Lebensdaten
1648 bis 1719
Geburtsort
Broich bei Jülich
Sterbeort
Oberstein/Nahe
Beruf/Funktion
Prämonstratenser ; aszetischer Schriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119368749 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Goffine, Leonhard
  • Geoffine, Leonard
  • Goffine, Andrea
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Orte

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Zitierweise

Goffine, Leonhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119368749.html [22.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus Fam. wallon. Ursprungs;
    M stammte aus d. Kölner Patrizierfamilien Boys u. Wisch.

  • Leben

    1667 trat G. in Steinfeld ein und legte 1669 die Ordensgelübde ab. Er studierte Theologie im Collegium Norbertinum in Köln (Dezember 1675 Priesterweihe) und war dann in verschiedenen Pfarreien Westfalens und des Rheinlandes in der Seelsorge tätig. 1696 wurde er ins Kloster Arnstein versetzt, im gleichen Jahr als Pfarrer nach Oberstein bei Idar. – G.s Hauptwerk ist die „Handpostille oder christkatholische Unterrichtungen auf alle Sonn- und Festtage des ganzen Jahres“ (Mainz 1690). Es ist dies eines der wenigen Werke religiös-aszetischer Natur aus der Barockzeit, die bleibenden Wert behielten. Diese volkstümliche Erklärung der Sonntagsevangelien wurde zum Hausbuch des katholischen Deutschland,|sie wird heute noch im Volk „die Goffine“ genannt. Sie hat inzwischen mehr als 120 Auflagen erlebt und wurde in viele Sprachen übersetzt. Die übrigen Werke G.s sind meist katechetischer und homiletischer Natur und haben nur noch historischen Wert.

  • Werke

    Weitere W Auslegung d. Regel d. hl. Augustinus, Köln 1692;
    Trostbuch in Trübsalen, ebd. 1695;
    Seelenlicht, 2 Bde., Nürnberg 1705 (Predigten);
    Cibus animae matutinalis, Köln 1705;
    Erklärung d. Catechismi Petri Canisii, ebd. 1712;
    Lehre Christi, ebd. 1715;
    Der Wächter d. göttl. Wortes, ebd. 1718;
    Praxes sacrae seu modus explicandi caeremonias per annum, Frankfurt 1719.

  • Literatur

    ADB IX;
    Mitgliederalbum d. Abtei Steinfeld (1691/1732), angelegt v. Abt Michael Kuell, in: Ann. d. Hist. Ver. f. d. Niederrhein 6, 1859, S. 233 ff., 9/10, 1861, S. 201 Anm. 1;
    N. Backmund, Monasticon Praemonstratense I, 1949, S. 192-95, III, 1961, S. 566 f. (W, L).|

  • Quellen

    Qu.: Series praepositorum et abbatum Steinfeldensium, Can. Ord. Praem, Ms. d. Staatsarchivs Düsseldorf, Steinfeld Nd. 46 (bis 1726). Daten in L vielfach ungenau, gehen meist zurück auf: Hartzheim, Bibl. Coloniensis, Köln 1747, S. 222, vgl. praefatio S. 5.

  • Autor/in

    Norbert Backmund OPraem
  • Empfohlene Zitierweise

    Backmund OPraem, Norbert, "Goffine, Leonhard" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 599 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119368749.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Goffine: Leonhard G., katholischer Erbauungsschriststeller, geb. zu Köln am 6. December 1648, am 11. August 1719 zu Oberstein an der Nahe. Im J. 1669 in das Prämonstratenser-Kloster Steinfeld in der Rheinprovinz eingetreten, wirkte er an verschiedenen Orten als Prediger, bekleidete auch Pfarrstellen im Erzbisthum Trier — auch zu Coesfeld im Münsterlande zuletzt die zu Oberstem. Berühmt ist er als Verfasser der „Handpostille oder christkatholische Unterrichtungen auf alle Sonn- und Festtage des ganzen Jahres“ (Auslegung der Episteln und Evangelien, Erklärung der kirchlichen Gebräuche etc.),|die zuerst 1690 zu Mainz, seitdem in vielen Ausgaben und Neubearbeitungen (von Steck, Ott, Darup, Annegarn, Kleyboldt u. A.) bis in die neueste Zeit erschienen und unter dem katholischen Volke sehr verbreitet ist. Andere (katechetische und ascetische) Schriften von G. verzeichnen Jöcher-Adelung II. 1514, und Raßmann. Münsterländ. Schriftsteller S. 128.

  • Autor/in

    , R.
  • Empfohlene Zitierweise

    R., "Goffine, Leonhard" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 326-327 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119368749.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA