Lebensdaten
1840 bis 1908
Geburtsort
Athen
Beruf/Funktion
Volkssänger in München
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116499990 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Papa Geis (genannt)
  • Geis, Jakob
  • Papa Geis (genannt)
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Zitierweise

Geis, Jakob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116499990.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Nikolaus (1808–78), aus Amberg, Hofoffiziant b. Kg. Otto v. Griechenland, ab 1847 am Münchener Hof;
    M Katharina Weinig ( 1847) (?);
    München 1884 Theres (* 1841), T d. Maurers Franz Lechl u. d. Agatha Knoling;
    S Josef (1867–1942), Schauspieler u. Sänger (bekannter Spielbaß u. Baßbuffo), seit 1899 am Münchner Hoftheater, auch Opernspielleiter (s. Eisenberg);
    E Jacob (* 1890), Schriftsteller, Filmautor, Josef ( 1952), Kunstmaler, Zeichner;
    Ur-E Rainer, Fernsehregisseur.

  • Leben

    1847 nach München gekommen, besuchte G. unter anderem das Hollandeum (das spätere Albertinum) und sollte Geistlicher werden. Mit Nachhilfestunden in Griechisch und Latein, mit Notenschreiben, Zitherspielen, Tanzunterricht und musikalisch-deklamatorischen Abenden schlug er sich durch bis zu seinem ersten Auftreten als Komiker 1866. In verschiedenen Münchner Lokalen gastierend sowie auf zumeist enttäuschenden Tourneen bis hinunter nach Wien suchte G. durch künstlerisch gehobenen zotenfreien Humor dem etwas zwielichtigen bierseligen Volkssängertum von damals höhere Geltung zu verschaffen. 1868 wurde er im Restaurant „Oberpollinger“ seßhaft. Als beliebtester Humorist trat er hier 30 Jahre lang in der Blütezeit der Münchner Komiker auf (1878 selbständiger Direktor). Angeborener Frohsinn und poetische Begabung ließen ihn zum Meister des einheimischen Couplets werden. Seine selbstverfaßten Beiträge kolportierten örtliche und überörtliche Ereignisse und Persönlichkeiten in versöhnlicher Weise. Sie spiegeln ein Stück Kulturgeschichte wider. In der Frühzeit der Schallplatte ließen P. Westermair (1901) und Karl Valentin (1902) von G. Grammophon-Aufnahmen herstellen. Das Ensemble von Papa G. bestand nur aus Männern: selbst polternde Ehefrauen und eifersüchtige Köchinnen spielte mit Fistelstimme M. Königshöfer, die Couplets vertonte Paul Damas, der Pianist. Unzählige Solo-Szenen und Einakter hat G. bearbeitet, man zählt rund 300 Bauernpossen. Seine Parodien von Klassikern und Opern setzten dabei ein gebildetes Publikum voraus. Auch gilt G. als einer der Ahnherrn der Krüglredner und der Klapphornverse. Seinem Testament gemäß sollten alle seine Gedichte verbrannt werden.

  • Werke

    Einzelne „Münchner Original-Couplets“, mit Tonweise v. P. Damas, Nr. 4-5, 7-12, 15, 18-19, 21-25, 33, 1924/25 (Verlag F. Dietrich, Leipzig);
    Lebensbeschreibung u. Anekdoten, 1905 (Autobiogr., ungedr.), alles München, Stadtbibl., Monacensia-Abt. - Bekannte Couplets (nicht erhalten?): „Schimpfen tut a jeder“, „Verlassen bin i“, „Dradl, dedl, didl, dodl, dum“, „Nervös“, „Drah di Madl, drah di, morgen kommt der Mahdi“, „Hurraxdax, pack’s bei der Hax“, „Das bemooste Haupt“.

  • Literatur

    Jugend, Sondernr. „Münchner Volkssänger“, Nr. 22, 1935;
    E. Stemplinger, Ernte aus Altbayern, 1936;
    H. Uhde-Bernays, Im Lichte d. Freiheit, 1947;
    E. Münz u. J. M. Lutz, Die Münchner Volkssänger, 1956.

  • Portraits

    Gipsbüste v. I. Schmuder, Ölgem. v. Ph. L. Laszlo (Papa Geis in Maske) (beide München, Valentin- u. Volkssängermus.);
    Phot. (u. a. in d. berühmten Rolle d. verbummelten Studenten in „Das bemooste Haupt“) (ebd., Stadtmus.).

  • Autor/in

    Hanns Vogel
  • Empfohlene Zitierweise

    Vogel, Hanns, "Geis, Jakob" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 153 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116499990.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA