Lebensdaten
1771 – 1846
Geburtsort
Offenbach/Main
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Eisenkunstgießer ; -gußfabrikant ; Unternehmer ; Gießer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 136365752 | OGND | VIAF: 80722723
Namensvarianten
  • Geiß, Johann Conrad
  • Geiß, Johann Konrad

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Zitierweise

Geiß, Johann Conrad, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136365752.html [21.05.2022].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Conrad (1723- vor 1795), Reg.pedell;
    M Katharina Schilcher (* 1728);
    1) Berlin 1797 Wilhelmine ( 1801), T d. Polizeimeisters Frdr. Wilh. Rieck, 2) ebd. 1803 Joh. Caroline Christiane (1780–1857), T d. Bijoutiers Franz Vasseur;
    K, u. a. Moritz (s. 2);
    Urur-E Gerhard Marcks (* 1889), Bildhauer.

  • Biographische Darstellung

    G. läßt sich 1794 als Goldarbeiter und Juwelier in Berlin nieder. 1814 ist er als Inhaber einer Eisengießerei und 1829 als akademischer Künstler nachweisbar. 1830 scheint er sich zugunsten seines Sohnes vom Geschäft zurückgezogen zu haben. Schon vor Gründung einer eigenen Eisengießerei hat er sich grundlegend mit der jungen Technik des Eisenkunstgusses befaßt, die durch ihn entscheidende Impulse erhält. Neben den staatlichen Eisengußmanufakturen (Gleiwitz seit 1796, Berlin seit 1804) ist er der 1. Privatunternehmer auf diesem Gebiet, zunächst seit 1806 als Auftraggeber und Modell-Lieferant der staatlichen Hütten. Die technisch vollendeten Güsse seiner filigranartig durchbrochenen Gürtel, Hals- und Armbänder werden in der Notzeit der Befreiungskriege zum Prototyp des eleganten Damenschmuckes („Gold gab ich für Eisen“). In unvorstellbarer Menge entstehen Bijouterien in „antikem und gotischem“ Geschmack. Die aus Wein- und Akanthusblättern, gotischen Spitzbogen, Arabesken und passigen Rosen gebildeten Kettenglieder sind häufig mit silhouettierten Reliefbildnissen und „Gemmen“ auf polierter Stahlplatte geziert; als „fer de Berlin“ werden die vielfach „Geiss à Berlin“ signierten kleinen Kunstwerke bald zum Gattungsbegriff und erobern den europäischen Markt. Neben der eigenen Gießerei und den beiden preußischen Hütten kann G. auch die bayerische Hütte Bodenwöhr mit Aufträgen versehen. Kaum zu trennen von seinen Erzeugnissen sind die „illegalen“ Nachgüsse der Hütten in Birmingham, Paris, Wien, Hořowitz, Mariazell und anderen. Selbst in Gleiwitz muß er sich 1820 wegen mißbräuchlicher Benutzung seiner Modelle beschweren. In kleinerem Umfange betreibt seine Gießerei auch die Herstellung von Medaillen, wozu ihm Künstler der staatlichen Manufakturen (Posch, Stilarsky) Modelle liefern. Auch Schinkel gehört zu seinen gelegentlichen Mitarbeitern und steht anregend und beratend zur Seite.

  • Werke

    u. a. in folgenden Slgg.: ehem. in Breslau, Schles. Mus. (Musterkarten, Modellvorrat);
    Berlin, Märk. Mus., Kunstgewerbemus. u. Slg. Leider;
    Nürnberg, German. Nat.mus.;
    Slg. d. Kunsteisengießerei Hirtzenhain: London, Victoria u. Albert Mus. u. Kensington-Mus.

  • Porträts

    Bildnisbüste v. K. Wichmann;
    Eisengußplakette v. L. Posch.

  • Autor/in

    Martin Sperlich
  • Zitierweise

    Sperlich, Martin, "Geiß, Johann Conrad" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 156 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136365752.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA