Lebensdaten
1898 bis 1957
Geburtsort
Langenthal Kanton Bern
Sterbeort
Zürich
Beruf/Funktion
Bildhauer ; Graphiker
Konfession
reformiert
Normdaten
GND: 118690140 | OGND | VIAF: 12578869
Namensvarianten
  • Geiser, Karl
  • Geiser, Carl

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Zitierweise

Geiser, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118690140.html [25.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1862–1930), Prof. d. Vfg.- u. Rechtsgesch. in Bern (s. HBLS), S d. Abraham Frdr. (1825–66), Handelsmann in L. (S d. Abraham Frdr., 1797–1870, Hotelier, Oberst, konservat. Großrat im Oberaargau, s. HBLS), u. d. Emilie Wilh. Baumgartner;
    M Lina (1866–1909), T d. Jak. Affolter in Bern u. d. Marianne Blaser; ledig.

  • Leben

    Nach Besuch des Gymnasiums Bern bis zur Maturität begann G. als Maler wie als Bildhauer autodidaktisch unter der schweren inneren Bedrückung des Krieges, durch Ferdinand Hodler auf hohe Ziele und monumentale Gesinnung hingelenkt. Farbig und formal stark vereinfachte dekorative Malereien entstanden 1924 im Freidorf Muttenz bei Basel. Seit 1923 in Zürich, faßte G. den Entschluß, sich plastisch auszudrücken. Inspiriert durch große Vorbilder (Maillol, Rodin, Despiau), ermutigt von Hermann Haller und getragen von der hoffnungsvollen Hochstimmung der 20er Jahre, entwickelte er in einsamer, intensiver, hohe Ansprüche stellender Arbeit eine persönliche, ausdrucksgeladene plastische Sprache von monumentaler Haltung. Seinen hohen Begriff von Plastik suchte er in leidenschaftlicher Auseinandersetzung mit dem Material (ausschließlich Gips, der in Bronze gegossen werden soll) in immer erneutem Ansatz zu realisieren. Die vergleichsweise wenigen Reisen wurden allein zur Entwicklung und zur Klärung dieses Begriffes oder aber zur Ausspannung unternommen. Dabei entstanden ganz neben den plastischen Unternehmungen reizvolle lineare Federzeichnungen nach Einzelgestalten aus dem Alltagsleben in Paris, Marseille, München, Berlin, Zürich, die zum Teil von G. auch radiert worden sind. - Das künstlerische Interesse G.s ist ganz auf den Menschen gerichtet: Halbfiguren und Akte in mittlerem und größerem Maßstab, Köpfe und Bildnisse vor allem. Die Arbeiten aus den 20er und frühen 30er Jahren sind (von einigen durch Aufträge bedingten klassizierenden Ausweichungen abgesehen) wie geladen von innerer Fülle und Gewalt, von einer fast archaischen Ausdruckswucht. Sie strahlen von Leben und Kraft. In seinen besten Arbeiten erweist sich G. als die größte plastische Begabung der Schweiz in den Zwischenkriegsjahren.

  • Werke

    u. a. 2 überlebensgroße Dreifigurengruppen vor d. Gymnasium in Bern, 1926-1937;
    2 Dreiergruppen in flachem Stuckrelief im Eingang z. Kunstmus. Winterthur, 1927;
    Radfahrer, 1928-34 (Basel, Kunstmus.);
    Jüngling mit Hund, 1929-31 (Zürich, Kunsthaus); P
    d. Vaters, 1929-30;
    Engel, 1932-35 (Winterthur, Waldfriedhof);
    Schreitender Löwe (Stein), 1934-39 (Zürich, Kantonale Verwaltung). - Bildnisse: Paul Karrer, 1939, Joh. v. Tscharner, 1942, Frau H. Hahnloser, 1942 f., Hans Berger, 1944, David, 1944 (Solothurn, Kantonsschule);
    - Denkmal d. Arb., gegossen 1960 (Stadt Zürich, unvollendet);
    Arbb. bes. in d. Kunstmus. v. Zürich, Winterthur, Bern, Basel. - Schrr.: Über Plastik, Zur Maillol-Ausstellung, in: Neue Zürcher Ztg. v. 26.7.1931;
    Bemerkungen z. Denkmal d. Arb. f. d. Helvetiaplatz, 1956.

  • Literatur

    W. George, K. G., Paris 1932;
    H. Naef, K. G., 1944;
    ders., in: Du, Zürich, Okt. 1957;
    ders., K. G., das graph. Werk (oeuvre-Kat.), 1958;
    ders., K. G., Zeichnungen (Gesamtfassung), 1959;
    ders., K. G., der Zeichnungsnachlaß, 1960;
    SKL, 20. Jh., S. 340;
    Vollmer II u. V (W, L).

  • Portraits

    Ölgem. (überlebensgroß) v. Varlin [d. i. W. Guggenheim] (Zürich, Kunsthaus).

  • Autor/in

    Walter Hugelshofer
  • Empfohlene Zitierweise

    Hugelshofer, Walter, "Geiser, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 155 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118690140.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA