb. 1597, 1646. Die Baudissin, welche sich in älterer Zeit auch Budiß, Budissin, Baudiß nannten, sind eine alte schlesisch-lausitzische Familie, seit 1635 der schleswig-holsteinischen Ritterschaft angehörig. In der Lausitz, wo sie mit den Gütern Schmölln und Luppau angesessen waren, erloschen sie mit Wolf Sigismund v. B. auf Schmölln, 25. Dec. 1682. Ein Sohn des Christoph v. B. auf Luppau war Wolf Heinrich, der Stammvater der Grafen v. B. in Schleswig-Holstein und Oesterreich. Zu Anfang des 30jährigen Krieges trat er in dänische Dienste, ward 1625 Oberst, nahm aber nach dem Lübecker Frieden seinen Abschied, um als Generalmajor in schwedische Dienste zu treten. 1630 zeichnete er sich bei Pyritz in Pommern gegen kaiserliche Truppen aus, focht 1631 als Generallieutenant bei Werben und ging 1632 als schwedischer Gesandter nach Kopenhagen. Bald darauf wieder als Feldmarschall bei der schwedischen Armee in Niedersachsen, durchzog er Westfalen und das Kölner Land, nahm Bingen a. Rhein und andere Orte mit stürmender Hand (Andernach ließ er plündern, weil man seinen Parlamentär erschossen hatte), schlug die Spanier bei Nimwegen und entsetzte 1633 das von ihnen hart bedrängte Andernach. 1634 aber überwarf er sich mit dem schwedischen Reichsrath, nahm seinen Abschied und trat, von nun an ein erbitterter Gegner der Schweden, nach dem Prager Frieden in kursächsische Dienste als Generalfeldmarschall. Noch in demselben Jahr von den Schweden bei Dömitz geschlagen, entging er nur mit Noth der Gefangenschaft. 1636 bei der Belagerung Magdeburgs schwer verwundet, mußte er seinen Abschied aus dem Kriegsdienst nehmen. Einige Jahre später finden wir ihn als sächsischen Gesandten in Kopenhagen, wo ihm auch der Danebrogsorden verliehen ward. — Nach dem Tode seiner ersten Gemahlin Anna Sophia v. Kißleben, 1629, vermählte er sich 1635 mit Sophia v. Rantzau, einer Tochter des Statthalters Gerdt v. R.-Breitenburg; infolge dieser Verbindung ward er in die schleswigholsteinische Ritterschaft aufgenommen.

    Sein ältester Sohn Gustav Adolf, geb. 1629, ohne Kinder zu hinterlassen; Heinrich Günther aber, geb. 1641, Amtmann von Gottorp und herzoglicher Hofmarschall, 1673, war der Vater von Wolf Heinrich, 1671 bis 1748, dem ersten Grafen v. B. (s. d.), Herr auf Rixdorf, Tramm und Lammershagen. Dessen Sohn Heinrich Christoph, geb. 1709, 4. Juni 1786 als kurfürstlich sächsischer General der Infanterie, Gouverneur von Dresden und dem|Königstein, Besitzer der Güter Rantzau, Knoop, Rixdorf etc. in Schleswig-Holstein, vermählt mit Gräfin Susanna Magdalena Elis. von Zinzendorff-Pottendorf. Von seinem Sohn Heinrich Friedrich, geb. 1. Dec. 1753, 17. Mai 1818, dänischem General und Gesandten in Berlin, vermählt mit Karolina, geb. Gräfin v. Schimmelmann (s. d.) stammt die Knooper und Borsteler Linie des Hauses ab; von dem jüngeren Karl Ludwig, geb. 21. Aug. 1756, 1. März 1814, dänischem Generallieutenant und Gouverneur von Kopenhagen, die Rantzauer Linie. Des letzteren ältester Sohn ist der als Mitarbeiter am Schlegel-Tiekschen Shakespear und als trefflicher Uebersetzer des Moliere u. s. f. bekannte Graf Wolf Heinrich Friedr. Karl v. B. in Dresden, geb. 30. Jan. 1789, 4. April 1878. Sein Bruder Otto Friedr. Magnus, geb. 5. Juni 1792, 25. Juni 1865, trug 1848, bis dahin Major in der dänischen Armee, bei der Erhebung der Herzogthümer gegen die von Kopenhagen ausgehende Vergewaltigung durch seinen Eintritt in die schleswig-holstein. Armee viel zum Anschluß der Truppen an die Landessache bei. In dem unglücklichen Gefechte bei Bau hielt er lange gegen feindliche Uebermacht stand, um der geschlagenen Armee den Rückzug zu erleichtern, 1849 bei Kolding, wie 1850 bei Idstedt, wo sich seine Brigade besonders auszeichnete, ward er schwer verwundet. Durch ritterlichen Sinn und unermüdliche Sorge für seine Leute der populärste General, in weiteren Kreisen auch als Kunstkenner geachtet, lebte er nach dem Ende des Krieges in Hamburg und Dresden.

    Der vielgelesene Romanschriftsteller Adalbert v. B., geb. 25. Januar 1820, 1870, war ein Enkel des verstorbenen Knooper Grafen Heinrich Friedrich und zwar durch dessen ältesten Sohn, der aber infolge einer Heirath seine Seniorats-rechte verloren hatte. (Vgl. Gauhe, Adelslex.; Dansk Adelslex. u. s. w.)

  • Autor/in

    v. Ahlefeldt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Ahlefeldt, von, "Baudissin, Wolf Heinrich von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 136-137 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132312115.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA