Lebensdaten
1781 bis 1849
Geburtsort
Bochnia (Galizien)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Montanist ; Metallurg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 128872616 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gersdorff, Johann Rudolf Nepomuk Sebastian von
  • Gersdorff, Rudolf von
  • Gersdorff, Johann Rudolf Nepomuk Sebastian von
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Zitierweise

Gersdorff, Rudolf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128872616.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Linie Rengersdorf-Seichau;
    V Joh. Rudolf (1736–99), preuß. Hauptm., nach Duell geflohen, k. k. Obersalinenaufseher in B., S d. Hans Gg., auf Mittel-Gr.-Bohrau;
    M Therese Magdalene v. Schweidler;
    Schemnitz/Ungarn 1809 Franziska (1792–1865, ev. A. B.), T d. ungar. Gutsbes. v. Ostrolutzky;
    2 S, 4 T, u. a. Gustav (1813–81), Montan-Ing., k. k. Hauptmünzamtsadjunkt;
    E Rudolf Flechner (1837–1909), Bergdir., Pauline Flechner (Ps. Halm, 1836–1921), ak. Malerin (s. ÖBL; ThB unter Halm).

  • Leben

    G. erlebte sowohl im Staatsdienst als auch als privater Bergbauunternehmer und bedeutender Metallurg einen steilen Aufstieg. Nach Besuch der Volksschule in Wieliczka (Galizien) war er seit dem 12. Lebensjahr im dortigen Bergbau tätig, zuerst als Praktikant, 1797 bereits als Oberamtskanzellist. Infolge seiner Fähigkeiten konnte er mit einem Staatsstipendium 1802-06 die Bergakademie in Schemnitz absolvieren, wodurch sich ihm|die höhere Laufbahn eröffnete. 1807 Hofbuchhaltungsoffizial, wurde er 1815 General-, Land- und Hauptmünzprobierer, 1825 wirklicher Hofsekretär, 1829 wirklicher Hofrat und damit Leiter des gesamten Münz- und Bergwesens in der österreichisch-ungarischen Monarchie. Zahlreiche wichtige metallurgische Entdeckungen, die in den staatlichen Betrieben mit Erfolg eingeführt worden sind, waren die Ursache seines Emporkommens. Seine Leistungen sind dem heutigen Fachschrifttum nahezu unbekannt und fast ganz dem Vergessen anheimgefallen. Bedeutsam ist seine 1824 erfolgte Erfindung zur Reindarstellung von Nickel. Zur Auswertung errichtete er in Thalhof bei Gloggnitz (Niederösterreich) die erste Nickelfabrik und wurde Begründer der österreichischen Packfongindustrie. 1832 erwarb er die alten Co-Ag-Bergbaue Zinkwand-Vöttern in den Schladminger Tauern, wo er einen zeitweise namhaften Nickelbergbau schuf. Das dort vorkommende Ni-Erzmineral NiAsS (kubisch) wurde von Alexander Löwe 1842/47 G. zu Ehren „Gersdorffit“ benannt. Die Nickelhütte ist 1847 von Thalhof nach Mandling bei Schladming verlegt worden. Weiterhin gehen auf G. Scheidungs- und Darstellungsmethoden von Gold und Platinmetallen zurück, Versuche zur Verbesserung der Stabeisen- und Stahlerzeugung sowie zur Herstellung von Manganlegierungen. G. war auch ein bedeutender Kunstkenner und Sammler von Gemälden, Plastiken, Edelsteinen und Mineralen. Seine hervorragende mineralogische Sammlung, lange als verschollen geltend, wurde erworben von Johanna von Henickstein, deren Sammlung 1864 zum großen Teil dem Joanneum in Graz zukam.|

  • Auszeichnungen

    Ehrenmitgl. d. Societät f. d. ges. Mineralogie z. Jena (1822).

  • Werke

    u. a. Über d. Packfong, in: Ann. d. Physik u. Chemie 8, 1826, S. 103-06.

  • Literatur

    R. Flechner [E], Fam.chronik Gersdorff-Flechner, 1877-1909 (Hs. im Bes. v. Rud. Flechner [Ur-E], Schladming/Steiermark), danach W. Stipperger, in: Mitt.bl. d. Mineralog. Abt. d. Joanneums Graz, 1957, H. 2, S. 33-40 (P: Alabasterbüste [verschollen]). - Eigene Archivstud.

  • Autor/in

    Heinz Meixner
  • Empfohlene Zitierweise

    Meixner, Heinz, "Gersdorff, Rudolf von" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 321 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128872616.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA