Lebensdaten
1544 bis 1604
Beruf/Funktion
Professor der Katechese in Rostock ; Superintendent ; lutherischer Theologe
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 11674782X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Freder, Johannes
  • Freder, Johann
  • Freder, Johannes

Verknüpfungen

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Zitierweise

Freder, Johann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11674782X.html [20.01.2019].

CC0

  • Leben

    Freder: Johann F., der jüngere, lutherischer Theologe, Sohn des gleichnamigen Vorigen, wurde 6. Jan. 1544 zu Hamburg geboren und hat darauf, während sein Vater in Greifswald war (1549—56), wol die dortige Schule besucht. Später kam er, vielleicht schon ehe er die Universitätsstudien begann, nach Rostock in das Haus des berühmten David Chytraeus (s. Bd. 4, S. 254), der mit seinem Vater eng befreundet war. Im Mai 1562 wurde er in Rostock inscribirt und erlebte als Student die Reorganisation der Universität, nach welcher Chytraeus der erste Rector derselben wurde. Chytraeus war ihm ein väterlicher Freund und leitete seine Studien; er ließ ihn sich außer den theologischen Disciplinen auch den classischen Studien zuwenden und forderte ihn selbst zu Versuchen in lateinischen Versen auf. Mehrfach durfte er Chytraeus auf|seinen Reisen begleiten, wodurch er mit vielen Gelehrten persönlich bekannt wurde. Nachdem er am 10. September 1567 zum Baccalaureus und Magister promovirt war, ward er am 22. September 1568 zum Rector der Domschule in Güstrow berufen; im J. 1572 ward er darauf Professor der Katechese in Rostock und trat damit in die Stellung, welche Chytraeus im Anfange seiner Rostocker Wirksamkeit bekleidet hatte. Am 28. April 1573 heirathete er die älteste Tochter des Chytraeus, Margareta, in welcher Ehe ihm neun Kinder, vier Söhne und fünf Töchter geboren wurden. Am 13. Juli 1587 wurde er Doctor der Theologie und im J. 1592 ordentlicher Professor der Theologie und Superintendent der Rostocker Ephorie. Mehrfach wurde er nun auch Rector der Universität. Er nahm auf Geheiß des Herzogs Ulrich auch Theil an der Revision der mecklenburgischen Kirchenordnung. Am 4. Mai 1604 starb er. War der äußere Gang seines Lebens auch ruhiger, als der seines Vaters, so hat er doch keine unbedeutende Stellung eingenommen und war ein allgemein geachteter Mann, sein gebildet und durch Wohlredenheit und poetische Begabung ausgezeichnet. Seine eignen theologischen Werke sind fast nur Gelegenheitsschriften; unter seinen lateinischen Gedichten ist das Epicedion, das er auf Wunsch seines Schwiegervaters verfertigte, als der hamburgische Superintendent Joachim Westphal gestorben war, und das aus ungefähr 800 Hexametern besteht, wol das bekannteste. Ein besonderes Verdienst hat er sich noch durch die Herausgabe einer Reihe theologischer Werke des Chytraeus erworben.

    • Literatur

      Vgl. Molleri Cimbria litterata I, p. 187 f. Lexicon der hamb. Schriftsteller II, S. 362 f. Krabbe, Universität Rostock, und derselbe, David Chytraeus, an den in den Registern genannten Stellen. — Moller und das Lexicon geben ein ausführliches Verzeichniß seiner Schriften.

  • Autor/in

    Bertheau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Bertheau, Carl, "Freder, Johann" in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 331-332 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11674782X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA