Lebensdaten
1844 bis 1925
Geburtsort
Koblenz
Sterbeort
Leipzig
Beruf/Funktion
Verleger
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116033150 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Baedeker, Gottschalk Dietrich Friedrich

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Zitierweise

Baedeker, Fritz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116033150.html [26.07.2017].

CC0

Baedeker, Fritz

* 4.12.1844 Koblenz, 9.4.1925 Leipzig. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Karl Baedeker (s. 2); B Ernst Baedeker (1833–61, Ottilie Wilhelmine, 1838–1908, T des Buchhändlers Salomon Hirzel in Leipzig und der Anna Reimer), Mitinhaber der Firma, Karl Baedeker (1837–1911), bis 1878 Mitinhaber der Firma; Koblenz 18.6.1873 Flöry (Florentine, 1849–1916), T des Geheimen Regierungs- und Schulrates Dietrich Wilhelm Landfermann in Koblenz und der Louise Winter; 5 K, u. a. Hans Baedeker (* 1874, 1902 Martha, T des Verlagsbuchhändlers Rudolf Engelmann in Leipzig und der Cara Springer), Karl Baedeker (1877–1914), Professor der Physik in Jena, Ernst Baedeker (1878–1948), Verlagsbuchhändler, Dietrich Baedeker (* 1886), Verlagsbuchhändler; E Karl Friedrich Baedeker (* 1910), Inhaber der Firma Karl Baedeker, seit 1948 in Hamburg (S von Karl Baedeker).

  • Leben

    Zusammen mit seinen Brüdern setzte B. das Werk seines Vaters fort. 1861 erschien der Band „Oberitalien“, 1862 auf der Höhe der viktorianischen Ära „London“, 1866 „Mittelitalien“ und „Unteritalien“. Gleichzeitig kamen englische und französische Ausgaben heraus; ihre ausländischen Bearbeiter haben sie jahrelang unter der Leitung B.s und seiner Söhne nicht nur übersetzt, sondern sprachlich und sachlich den Bedürfnissen ihrer Landsleute anzupassen gewußt. 1872 wurde der Verlag zugleich mit der Kartographischen Anstalt H. Wagner & E. Debes, deren Arbeiten seit Jahrzehnten zum Erfolg der Reisehandbücher beigetragen hatten, nach Leipzig verlegt, das in dieser Zeit unbestritten der Mittelpunkt des deutschen Buchhandels war. Je entschiedener sich der Reiseverkehr zum Weltverkehr ausdehnte, desto umfassender wurden alle bedeutenden Reiseländer in das Werk B.s einbezogen. Mit besonderer Begabung für einfache und übersichtliche Gestaltung und sicherem Sinn für das Wesentliche wußte er sowohl seinen eigenen wie den Arbeiten seiner zahlreichen Mitarbeiter einen einheitlichen Zug zu geben. So entstand die Form des modernen Reisehandbuches, die auch im Ausland vielfach zum Vorbild genommen wurde. Die Jahrzehnte zwischen 1870 und 1914, in denen neben vielen verbesserten Neuauflagen u. a. Bände über die Mittelmeerländer, die iberische Halbinsel, Skandinavien, Nordamerika und Indien entstanden, waren der Höhepunkt in der Geschichte des Verlags. Nach dem ersten Weltkrieg haben B.s Söhne viele Neubearbeitungen, vor allem zahlreiche englische Ausgaben, erscheinen lassen. Mit einer Reihe von Sonderbänden für einzelne deutsche Landschaften (seit 1920) und einem neuartigen Autoführer für das Deutsche Reich (1938) wurde die Anpassung an die veränderten Reisegewohnheiten vollzogen. Im zweiten Weltkrieg wurde das Verlagshaus in Leipzig zerstört (1943). Auch das Verlagsarchiv und die Kartographische Anstalt gingen verloren. Die Herausgabe eines kleinen Führers durch Leipzig (1948) war der erste Versuch, die Veränderungen in einer kriegszerstörten Stadt in den Reisehandbüchern zu erfassen. Der Verlag wurde 1948 in Hamburg durch den Enkel Karl Friedrich B. neu gegründet. Dieser schrieb auf Grund wieder selbst erwanderter Kenntnis einen Führer für Schleswig-Holstein (1949), der literarisch der Form eines Heimatbuches angenähert wurde.

  • Autor

    Hans Lülfing
  • Empfohlene Zitierweise

    Lülfing, Hans, "Baedeker, Fritz" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 516 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116033150.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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