Lebensdaten
erwähnt 1114, gestorben 1127 oder 1128
Sterbeort
Oostbroek bei Utrecht
Beruf/Funktion
Bischof von Utrecht ; Bischof
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136678149 | OGND | VIAF: 80982546
Namensvarianten
  • Godebald von Utrecht
  • Godebold
  • Godebold von Utrecht
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Orte

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Zitierweise

Godebald, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136678149.html [21.06.2024].

CC0

  • Biographie

    Über G.s Wahl ist wenig bekannt. Wahrscheinlich wurde er 1114 von Heinrich V. ernannt, aber schon 1116 gehörte er zu den Gegnern des Königs, die damals in Frankfurt tagten. Daß G. 1118 zur Fürstenopposition gehörte, beweist seine Anwesenheit in Fritzlar 1118. Aus seinem Brief über die strittige Lütticher Bischofswahl an den Erzbischof von Köln von 1119 geht hervor, daß er den Gregorianischen Ideen zugetan war. Kurz|nach dem Ende der Lütticher Angelegenheit näherte er sich Heinrich V. und bemühte sich, den Frieden zwischen Kaiser und Papst zu fördern. Er gehörte zu denjenigen, welche die Urkunde unterschrieben, in der Heinrich V. 1122 dem Papst seine Garantien gab. Seitdem verweilte er öfters am Hofe, und besuchte ihn der König mehrfach in Utrecht. Die Quellen nennen ihn mit Recht religionis amator praecipuus. Er förderte die Klosterzucht, gründete die Benediktiner-Abtei Oostbroek und machte den Kollegiatkirchen von Utrecht mehrere Schenkungen. G. war der erste Bischof von Utrecht, der die kirchlichen Interessen dem König gegenüber kräftig vertrat und der ernsthaft bestrebt war, den Frieden zwischen Papst und Kaiser zu fördern. Gegen Ende seines Lebens zog er sich als Mönch nach Oostbroek zurück.

  • Literatur

    ADB IX;
    Ann. S. Mariae Traiect., in: MGH SS XV, S. 1298;
    J. de Beka, Chron.…, ed. A. Buchelius, Utrecht 1643, S. 45;
    O. Oppermann, Unterss. z. Gesch. v. Stadt u. Stift Utrecht, in: Westdt. Zs. 27, 1908, S. 204;
    C. Pijnacker Hordijk, Lijsten der Utr. prelaten vóór 1300, Groningen 1912, S. 28 f.;
    R. R. Post, Kerkgeschiedenis v. Nederland in de middeleeuwen I, Utrecht 1957, S. 113-17;
    Oorkondenbock Sticht Utrecht I, 1920, Nr. 203-322.

  • Autor/in

    Wybe Jappe Alberts
  • Zitierweise

    Alberts, W. Jappe, "Godebald" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 493-494 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136678149.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Biographie

    Godebold oder Gondebald, aus einem friesischen Geschlecht stammend, Bischof von Utrecht, ward 1114 zu dieser Würde erhoben und gründete 1121 das Kloster Oostbroek und später zu Middelburg die Benedictinerabtei, nachdem er die durch ihre ausschweifende Lebensweise berüchtigten Capitulare der dasigen Kirche vertrieben, während er überhaupt die Sitten der Priester seines Stiftes vielfach verbesserte. Doch so verdienstvoll er in dem geistlichen Theile seines Amtes wirkte, so unheilvoll waren seine weltlichen Unternehmungen. Er kämpfte mit Herzog Lothar von Sachsen gegen Kaiser Heinrich V., ohne dadurch die Gunst seines Bundesgenossen zu gewinnen, der ihn, als er Kaiser geworden, der Herrschaft über die friesischen Gauen beraubte, weshalb er auch bald, des fortwährenden Unglücks im Regieren überdrüssig, sich 1126 in seine Abtei Oostbroek zurückzog, wo er 1128 starb.

  • Autor/in

    P. L. Müller.
  • Zitierweise

    Müller, Pieter Lodewijk, "Godebald" in: Allgemeine Deutsche Biographie 9 (1879), S. 316-317 unter Godebold [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136678149.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA