Furtmeyr, Berthold
- Lebensdaten
- erwähnt 1470 oder 1501
- Beruf/Funktion
- Miniaturmaler ; Künstler ; Miniaturist ; Buchmaler
- Konfession
- katholisch
- Normdaten
- GND: 118703617 | OGND | VIAF: 310510847
- Namensvarianten
-
- Furtmayr, Perchtold (in der ADB)
- Furtmeyr, Berthold
- Furtmayr, Perchtold (in der ADB)
- furtmayr, perchtold
- Furtmayr, Berthold
- Furthmeyr, Berthold
- Furtmeyer, Berthold
- Furtmeyr, Perchthold
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Furtmeyr, Berthold
Miniaturmaler, 1470-1501 als Bürger von Regensburg nachweisbar.
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Genealogie
⚭ Klara N.N.;
T N.N. (⚭ 1501 Hans Hennsperg, Miniaturmaler, s. ThB). -
Biographie
Als Persönlichkeit ist F. erst in den Jahren seiner bekannten Aufträge faßbar. Er arbeitete wahrscheinlich mit mehreren Gesellen, doch ist nur die Hand eines Mitarbeiters eindeutig zu erkennen und als die des Salzburgers Ulrich Schreier (um 1430- um 1490) zu identifizieren. Ob die auffallend hohe Zahl (31) der zu F.s Schaffenszeit als Neubürger Regensburgs geführten Maler mit ihm in Zusammenhang gebracht werden darf, muß dahingestellt bleiben, da die wenigen erhaltenen Werke keinen Schluß auf die Produktivität seiner Werkstatt erlauben. – F.s Name findet sich erstmals 1470 in der Inschrift eines Alten Testamentes (2 Bände, geschrieben 1468 von G. Rorer, illuminiert 1470-72, jetzt Schloß Harburg); diese Handschrift wurde von ihm (höchstwahrscheinlich im Auftrag des Bayerischen Herrscherhauses) mit zahlreichen kleinen Deckfarbenbildern, prächtigen Initialen und phantasievollem Rankenwerk ausgeschmückt. Die kostbare Ausgestaltung des Werkes und die namhaften Besteller lassen erkennen, daß F. zu dieser Zeit bereits ein berühmter Miniaturist war. Auch bestätigt die erste urkundliche Notiz 1471 einen gewissen Wohlstand. Die nächste erhaltene Arbeit, die Ausmalung eines 5bändigen Missales für EB Bernhard von Salzburg (Codes latinus Monacensis 15708-12, 1481/82 vollendet), zeigt überwiegend ganzseitige Bilder von künstlerisch weniger einheitlichem Charakter. 1487 muß F. den Rat der Stadt um eine Anleihe bitten; 1499 ist er Schuldner eines Mitbürgers – damit endet der einschaubare Abschnitt seines Lebens. – Im Gegensatz zu den noch bunt und schematisch wirkenden rein figürlichen Kompositionen zeigen F.s Landschaflsdarstellungen ein Sichloslösen vom zeitüblichen Konstruktivismus. Räumliche Tiefe, bestimmte Lichtwirkungen, aufkommende Erinnerung an wirklich gesehene Gegenden finden sich so ausgeprägt bei keinem Miniaturmaler vor ihm. Diese entwicklungsfähigen Faktoren und die zeitlich-örtliche Nähe zu A. Altdorfer haben in F. einen Vorläufer oder Lehrmeister A. Altdorfers sehen lassen, doch erwies sich der Weg zu Altdorfer als zu weit, und Bindeglieder fehlen. Wie F.s Stil ohne direkte Vermittlung eines bestimmten Kunstkreises als Sammelstil bayerischer und niederländischer Elemente mit persönlicher Prägung auftritt, so bleibt er auch ohne künstlerische Nachfolge.
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Werke
Weitere W Bibel (München, Bayer. Staatsbibl., Cgm 8010 a;
Miniaturen vermutl. v. F.). -
Literatur
B. Haendke, B. F., Sein Leben u. s. Werke, Diss. München 1885;
G. Leidinger, B. F., in: Kal. bayer. u. schwäb. Kunst, 1924, S. 1 ff.;
E. Jantschke [verehel. Bauer], Stilkrit. Beschreibung d. Miniaturen d. Regensburger Illuministen B. F., Diss. Erlangen 1951 (L-Verz.);
Kat. d. Ausstellung Bayerns Kirche im MA 9, München, 1960, Nr. 268 (Missale f. EB v. Salzburg, mit Abb.);
ThB.
A. Stange, Dt. Malerei d. Gotik X, 1960, S. 105 ff.;
ADB VIII (unter Furtmayr). -
Autor/in
Edeltraud Bauer -
Zitierweise
Bauer, Edeltraud, "Furtmeyr, Berthold" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 738 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118703617.html#ndbcontent