Lebensdaten
1873 bis 1952
Geburtsort
Graz
Sterbeort
Sankt Peter bei Graz
Beruf/Funktion
Schriftsteller
Konfession
katholisch,gottgläubig
Normdaten
GND: 118652931 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bartsch, Rudolf Hans
  • Bartsch, Rolf Hans
  • Bartsch, Rud. Hans
  • mehr

Verknüpfungen

Verknüpfungen auf die Person andernorts

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Bartsch, Rudolf Hans, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118652931.html [31.05.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Leopold Bartsch, Militäroberarzt;
    M Sophie, T des Christoph Haller (1805–80) und der Theresia Hager ( 1903);
    1) Graz 21.3.1903 Berta Koscher, 2) Graz 15.8.1939 Grete, T des August von Noé, General, und der Helene Hölscher (1853–1930);
    3 T aus 1).

  • Leben

    B. besuchte die Kadettenschule in Fischau, Eisenstadt und Liebenau, danach die Militäroberrealschule in Graz, war 1895-1911 als Leutnant bzw. Oberleutnant dem Kriegsarchiv in Wien zugeteilt, in dieser Zeit (1901–1903) außerordentliches Mitglied des Instituts für österreichische Geschichtsforschung, trat 1911 als Hauptmann in den Ruhestand, wurde 1914-17 neuerdings zum Dienst ins Kriegsarchiv eingezogen und lebte seit 1918 als freier Schriftsteller. - Nach unbeachtlichen Anfängen errang B. mit seinem Roman „Zwölf aus der Steiermark“ (1908) einen ungewöhnlichen literarischen Erfolg, der ihm dank einer großen, aber unkritischen Lesergemeinde trotz seiner späteren, bedenklichen Fruchtbarkeit noch lange nach dem ersten Weltkrieg gewahrt blieb. Dieses fast berühmt gewordene Werk - heute nur mehr entwicklungsgeschichtlich zu werten - schuf einen Romantypus, nach dem man Grenzen und Gefahren dieser Literaturgattung - zumindest in ihrer österreichischen Ausprägung - auffallend erkennen kann: eine lockere, in filmische Szenen aufgelöste Handlung und eine stark sentimentale, pseudoromantische Verzeichnung von Charakteren, Stimmungen und Situationen im alten Österreich, wie sie Operette, Film und Rundfunk noch heute verhängnisvoll verkitschen. In der Naturschilderung von oft bezaubernder Farbenwirkung, im Dialog geistvoll sprühend, ist er im Weltanschaulichen von einer haltlosen Oberflächlichkeit. Wenn überhaupt, dann meistert B. die (historische und Künstler-)Novelle (Vom|sterbenden Rokoko, Musikanten des Herzens), zweifellos ein Könner mit den besten Absichten, doch eine zeitgebundene Erscheinung. Versuche im Dramatischen und Lyrischen sind fehlgegangen.

  • Werke

    u. a. Ausgew. Prosa, 6 Bde., 1933. - Romane: Zwölf aus der Steiermark, 1908 (91. Tausend 1933);
    Schwammerl, Schubertroman, 1912 (256.Tausend 1943);

    Der Flieger, Roman aus d. Serbenkrieg, 1915;

    Die Verliebten u. ihre Stadt, 1928;

    Das Lächeln d. Marie Antoinette, 1932;

    Ein Deutscher, 1933;
    Novellen: Vom sterbenden Rokoko, 1909 (97. Tausend 1949);

    Bittersüße Liebesgeschichten, 1910 (80. Tausend 1948);

    Meisternovellen, 1923, = Festgabe z. B.s 50. Geburtstag;

    Geschichten, Erzählungen: Die Gesch. v. d. Hannerl u. ihren Liebhabern, 1913 (91. Tausend 1934);

    Der große alte Kater, Eine Schopenhauergesch., 1929;

    Besonntes Philisterium, Kleine Gesch. aus Mozarts Freundeskreis in Salzburg, 1934;
    Vermischte Prosa: Der Volkskrieg in Tirol (Das Kriegsjahr 1809, Bd. 2), 1905;

    Als Österr. zerfiel. … 1848, 1905 (anonym); Das grüne Wien, 1911;

    Die steir. Landschaft (Kunst u. Natur in Bildern), 1914;

    Er, Ein Buch d. Andacht, 1915;

    Grenzen d. Menschheit (I: Der Königsgedanke, II: Der Satansgedanke, III: Erlösung, früher unter d. Titel: Er), 1923;
    Dramen: Ohne Gott, Tragödie (uraufgeführt Hamburg 20.1.1915);
    Fernes Schiff, Schauspiel (nach J. Smith, uraufgeführt Nürnberg 18.11.1933).

  • Literatur

    Nagel-Zeidler-Castle IV, S. 1212, 1228-31;
    Soergel, 1911, S. 788 ff.;
    R. Hohlbaum, R. H. B., 1923;
    Th. Lessing, R. H. B., 1927;
    A. Schmidt, Dt. Dichtung in Österr., 21935, S. 43, 52 f.;
    E. Alker, Gesch. d. dt. Lit. v. Goethes Tod bis z. Gegenwart II, 1950, S. 353 f.;
    R. Teichl, Wer ist wer?, 1927;
    Teichl, 1951;
    H. Giebisch-L. Pichler-K. Vancsa, Kleines Österr. Lit.-Lex., 1948;
    Kosch, Lit.-Lex. I;
    Kürschner, Lit.-Kal. 1949;
    Kutzbach, Autorenlex. d. Gegenwart, 1951, S. 15.

  • Autor/in

    Kurt Vancsa
  • Empfohlene Zitierweise

    Vancsa, Kurt, "Bartsch, Rudolf Hans" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 613 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118652931.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA