Lebensdaten
1876 bis 1953
Geburtsort
Braunschweig
Sterbeort
Gut Schmalzhof bei Starnberg (Oberbayern)
Beruf/Funktion
Chemiker ; Werksleiter
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 138048967 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gaus, Wilhelm Karl Friedrich
  • Gaus, Wilhelm
  • Gaus, Wilhelm Karl Friedrich
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Zitierweise

Gaus, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138048967.html [20.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus nd.sächs. Bauernfam.;
    V Wilhelm (1847–1916), Postdir.;
    M Anna Ternedde (1851–1934) aus Seesen;
    1906 Helene Lina (1885–1959), T d. Konzertmeisters Carl Schumann u. d. Lina Roemmele;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    G. studierte ab 1896 in Braunschweig, Berlin und Breslau (bei Abegg und Ladenburg) Chemie und promovierte 1900 zum Dr. phil.. Nach Militärdienst und Tätigkeit als Privatassistent bei Abegg trat er als einer der ersten Physikochemiker 1902 in die Badische Anilin- & Soda-Fabrik (BASF), Ludwigshafen am Rhein, ein. Zunächst gelang es ihm beim Ausbau der Indigosynthese (1902–10), die Herstellung der Hilfs- und Zwischenprodukte grundlegend zu rationalisieren. Die damals von ihm entwickelten Verfahren, wie die kontinuierliche Chloralkali-Elektrolyse, die Herstellung von hochaktivem Eisen, Phosgen, Blausäure aus Methan und Stickstoff und andere mehr, waren vom Gesichtspunkt der Verfahrenstechnik wesentliche Neuerungen. Als die BASF 1909 unter Führung von Carl Bosch das für die Sicherung der Welternährung entscheidende Problem der Ammoniaksynthese aufnahm, hatte G. als Boschs Stellvertreter und Leiter der Stickstoffabteilung an dieser Gemeinschaftsarbeit, die an den Grenzen der technischen Möglichkeiten lag und die grundlegende Pionierleistung zum Aufbau der modernen chemischen Großindustrie mit ihren riesigen Werken darstellte, hervorragenden Anteil. – Der nach dem 1. Weltkrieg zur Sicherung des Exports notwendige Zusammenschluß der großen deutschen Chemiefirmen zur I. G. Farbenindustrie AG brachte G. neue Aufgaben in der obersten Konzernleitung, die vor allem die Entwicklung neuer Forschungs- und Produktionsgebiete betrafen. Die Zusammenarbeit mit der amerikanischen Erdölindustrie, die Entwicklung des Carbonyleisens und des Magnetophonbandes sowie viele andere heute bedeutsame Leistungen gehen auf G. Anregung und Initiative zurück. – 1931 übernahm er, seinen wissenschaftlichen und technischen Neigungen entgegen, in schwieriger Zeit die Leitung der BASF. 1937 trat er in den Aufsichtsrat der I. G. Farbenindustrie über, wo er als stellvertretender Vorsitzer des Technischen Ausschusses eine sehr aktive Tätigkeit entfaltete. Er suchte, die Entscheidungsfreiheit der Industrie gegenüber dem Staat zu erhalten, war ein scharfer Gegner des Hitler-Regimes und litt sehr darunter, daß Kompromisse oft unvermeidbar waren. Er riskierte viel, um Verfolgte zu schützen.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (Karlsruhe 1931).

  • Werke

    u. a. Ammoniak-Partialdrucke üb. ammoniakal. Metallsalzlösungen, e. Btr. z. Elektroaffinitätstheorie, Diss. Breslau 1900;
    Über d. Einfluß v. Neutralsalzen auf d. Tension d. Ammoniaks aus wäßriger Lösung, in: Zs. f. anorgan. Chemie 25, 1900, S. 236 ff.

  • Literatur

    K. Schoenemann, in: Chemie-Ing.-Technik 23, 1951, S. 489 f.;
    Erdöl u. Kohle 4, 1951, S. 745 (P);
    C. Schuster, Die Bad. Anilin- & Soda-Fabrik AG, o.J., S. 28 (P);
    Pogg. IV, VI, VIIa.

  • Autor/in

    Karl Schoenemann
  • Empfohlene Zitierweise

    Schoenemann, Karl, "Gaus, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 101 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138048967.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA